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Kunst für Beueler Gymnasium: Schülerinnen weihen ihre Skulptur selbst ein

Kunst für Beueler Gymnasium : Schülerinnen weihen ihre Skulptur selbst ein

Etwa 70 Gäste nehmen an der einzigen Feier zum 100-jährigen Bestehen des Sankt-Adelheid-Gymnasium teil. Am Haupteingang haben Kunstlehrerin und Schüler ein Kunstwerk geschaffen.

Die neue Skulptur vor dem Hauptgebäude des Sankt-Adelheid-Gymnasiums (SAG) ist am Sonntag enthüllt worden. Künstler Marco Di Piazza hatte sie anlässlich des 100-jährigen Schuljubiläums geschaffen. Die Feier war die einzige, die nun aufgrund der aktuellen Beschränkungen in kleinerem Rahmen stattfinden konnte. „Damit sind die Feierlichkeiten auch schon vorbei“, sagte der neue Schulleiter Christoph Oldeweme. Daran nahmen etwa 70 Personen teil, darunter nur jene 13 Schülerinnen, die am Kunstprojekt beteiligt waren.

Die Idee zu dieser Skulptur hatte Jutta Kraus, Kunstlehrerin am SAG, bereits 2018. Ihre Vorstellung, ihre Ideen und ihre Überzeugungskraft fielen beim damaligen Schulleiter Egbert Bachner auf fruchtbaren Boden. „Dies ist aber kein Denkmal“, so Bachner, „denn die Schule lebt.“ Die Bezeichnung „Denk mal“ würde viel besser passen.

Die Skulptur steht nicht mittig auf der Rasenfläche, sondern auf dem Kreuzungspunkt Haupteingang Kapelle und Haupteingang und ist umgeben von 13 Platten mit dem eingravierten Namen jeder Schülerin, die am Projekt teilnahm.

Di Piazza in Bonn durch Skulpturen-Parcours bekannt

Der italienische Künstler Marco Di Piazza, der Architektur und Bildhauerei in Florenz studiert hatte, ist in Bonn durch seinen Skulpturen-Parcours „Vom Rhein zur Universität“ bekannt geworden. Diesen hatte er zum 200-jährigen Bestehen der Universität Bonn 2018 aufgebaut. Entlang der Achse Rhein, Hofgarten und Poppelsdorfer Allee zeigte er sieben Großskulpturen.

Genau so eine Achse hatte Jutta Kraus im Kopf, als sie daran dachte, mit der Sprache der Kunst dem SAG zum Jubiläum ein Denkmal setzen zu können. „Bei dieser Vorstellung dachte ich an Marco Di Piazza und eine Zusammenarbeit dieses professionellen Bildhauers mit Oberstufenschülerinnen im Kunstunterricht“, berichtete Kraus. „Eine solche kreative Kooperation als Projekt, an deren Ende ein eindrucksvolles Kunstwerk stünde, wäre das nicht ein spannendes Unterfangen für alle Beteiligten?“

Nach motivierenden Gesprächen mit dem damaligen Schulleiter Bachner nahm sie Kontakt mit dem Künstler auf. Mit folgenden Worten sagte Kraus: „Das Suggestive und die Ausdruckskraft seiner Arbeiten schien eine Möglichkeiten zu eröffnen, den Geist unserer besonderen katholischen Mädchen-Schule, der seit 100 Jahren Gültigkeit besitzt, wach zu halten und gleichzeitig anlässlich des Jubiläums ein beständiges Zeichen zu setzen.“ Damit fasste Kraus auch die Erwartungshaltung und die Ziele dieser Zusammenarbeit zusammen.

Die 13 am Projekt beteiligten Schülerinnen besuchten vor den Sommerferien die Stufe elf. Geplant waren einige Wochen, letztlich währte das Projekt etwa ein halbes Jahr – auch aufgrund des Engagements von Di Piazza und den Schülerinnen. „Am Ende des intensiven Prozesses steht nun tatsächlich ein inspirierendes ‚Denkmal‘ vor unseren Augen, das aus der Synthese der Arbeit unserer Schülerinnen und der des Künstlers erwachsen ist“, sagte Kraus bei der Enthüllungsfeier.

Lob für Zusammenarbeit mit Schülerinnen

Lobende Worte fand Di Piazza für die Zusammenarbeit mit den Schülerinnen: „Zu Beginn unserer Arbeit hatte ich mir gewünscht, dass die jungen Damen durch die kreative Tätigkeit Gelegenheit bekämen, über sich selbst und die Rolle nachzudenken, die ihre Schule für sie jetzt und im Hinblick auf die Zukunft spielt.“ Und er fügte hinzu: „Dieser Wunsch ist genau so in Erfüllung gegangen, und das hat mich besonders gefreut.“

In seiner Arbeit habe Di Piazza den Gedanken der Dualität in den Vordergrund gestellt. „Finden sich in meiner Form nur freier Schwung und Leichtigkeit im Flug oder erkennt man im unteren Bereich Kräfte, die etwas anderes ausdrücken?“ Für Di Piazza schließt sich die rhetorische Frage an, ob beim Fliegen die Erde nicht genauso wichtig sei, wie der Himmel?

So wurde die neue Skulptur auf dem SAG-Gelände am Ende des Schaffensprozesses „Terra e volo“ („Erde und Flug“) benannt – Nomen est Omen.