Food-Sharing am Jugendzentrum Haus Michael So funktioniert die neue „BrauchBar“ in Schwarzrheindorf

Schwarzrheindorf · Das Jugendzentrum Haus Michael in Schwarzrheindorf möchte etwas gegen die Verschwendung von Lebensmitteln tun. Deshalb haben die Kinder und Jugendliche ein Food-Sharing-Projekt gestartet. Was die „BrauchBar“ bewirken soll und welche Regeln beachtet werden müssen.

Über die Eröffnung der neuen „BrauchBar“ in Schwarzrheindorf freuen sich auch die Kleinsten.

Über die Eröffnung der neuen „BrauchBar“ in Schwarzrheindorf freuen sich auch die Kleinsten.

Foto: Benjamin Westhoff

Der Großteil der Lebensmittelabfälle in Deutschland entsteht in privaten Haushalten. Jeder Verbraucher und jede Verbraucherin wirft nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes demnach etwa 78 Kilogramm Lebensmittel im Jahr weg. Das muss aber nicht so bleiben, meint die Katholische Jugendagentur Bonn (KJA) und hat deshalb nun am Schwarzrheindorfer Jugendzentrum Haus Michael die „BrauchBar“ eröffnet.

Wie die Leiterin des Jugendzentrums, Kathrin Klevenhaus, erläutert, ist das Food-Sharing-Angebot zu den Öffnungszeiten des Hauses an der Bergheimer Straße 9 für alle zugänglich, also montags bis freitags von 14.30 bis 21 Uhr. „Jeder ist in diesen Zeiten herzlich eingeladen, Lebensmittel hineinzulegen oder herauszunehmen“, sagt sie. „Leider landen viel zu viele Lebensmittel im Müll. Das wollen die Kinder und Jugendlichen ändern.“ Die Idee zur „BrauchBar“ wurde im Haus Michael geboren, weshalb es selbstverständlich ist, dass die Kinder das kleine Häuschen mit Lagerflächen, Kühlschrank und Beleuchtung auch selbst verwalten.

Welches pädagogische Konzept dahinter steht

Die „BrauchBar“ ist ein kleines, verschließbares Gartenhaus mit barrierefreiem Zugang, das als Zentrum für das Food-Sharing-Projekt dient und für Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen zugänglich sein soll. Dieses Gartenhaus soll Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen ansprechen und zum Mitmachen einladen. Das Gartenhaus symbolisiert nicht nur die Idee des Teilens, sondern wird zu einem lebendigen Treffpunkt für nachhaltige Aktivitäten und Austausch. Die Integration eines Gartenhauses in das pädagogische Konzept der „BrauchBar“ verstärkt nicht nur die praktischen Aspekte des Tauschens und Teilens, sondern schafft auch einen physischen Ort, der die Werte der Nachhaltigkeit verkörpert.

Welche Ziele erreicht werden sollen

Bewusstsein für Nachhaltigkeit: Das primäre Ziel des Projekts ist es, bei den Kindern und Jugendlichen ein Verständnis für Nachhaltigkeit zu entwickeln. Durch die direkte Einbindung in das Projekt sollen sie erkennen, wie ihre Handlungen den ökologischen Aspekt beeinflussen. Dieses Bewusstsein legt den Grundstein für eine nachhaltige Denkweise und ein verantwortungsbewusstes Verhalten im Alltag.

Bildung und Teilhabe durch Praxis: Das Projekt soll als Plattform dienen, auf der die Kinder und Jugendlichen lernen, wie sie ihre individuellen Handlungen auf ökologische, soziale und ökonomische Aspekte abstimmen können. Durch weitere Workshops und praktische Durchführungen sollen sie in die Lage versetzt werden, Sichtweisen und Prozesse in Bezug auf Nachhaltigkeitsprinzipien zu erlernen. Gleichzeitig soll die „BrauchBar“ als ein Ort der aktiven Teilhabe fungieren, an dem die Kinder und Jugendlichen selbst mitgestalten und ihre Interessen einbringen können.

Sozialkompetenz und Gemeinschaftsgefühl: Das Projekt soll die Entwicklung von Sozialkompetenz fördern und das Gemeinschaftsgefühl unter den Kindern und Jugendlichen stärken. Durch kooperative Aktivitäten, Teamprojekte und die Möglichkeit, in Arbeitsgruppen mitzuarbeiten, sollen sie befähigt werden, effektiv zusammenzuarbeiten, Konflikte zu bewältigen und Empathie entwickeln. Dies kann nicht nur ihre sozialen Fähigkeiten stärken, sondern kann auch eine starke Gemeinschaft schaffen, die sich für nachhaltiges Handeln einsetzt.

Sachkompetenz und praktisches Wissen: Im Laufe des Projekts sollen die Kinder und Jugendlichen praktische Fähigkeiten erwerben, die sie befähigen, Ressourcen nachhaltig zu nutzen und zu teilen. Sie sollen Sachkompetenz erlangen, die nicht nur ihr persönliches Leben bereichert, sondern die auch die Grundlage für zukünftige, berufliche und persönliche Entwicklungen legt.

Verantwortung und Eigeninitiative: Die „BrauchBar“ soll den Kindern und Jugendlichen die Verantwortung für das Projekt übertragen. Sie können lernen, wie wichtig es ist, sich aktiv für die Instandhaltung, Weiterentwicklung und den reibungslosen Ablauf einzusetzen. Dies soll Eigeninitiative, Engagement und das Gefühl fördern, dass sie einen Beitrag zur positiven Veränderung leisten können. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sollen Verantwortung für das Gartenhaus und das Projekt insgesamt übernehmen. Sie sollen lernen, wie sie den Raum pflegen, organisieren und für eine nachhaltige Nutzung sorgen können. Dies kann ihr Bewusstsein für die Bedeutung von Ressourcenschonung und gemeinschaftlicher Verantwortung stärken.

„Nachhaltigkeit ist ein ganz wichtiges Thema in der Katholischen Jugendagentur Bonn“, sagt Jugendzentrums-Leiterin Kathrin Klevenhaus. „In allen KJA-Einrichtungen wird dieses wichtige Thema behandelt, zum Beispiel mit Tauschprojekten für Sachgegenstände oder auch Bücherschränke.“ Das Tolle an der „BrauchBar“ ist, dass sie öffentlich zugänglich ist und alle Menschen sie nutzen können.

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