Bonner Weihnachtsaktion Schwarzrheindorfer Jugendliche engagieren sich für Obdachlose

Schwarzrheindorf · Jugendliche backen Kekse, packen Weihnachtstüten und sammeln Kleiderspenden. Am Donnerstag verteilen sie die Geschenke unter Bedürftigen in Bonn.

 Die stellvertretende Leitung Kathrin Klevenhaus backt mit Niklas Müller, Stanley Salm und Elena Bertram (v.l.) Plätzchen für Obdachlose im Haus Michael.

Die stellvertretende Leitung Kathrin Klevenhaus backt mit Niklas Müller, Stanley Salm und Elena Bertram (v.l.) Plätzchen für Obdachlose im Haus Michael.

Foto: Horst Müller

Kneten, rühren, formen, verzieren: Nicht nur in der Weihnachtsbäckerei gibt es manche Kleckerei, sondern auch in der Küche der Offenen Tür Haus Michael in Schwarzrheindorf. Während die einen noch die verschiedenen Zutaten genauestens abwiegen, verrühren die anderen schon die Nussmischung und fügen noch ein paar Gewürze hinzu.

Mit viel Eifer waren die jungen Bäcker aus der Kochgruppe der OT im Alter zwischen 14 und 21 Jahren am Donnerstag bei der Arbeit. Mehr als 20 Bleche mit Nussecken, Spritzgebäck, Butterkeksen sowie Lebkuchen sollten an diesem Abend in den Ofen geschoben werden.

Die süßen Naschereien sind allerdings nicht für die nächsten Treffen in der OT bestimmt, erklärt Kathrin Klevenhaus, stellvertretende Leiterin der Einrichtung. Das Gebäck werden die Jugendlichen am Donnerstag, 30. November, ab 18 Uhr an Obdachlose in der Bonner Innenstadt verteilen, um ihnen so eine kleinen Weihnachtsfreude zu bereiten.

Von der Dankbarkeit der Menschen beeindruckt

Bereits seit drei Jahren engagieren sich die jungen Besucher vom Haus Michael für Nichtsesshafte in der Stadt. In der Adventszeit gehen sie durch die Bonner City und sprechen gezielt Obdachlose an. „Sie backen und packen rund 25 Tüten, die mit Weihnachtsplätzchen sowie Obst gefüllt werden“, stellt Klevenhaus die Aktion vor.

Allerdings legen die jungen Schwarzrheindorfer auch Wert darauf, dass sie mit den Betroffenen ins Gespräch kommen. „Wir sind immer alle sehr berührt und bewegt von den Geschichten, die uns erzählt werden“, sagt sie. Zudem seien die Jugendlichen von der tiefen Dankbarkeit der Menschen sehr beeindruckt. „Es macht uns aber auch traurig wenn wir erfahren, wieso sie auf der Straße gelandet sind. Wir treffen immer auch Obdachlose, die kaum älter sind als unsere Jugendlichen“, ergänzt sie.

Kleidung, Decken und Schuhe werden verteilt

Nicht nur mit dem Verteilen der Weihnachtstüten wollen die Jugendlichen helfen. Seit Tagen sammeln sie bereits gut erhaltene Kleidung, Decken sowie Schuhe. Die werden zunächst im Haus an der Bergeimer Straße gelagert und sortiert, bevor sie in große Tasche gepackt, mit in die City genommen und verteilt werden. „Wir nehmen so viel mit, wie wir tragen können“, verspricht die stellvertretende Leiterin.

„Die Betroffenen können sich aussuchen was sie wollen. Manchmal wird gleich auf der Straße etwas anprobiert“, freut sie sich über den Erfolg, den die Aktion in der Vergangenheit hatte. Was keinen Abnehmer findet, das wird in Kooperation mit örtlichen Vereinen, die sich in der Obdachlosenhilfe engagieren, verteilt.

„Wir sind sehr stolz wenn wir sehen, mit wie viel Engagement sich die Jugendlichen für andere einsetzen. Allerdings wissen wir auch, dass diese Aktion nachbereitet werden muss. Denn es ist nicht immer einfach für die jungen Menschen mit den Geschichten und den Schicksalen umzugehen“, weiß die Freizeitpädagogin aus den vergangenen Jahren.

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