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Burg Limperich: Runder Tisch zur Burg Limperich

Burg Limperich : Runder Tisch zur Burg Limperich

Über die Zukunft der Limpericher Burg, die künftigen Nutzer und die Frage des erforderlichen Denkmalschutzes wird demnächst ein Runder Tisch beraten und Entscheidungen vorbereiten. Das hat die Bezirksvertretung Beuel am Mittwochabend einstimmig beschlossen.

Damit zogen die Politiker vorerst einen Schlussstrich unter den seit Monaten andauernden Streit um die ehemalige Burganlage. Auslöser des Konflikts ist die Absicht der Stadt Bonn, den dort seit 50 Jahren agierenden Amateurfunkern einen Erbpachtvertrag über 30 Jahre zuzugestehen. Im Gegenzug wollen die Funker das Denkmal auf eigene Kosten sanieren. Doch vor allem gegen die Dauer des Vertrags wehren sich der Bürgerverein Limperich und der Denkmal- und Geschichtsverein Bonn-Rechtsrheinisch. Sie befürchten, dass die öffentliche Hand den Einfluss auf die städtische Immobilie verlieren könnte.

Alle Fraktionen gaben zu verstehen, dass für sie die Informationslage nicht ausreichend sei, um in der Sache zu entscheiden. Außerdem handele es sich um Vertragsdetails zwischen Stadt und Mieter, die ausschließlich von der Verwaltung zu klären seien. Im Vorfeld hatten mehrere Politiker versucht, im Streit zu vermitteln - erfolglos. Und weil keine Partei das Thema im aktuellen Kommunalwahlkampf zerreden will, wurde nun der "Schwarze Peter" an die Stadtverwaltung zurückgegeben.

"Es ist fast schon ein Krieg um die Burg entbrannt. Der Streit muss vernünftig gelöst werden, und das geht nur im gemeinsamen Dialog, der von der Verwaltung moderiert werden muss", erklärte SPD-Fraktionschef Dieter Schaper. Auch Will Breuers (CDU) appellierte an die Kompromissbereitschaft der drei Vereine: "Es müssen und es können auch alle Interessen berücksichtigt werden. Da ein Mietvertrag existiert, besteht kein Zeitdruck. Es kann in aller Ruhe verhandelt werden."

Doro Schmitz, Fraktionssprecherin der Grünen, hält es ebenfalls für realistisch, dass alle Interessen zusammengeführt werden können: "Der dann ausgehandelte Vertrag muss aber noch einmal der Bezirksvertretung Beuel zur Zustimmung vorgelegt werden."

Zehiye Dörtlemez (FDP) hält den Runden Tisch für die einzige Lösung: "Bei der Menge an unbeantworteten Fragen fühle ich mich bezüglich einer Entscheidung überfordert." Weil die Politik keine Entscheidung herbeiführen wollte, wurden die vorliegenden Bürgeranträge allesamt vertagt.

Carl J. Bachem, Vorsitzender des Denkmal- und Geschichtsvereins, hielt eine flammende Rede für die Rettung der Burg: "Wir wollen die Funker auf gar keinen Fall vertreiben. Aber wir wollen ein Mitspracherecht bei der Sanierung der Burganlage. Außerdem fordern wir die Öffnung der Burg für die Bevölkerung."