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Neues Buch über Bonn: Roman über Ludwig und die Eierdiebin

Neues Buch über Bonn : Roman über Ludwig und die Eierdiebin

Manfred und Andrea Bastian haben einen Beethoven-Roman geschrieben. Auch die Musik der 70er Jahre und bekannte Beueler Orte spielen darin eine wichtige Rolle.

Auf den ersten Blick scheint sie nicht viel zu verbinden. Zwischen dem berühmtesten Sohn Bonns und dem flippigen Mädchen aus den 1970ern besteht nur eine einzige Gemeinsamkeit: Beide leben am Rhein und beide lieben die Musik. Während die Musikwelt in diesen „Flower-Power-Jahren“ auf den typischen Beatles-Sound abfährt, spukt Beethoven im Kopf der 17-jährigen Lili. Nicht nur die dauernden Kommentare des großen Komponisten in ihren Gedanken bereiten dem Mädchen Probleme, sondern auch die Irrungen und Wirrungen der ersten Liebe.

„Ludwig und die Eierdiebin“ – unter diesem Titel haben Manfred und Andrea Bastian aus Freiburg, die früher in Beuel gewohnt haben, gemeinsam einen Bonn-Roman geschrieben, allerdings nicht unter ihren richtigen Namen, sondern unter dem Pseudonym Agnes Molin und Mats Henningh. Viel ist eingeflossen aus der Zeit in Beuel, wo Manfred Bastian auch aufgewachsen ist.

Hauptperson Lili gerät immer wieder mit Beethoven aneinander und beschimpft ihn, um ihn dann im nächsten Moment wegen seiner Erzählungen aus seinem Leben in Bonn zu bedauern. Sie treffen schließlich eine Absprache: Er hält sich zurück und sie besucht das Silvesterkonzert in der Beethovenhalle, ihm zuliebe.

Das Autoren-Ehepaar beschreibt Lili als ein ganz normales Mädchen aus Beuel. Dort verliebt sich die 17-Jährige in Axel, den Solo-Gitarristen der Band „Anybuddy“, zugleich jüngster Bruder ihrer besten Freundin Helga. Dass es bei den romantischen Treffen immer wieder zu Missverständnissen kommt, liegt sicher auch an Beethoven, der sich natürlich nicht mit Kommentaren in Lilis Kopf zurückhält. Andrea Bastian ist Trainerin für kreatives Schreiben, Manfred Bastian Musikproduzent, Komponist und ehemaliger Wirtschaftsinformatiker. Er schrieb schon früh mit seinen Freunden Songs im Stil der Beatles und lernte ebenso früh in Bonn die Musik Beethovens kennen. bneder

Musik spielt auch im Roman eine entscheidende Rolle, sei es die der Jungs aus der Beueler Band oder die unsterblichen Klänge des großen Komponisten. Und so entwickelt sich auf den 496 Seiten des Romans eine Achterbahn der Gefühle, wobei Beethoven immer wieder versucht, die Ereignisse zu beeinflussen.

Knapp zwei Jahre hat das Ehepaar, das aus beruflichen Gründen nach Freiburg umgezogen war, an seinem Erstlingswerk geschrieben. „Herausgekommen ist ein sehr witziges und humorvolles Buch mit einer Prise Geschichtsbezug“, ist Manfred Bastian überzeugt. Gemeinsam mit seiner Frau nimmt er die Leser mit auf eine Reise durch die Stadt. Es geht zum legendären Tanztee nach Beuel, ins Pfarrheim von St. Josef, auf den Münsterplatz sowie in die Remigiuskirche und ins Bonner Münster.

Natürlich spielen einige Szenen auch in den Gaststätten, die Beethovens Vater einst regelmäßig besuchte. Und die Bäckerei von Lilis Familie in Beuel spielt immer wieder eine Rolle. Der Titel des Romans „Ludwig und die Eierdiebin“ bezieht sich auf ein Erlebnis aus Beethovens Kindheit, das Lili in einem Traum auf sich bezieht.

Ludwig und die Eierdiebin, Agnes Molin und Mats Henningh, 496 Seiten, 16,99 Euro, ISBN 978-3-7565-3152-3