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Schnorrenbergstraße - Anwohner zeigen sich verärgert über Kanalbauarbeiten

Ankündigung zu kurzfristig : Anwohner zeigen sich verärgert über Kanalbauarbeiten

In der Schnorrenbergstraße wird der Kanal saniert. Anwohner beschweren sich über eine zu kurzfristige Mitteilung der Arbeiten. Die Stadt hat den Termin verschoben.

Die Anwohner der Schnorrenbergstraße in Neu-Vilich sind verärgert: Vor einigen Wochen erhielten einige von ihnen ein Schreiben der Stadt Bonn, mit dem Kanalbauarbeiten in der Straße angekündigt wurden. Demnach hätten diese schon Anfang September beginnen sollen, allerdings wurden die Anwohner erst am 22. August von den geplanten Arbeiten in Kenntnis gesetzt. Eine derart kurzfristige Ankündigung wollten die Anwohner nicht hinnehmen - zumal ihnen auch nicht mitgeteilt wurde, wie hoch der jeweilige Eigenanteil ist.

"Der Brief ging auch nur an die Bewohner bis zur Schnorrenbergstraße 39 - beim Ausbau müssen allerdings alle bezahlen", sagte Barbara Wieners-Horst dem GA. Zusammen mit ihrem Mann Christof Horst und den Nachbarn Ruth und Ulrich Dobrindt mobilisierte sie die Nachbarschaft, sich gegen die Pläne zu wehren.

Bei einer spontanen Nachbarschaftsveranstaltung wurden 56 Anwohnerunterschriften gesammelt. Das Schreiben, das an Stadtbaurat Helmut Wiesner gerichtet war, brachten die Initiatoren persönlich zum Stadthaus. In dem Brief, der auf den 26. August datiert war, forderten die Unterzeichner eine Bürgerversammlung sowie umfassende Informationen zu der Baumaßnahme seitens der Stadt. So wollten sie beispielsweise wissen, warum die Arbeiten notwendig sind und vor allem, welchen Betrag jeder Anwohner zahlen muss.

Am 17. September erhielten die Initiatoren dann eine Antwort der Stadt, mit der sie sich allerdings nicht zufrieden geben. "Offensichtlich ist in unserem Schreiben vom 26.8. nicht deutlich geworden, worum es uns geht: um Transparenz und echten Dialog", schrieben die Initiatoren in einer weiteren Antwort an Wiesner. In ihren Zeilen hätte sich die Stadt nur auf ihre rechtlichen Vorschriften berufen, argumentieren die Initiatoren. Noch immer seien viele Fragen unbeantwortet.

Beginn der Bauarbeiten wurde verschoben

Andrea Schulte vom städtischen Presseamt erklärte die Bauarbeiten: "Die Betonrohre sind korrodiert, das heißt die Betonfläche ist ausgewaschen. Die Anschlüsse sind undicht und damit der ganze Kanal". Zudem sei der Kanal zu klein für das anfallende Wasser. "Bei Überflutung würde Wasser aus den Kanaldeckeln austreten", sagte Schulte. Der Beginn der Bauarbeiten wurde von Anfang September auf den 23. September verschoben - allerdings waren auch einen Tag später noch keine Baufahrzeuge in der Schnorrenbergstraße zu sehen.

Einige Anwohner äußerten außerdem den Verdacht, dass die Baumaßnahme im Zusammenhang mit der S 13-Baustelle steht, die nur einen Steinwurf entfernt ist. Dies wies Schulte allerdings zurück: "Nein, es besteht kein Zusammenhang". Außerdem sei die Kanalsanierung schon lange vorgesehen. Laut Stadt sei die Maßnahme bereits im Abwasserbeseitigungskonzept 2012 bis 2017 enthalten und entsprechend veröffentlicht worden. Die Verwaltung teilte den Anwohnern zudem mit, dass eine Bürgerversammlung aus Kapazitätsgründen nicht möglich sei. "Bei der Schnorrenbergstraße ist lediglich die Erneuerung des Kanals aufgrund des sehr schlechten Zustandes vorgesehen und im Anschluss die Erneuerung der Straßendecke. Eine Umgestaltung - bei der selbstverständlich eine Bürgerversammlung stattfindet - ist bei der Schnorrenbergstraße nicht geplant", erklärte Schulte dem GA.

In einem ersten Schritt werden die Haltungen bis Hausnummer 39 erneuert, da für diese ein Neubau nötig ist. Für die restliche Straße sei voraussichtlich im Jahr 2020 eine sogenannte Linersanierung vorgesehen. Bei der handelt es sich um eine grabenlose Rohrsanierung.

Die Kosten für die Erneuerung des Kanals für den ersten Abschnitt betragen einschließlich Ingenieurbüro-Leistungen und Bauleistung knapp 720.000 Euro. "Hinzu kommen die Kosten der Linersanierung im restlichen Teilstück der Schnorrenbergstraße", so Schulte. Der Anteil der Eigentümer/Erbbauberechtigten der erschlossenen Grundstücke betrage 80 Prozent der beitragsfähigen Kosten, teilte die Stadt mit. "Die Ermittlung der Beitragsbelastung erfolgt, sobald die Schätzkosten für die Linersanierung vorliegen", so Schulte.

Die Bau-Information wurde den Anwohnern laut Stadt rund zwei Wochen vorher zugestellt. "Eine wesentlich frühere Mitteilung ist erfahrungsgemäß nicht sinnvoll, da die Baufirma und die damit verbundenen konkreten Bauzeiten noch nicht bekannt sind. Im Masterplan 2019 war die Maßnahme bereits für Juli dieses Jahres eingeplant", so Schulte.