Familienfonds Robin Good Schulranzen im Wert von rund 144.000 Euro gespendet

Beuel · Die Einschulung ist teuer. Besonders für sozial benachteiligte Familien ist es schwierig, ihre Kinder zum Schulstart mit allem Nötigen auszustatten. Einen großen Teil übernimmt dieses Jahr der Bonner Familienfonds Robin Good. 800 Schulranzen übergab Maskottchen Robbie an Botschafter-Kinder von der Servatiusschule.

Räuberschiff Beueler Rheinaue: Robbie übergibt Botschafter-Kindern der „OGS Servatiusschule“ Schulranzen für Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Mit an Bord: Bonner Caritas-Direktor Jean-Pierre Schneider.

Räuberschiff Beueler Rheinaue: Robbie übergibt Botschafter-Kindern der „OGS Servatiusschule“ Schulranzen für Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Mit an Bord: Bonner Caritas-Direktor Jean-Pierre Schneider.

Foto: Emre Koc

Schulranzen im Wert von rund 144.000 Euro hat der Familienfonds Robin Good von Caritas und Diakonie sozial benachteiligten Kindern gespendet. Engagierte Drittklässler der Offenen Ganztagsschule (OGS) der Servatiusschule in Bonn nahmen am Mittwoch am Räuberschiff in der Beueler Rheinaue (ehemals Haribo-Schiff) eine Vielzahl von den 800 Schulranzen symbolisch entgegen. Eine besondere Attraktion für die Kinder war Maskottchen Robbie, der den Schülern die Ranzen übergab und grüne Jägermützen verteilte. Mit der Bonner Caritas und Diakonie in Verbindung stehende Schulen sollen zum Schulstart 2024 die Ranzen nach entsprechendem Bedarf für Kinder aus sozial benachteiligten Familien entgegennehmen.

Nach Angaben des Runden Tischs gegen Kinder- und Familienarmut beziehen etwa 1,92 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, beziehungsweise ihre Eltern, Bürgergeld-Leistungen. „Fast ein Viertel der Bonner Kinder erlebt finanzielle Schwierigkeiten“, sagt Caritas-Direktor Jean-Pierre Schneider. Für viele Eltern wird spätestens zur Einschulung deutlich, wie viel die schulische Ausbildung eines Kindes kostet. Weit mehr als 200 Euro kann ein vernünftiger Schulranzen mit Sportbeutel und Federmäppchen kosten. Hinzu kommen Hefte, Stifte, Schnellhefter, Brotdose, Trinkflasche, Schulbücher – die Liste geht bekanntlich weiter.

„Die Kinder waren von der Idee und von Robbie ganz begeistert und wollten mitmachen“, sagt Elsa Rieb, pädagogische Hilfskraft an der Servatiusschule, während ihre Schützlinge von der OGS in grünen Robbie-Hüten die Schulranzen empfangen. „Wir sparen Geld, um Kindern in Armut zu helfen, die sich keinen Schulranzen leisten können“, weiß der achtjährige Ilia, eins der Botschafter-Kinder der Servatiusschule. Sparen ist das richtige Wort. Die Mittel für die 800 Schulranzen stammen unter anderem aus dem Stärkungspakt NRW. Dieser wurde für das Jahr 2023 auf den Weg gebracht, um Menschen in sozialen Notlagen zu unterstützen. „Dieses Geld ist aber schnell weg, und der Bedarf bleibt natürlich auch für die folgenden Jahre weiter bestehen“, sagt Andrea Hillebrand vom Diakonischen Werk Bonn. Deshalb kamen für die diesjährige Schulranzenaktion die zahlreichen Privatspenden sehr gelegen. Auch überregional agierende Vereine beteiligten sich mit Geld. So auch der Tatortverein Köln, den Dietmar Bär, Klaus J. Behrendt und Joe Bausch, bekannt aus dem Kölner Tatort-Krimi, gegründet haben.

Nach der Schulranzen-Aktion ist aber noch nicht Schluss, denn „nachher beraten wir noch zusammen, was wir für die Kinder tun können, wenn sie demnächst in die Schule kommen“, sagt Andreas Etienne, Bonner Kabarettist vom Haus der Springmaus und Robin Good-Pate. Seit einem Jahr engagiert der Kabarettist sich für die Unterstützung von sozial benachteiligten Kindern. „Uns Paten geht es darum, Kinder aus sozial benachteiligten Familien zu fördern und einen normalen Schuleinstieg, aber auch Schulalltag zu ermöglichen.“ Besonders alleinerziehende Elternteile hätten es schwer, da sie neben der Arbeit auch mit der Betreuung des Kindes zu tun haben, meint Etienne. „Gerade die brauchen besondere Unterstützung.“

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