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Kommentar zum SPD-Streit in der Bäderfrage: Riss durchs rote Lager

Kommentar zum SPD-Streit in der Bäderfrage : Riss durchs rote Lager

Unterschiedliche Meinungen innerhalb der Beueler SPD sorgen ebenso wie verschiedenen SPD-Werbeplakate für Verwirrung beim Bürger. Ein Kommentar.

Die Beueler SPD durchlebt schwere Zeiten. Als nach den Koalitionsverhandlungen 2014 klar war, dass die Bonner SPD in die Opposition geht und die Beueler SPD mit CDU und FDP auf der „Regierungsbank“ sitzt, zeichnete sich sehr schnell ab, dass die Genossen in Bonn und Beuel nicht nur der Rhein trennt. Will heißen: Den oppositionsbedingten Konfrontationskurs der Bonner SPD können die Beueler Genossen bei vielen Sachthemen nicht einschlagen.

Damit allein lässt sich der aktuell schwere Stand der Beueler SPD aber nicht erklären. Aufgrund der Parteistruktur – in Beuel gibt es drei gleichgestellte Ortsvereine – spricht die SPD im Stadtbezirk nicht mit einer Stimme. Drei Ortsvereinsvorstände können nicht immer einer Meinung sein, was die Diskussion um die Bäderlandschaft derzeit belegt. Dieses unterschiedliche Meinungsbild sorgt genauso wie die verschiedenen SPD-Werbeplakate im Bonner Bäderstreit nicht nur bei den Bürgern für Verwirrung.

Und sozusagen als Sahnehäubchen im Labyrinth der unterschiedlichen Bäderstrategien sorgt die Aussage von Sozialdemokrat und Vize-Bezirksbürgermeister Ralf Laubenthal bei Bürgern und Politik-Kollegen für totale Orientierungslosigkeit. Sein Vorschlag, die Beueler Bütt abzureißen und stattdessen ein Kombibad in Pützchen zu bauen, kommt zur Unzeit.

Und dennoch: Ist der Streit um das geplante Wasserlandbad entschieden, lohnt es sich, über die nicht neue Idee von Laubenthal ernsthaft zu diskutieren. Eine Gegenüberstellung der Kosten für Sanierung oder Neubau verschafft eine Diskussionsgrundlage, über die es wert ist, sachlich zu reden – nicht nur in der SPD.