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Kardinal-Frings-Gymnasium: Schüler sammeln Schulbedarf für Beueler Familien

Kardinal-Frings-Gymnasium : Schüler sammeln Schulbedarf für Beueler Familien

Schüler des Kardinal-Frings-Gymnasiums in Bonn-Beuel unterstützen Familien im Stadtbezirk. Sie haben Schulbedarf gesammelt und der Caritas gespendet. Die Aktion hat die Beueler Johannes-Nepomuk-Stiftung initiiert.

Wieder einmal haben die Schüler des Kardinal-Frings-Gymnasiums (KFG) soziales Engagement bewiesen. Trotz Schulstresses, Maskendisziplin und drohendem Sturmtief Kirsten fanden sich vier Mitglieder der KFG-Schülervertretung am Mittwochvormittag auf dem Lehrerparkplatz ein, um zahlreiche schwere Taschen und Kartons mit gespendetem Schulbedarf zusammenzutragen. Gabriele Steffen-Zündorf vom Caritasverband der Stadt Bonn nahm diese entgegen und brachte die zum Teil noch neuwertigen Utensilien ins nahegelegene katholische Familienzentrum St. Paulus. Initiiert wurde das Projekt durch die Beueler Johannes-Nepomuk-Stiftung.

„Wegen Corona, Homeschooling, Teilarbeit und so weiter ist der Bedarf an freiwilligen Zuwendungen noch größer geworden als er ohnehin schon war“, erklärte Steffen-Zündorf. Die langjährige Mitarbeiterin der Bonner Caritas, zuständig für die allgemeine Sozialberatung, spricht aus Erfahrung. „Der Bedarf in Beuel ist groß und wird von Jahr zu Jahr größer. Solche Projekte, wie die des KFG sind existenzsichernde Maßnahmen für Familien mit geringem Einkommen“, so Steffen-Zündorf.

„Jedes Päckchen und Paket steht für jeweils eine Klasse. Die gesamte Mittelstufe hat gespendet“, stellte Schülersprecherin Silvia Wolff mit Blick auf die beachtliche Ansammlung des Spendenmaterials fest. Das Engagement seiner Schüler, insbesondere der Schülervertretung (SV), hob Schulleiter Bernhard Hillen hervor. „Ich bin stolz auf unsere SV, die es trotz all der Beschwernisse im Schulalltag, insbesondere in diesen schwierigen Zeiten, immer noch schafft, sich für andere einzusetzen“, so Hillen.

Bereits in der Vergangenheit arbeiteten die Nepomuk-Stiftung, die Caritas und das KFG bei Sozialprojekten zusammen. Wobei die Stiftung als Kontaktvermittler und Organisator auftrat, während die Bonner Caritas die Aufgabe als Verteiler der Spenden übernahm. Die KFG-Schüler waren die Spendensammler. „Die Paketaktion in Zusammenarbeit mit der Nepomuk-Stiftung gibt es schon über Jahre an unserer Schule“, erklärte Yvonne Melzer, Silvia Wolffs Kollegin im Schülersprecheramt. Insbesondere sei das Projekt auf Vorstandsmitglied Andrea Profitlich zurückzuführen. Ihre Idee, im Sommer eine Spendenaktion durchzuführen, war bei den Schülern auf Zustimmung gestoßen. „An Weihnachten geben die Leute so viel. Aber wir dachten, dass wir das auch mal im Sommer machen könnten“, so die Schülerin. „Im Sommer ist der Bedarf doch ebenso groß, nur es kommt niemand auf die Idee zu helfen.“

Die Schüler des KFG organisieren auch selbst regelmäßig soziale Projekte. Bereits seit einigen Jahren besteht der im Zuge der Flüchtlingskrise entstandene schuleigene Sozial- und Hilfsfond „KFG-hilft“. Diesen machen Schüler möglich, die an schulfreien Wochentagen für den guten Zweck arbeiten. „An Tagen, wenn beispielsweise Zeugniskonferenzen oder Abi-Prüfungen anstehen, stellen wir überall in Beuel Stände auf, wo wir dann Muffins oder andere Sachen verkaufen“, beschrieb Yvonne Melzer das Projekt.

„Der KGF-Sozialfonds war zunächst das Ergebnis unserer Flüchtlingsarbeit“, fügte Hillen hinzu. „Aber beim ersten Mal ist so viel Spendengeld zusammengeflossen, dass wir beschlossen haben, es als dauerhafte Einrichtung fortzuführen. Mittlerweile kommen pro Jahr knapp 10 000 Euro für den Fonds zusammen.“ Dieses Geld werde laut Hillen dazu eingesetzt, benachteiligte Familien, insbesondere im Zuge der laufenden Digitalisierungsphase, mit Druckern und anderen Endgeräten auszurüsten. „Unser Schulpfarrer managt das Ganze. Anträge werden zeitnah und unbürokratisch bearbeitet und die Wahrung der Anonymität ist gewährleistet“, beschrieb der KFG-Schulleiter das Sozialprojekt, während er immer wieder das Engagement seiner Schüler hervorhob.

Auch an diesem Mittwoch halfen die SV-Mitglieder Silvia Wolff, Yvonne Melzer, Justus Cremer und Lina Schrage in einer Freistunde Gabriele Steffen-Zündorf beim Verladen der Spenden. Den Schülern sei es ein Bedürfnis, sich sozial zu engagieren. „Wir sind hier so privilegiert, da ist es auch mal schön, wenn man was abgeben kann“, stellte Schülersprecherin Wolff fest. „Außerdem macht es auch großen Spaß“, fügte Mitschülerin Melzer hinzu.