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Neues Freizeitangebot im Bonner Bogen: Schlittschuhlaufen auf Polyethylen

Neues Freizeitangebot im Bonner Bogen : Schlittschuhlaufen auf Polyethylen

Am Bonner Bogen gibt es jetzt eine Eisbahn aus Kunststoff. Schlittschuhlaufen soll darauf genauso gut möglich sein wie auf einer normalen Eisbahn.

Das Wetter hätte nicht passender sein können: Bei leichten Minusgraden und strahlendem Sonnenschein öffnete am Mittwochmorgen die Kunsteisbahn vor dem Kameha-Hotel. Die niedrigen Temperaturen passten zwar gut zur Stimmung, sind aber zum Betrieb der Anlage eigentlich gar nicht nötig: Die Eislauffläche besteht nämlich nicht aus gefrorenem Wasser, sondern aus Polyethylen-Paneelen.

Das sei der neueste Stand der Technik, erklärte Sven Köhler, dessen Firma „Scholle12“ die Bahnen des Schweizer Herstellers Glice in Deutschland vertreibt. Zwar liege der Marktanteil solcher Kunststoffbahnen im Augenblick noch sehr deutlich unterhalb der Zehnprozentmarke, aber das werde sich in den kommenden Jahren sicherlich ändern, prophezeite er.

Die Runden, die „Kameha Food & Beverage“-Director Sebastian Leifgen probehalber drehte, sahen jedenfalls nicht nur technisch gut aus: „Das Laufgefühl unterscheidet sich nicht von jeder anderen Bahn“, so Leifgen, der auch für die Umsetzung der Eislaufidee verantwortlich zeichnet.

Optisch unterscheidet sich das Laufen auf Kunststoff auch nicht von dem auf Eis – das lag allerdings an dem wetterbedingten Tau, den die Läufer mit ihren Kufen nach kurzer Zeit in eine Auflage aus echtem Schnee verwandelt hatten.

Keine Betriebskosten

„Im Schnitt kostet der Betrieb einer Eisbahn mit einer Fläche von 200 Quadratmetern die Betreiber circa 10.000 Euro pro Monat“, so Köhler. Die fielen bei einer Kunststoffbahn komplett weg, was selbstverständlich nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sehr ökologisch und nachhaltig sei. Möglich geworden sei die Innovation durch einen neuen Werkstoff, der – wie bei echtem Eis auch – durch die Reibung der Kufen einen Flüssigkeitsfilm bilde. Die Paneele sollen mindestens zwölf Jahre halten und danach problemlos recycelfähig sein.

Die potenziellen Kunden wird neben solchen Vorteilen allerdings vor allem das perfekte Panorama und das gastronomische Begleitprogramm interessieren: „Getränke gibt es direkt an der Eisbar, und zum Après-Eislauf steht unsere Almhütte gleich nebenan zur Verfügung“, so Leifgen. Fünf Euro soll das Vergnügen kosten: Dafür darf man so lange laufen, wie man mag, und die Leihgebühr für ein Paar Schlittschuhe ist auch schon dabei.

Und für 4,90 Euro mehr sind ein Glühwein und eine Brezn mit dabei. An vier Tagen die Woche, montags und freitags ab 15 Uhr und samstags und sonntags ab elf Uhr, steht die Bahn bis Ende Januar jedermann offen. „Nach hinten raus gibt's ein Open-End“, so Leifgen. Die anderen drei Wochentage sind für Gruppen reserviert: Ab einer Personenzahl von mindestens zehn Eisläufern kann man die Bahn unter events@kamehagrand.com oder unter der Telefonnummer 02 28/43 34 58 88 reservieren.

Da die Bahn keine Energie zur Kühlung benötigt, denkt Leifgen sogar über eine Nutzung im Sommer nach: „Eislaufen in Shorts – das wär doch was.“