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Ernst-Kalkuhl-Gymnasium in Beuel: Schüler spenden Geld aus der Abi-Kasse für wohltätige Zwecke

Ernst-Kalkuhl-Gymnasium in Beuel : Schüler spenden Geld aus der Abi-Kasse für wohltätige Zwecke

Rund 4200 Euro aus der Abi-Kasse haben Schüler des Abiturjahrgangs 2019 am Ernst-Kalkuhl-Gymnasium für wohltätige Zwecke gespendet. Unter anderem unterstützen die ehemaligen Schüler eine Schuleinrichtung in Haiti.

Rund 4200 Euro waren in der Abi-Kasse übriggeblieben. Statt die Einnahmen anderweitig auf den Kopf zu hauen, haben die Schüler des Abiturjahrgangs 2019 am Ernst-Kalkuhl-Gymnasium das Geld für wohltätige Zwecke gespendet. Stellvertretend für alle Absolventen überreichten Carl Eck (19) und Ben Platen (19) eine symbolische Schultasche an Marie-Josée Franz, die als Vermittlerin zwischen dem der Schule angeschlossenen Verein Integer und einer Schule auf Haiti fungiert.

„Das Geld stammt von verschiedenen Aktionen und auch aus den Erlösen des Abiballs“, erklärt Eck. Mit der Kasse habe man 2019 den Abiball finanziert, so die Ehemaligen. „Glücklicherweise ist noch Geld übriggeblieben, das jetzt an nützliche Projekte geht“, sagt Platen. Mit 3400 Euro unterstützen die ehemaligen Schüler eine Schuleinrichtung in Haiti. Damit sollen im kommenden Jahr Lehrergehälter und Lebensmittel bezahlt werden.

Sie habe sich über die unerwartete Spende sehr gefreut, erzählt Marie-Josée Franz. „In Zeiten von Corona ist so eine Summe ein riesiges Glück für uns.“ Normalerweise würde man aus verschiedenen Aktionen die Spenden erhalten, durch die Corona Pandemie seien aber die Veranstaltungen und damit viele Einnahmen weggebrochen, berichtet die Bonnerin.

Unter den Veranstaltungen, die ausfallen mussten, war auch ein Sozialtag im Mai, bei dem Schüler des Ernst-Kalkuhl-Gymnasiums für den guten Zweck einen Tag lang arbeiten gehen. „Wir hatten keine Möglichkeiten, Spenden einzusammeln und wussten nicht, wie wir nächstes Jahr die Lehrer in der Einrichtung bezahlen sollen.“

2010 gegründet

Mit der Spende sei man jetzt sicherer aufgestellt, denn „das Geld ist in Haiti mehr wert als hier.“ Zum Vergleich: Ein Lehrer soll im Monat durchschnittlich 150 US-Dollar verdienen. „Zurzeit sind 20 Lehrer an der Schule angestellt, die rund 400 Schüler unterrichten“, erzählt Franz, die auch die Schwester der Schulgründerin Claudette Leconte ist.

Seit einigen Jahren lebt Franz in Bonn und stellt den direkten Kontakt zur Schule und zum Waisenhaus dar. Daraus sei auch der 2010 gegründeten schulische Verein „Integer“ entstanden, der Unterstützung beim Aufbau der „École Notre Dame de la Médaille Miraculeuse“ leistet. „Haiti hat das Geld nötiger als wir“, befindet Platen. Zudem sei der Inselstaat von der Corona Pandemie stark betroffen. „Die Grenzen sind zurzeit geschlossen, das hat zufolge, dass keine Waren mehr ins Land kommen“, erklärt Eck. Durch die Lieferengpässe seien die Lebensmittelpreise in die Höhe gestiegen. „Die Ausgaben unserer Partnerschule, die auch ein Waisenhaus ist, sind gewachsen; da helfen wir gerne“, so Platen und Eck, die die Einrichtung erst im Winter besucht hatten.

„Wir waren vor Ort und konnten nachvollziehen, was mit dem Geld passiert“, sagt Platen. „In Haiti sind die Menschen ärmer, man sieht viel Müll und Schmutz auf den Straßen - die Einrichtung ist hingegen für die dortigen Verhältnisse wirklich schön gestaltet“, erzählt Eck und ergänzt: „Da ist echt was entstanden.“ Auch einen Unterschied zu den Jugendlichen aus Bonn konnte er ausmachen. „Die Kinder in Haiti spielen mit Murmeln und Karten; elektronische Geräte sind hingegen nicht so verbreitet.“ Und Platen ergänzt: „Es wird viel getanzt, Musik gehört und es ist alles so lebendig dort.“

Die Bonner haben gelernt, dass man auf viel Materiales gut verzichten kann. „Wir hatten nicht viel dabei und es hat uns letztendlich auch nicht gefehlt.“ Um ihrer Schule ein wenig zurückzugeben, spendeten die Absolventen auch 800 Euro an den Förderkreis. Mit dem Geld werden Schulmaterialen angeschafft und Schüler unterstützt, erklärt Lehrerin Monika Willcke, die auch Vorsitzende des Vereins Integer ist.