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Weihnachtliches Beuel: Schwebende Wäscherprinzessin

Weihnachtliches Beuel : Schwebende Wäscherprinzessin

Wäscherprinzessin Lena I. hat den Weihnachtsbaum vor dem Beueler Rathaus geschmückt. Unterdessen nimmt die „Aktion Adventsfenster“ Fahrt auf.

Weihnachten wirft seine Schatten voraus. Seit einigen Tagen steht der Weihnachtsbaum vor dem Beueler Rathaus. Am Donnerstagnachmittag hat er aus beinah adliger Hand seinen Schmuck bekommen. Der „noch nit ävver bald“ Wäscherprinzessin Lena I. (Obliers) war es vorbehalten, den gut sechs Meter großen Weihnachtsbaum auf dem Rathausvorplatz zu schmücken. Unterstützt wurde sie dabei von Schausteller Hubert Markmann mit seinem Kranwagen, der immer dabei ist, wenn er helfen kann. „Wir Schausteller sind ja dazu geboren, anderen Menschen Freude zu bereiten. Trotz pandemiebedingtem Berufsverbot lasse ich es mir nicht nehmen, auch in diesen Zeiten anderen Freude zu bringen, ehrenamtlich und unentgeltlich.“

„Ich finde es eine sehr schöne Idee und eine große Ehre, dass ich den Baum schmücken darf. Nur schade, dass in diesem Jahr die Kinder nicht dabei sein dürfen“, sagte Lena I., bevor sie mit dem Baumschmuck zu ihrem Rundflug in die Lüfte vor dem Rathaus entschwebte. Dafür hängte sie dann Schmuck in den Baum, den die Kinder in den vergangenen Jahren gebastelt hatten. In gut sechs Meter Höhe ließ Markmann sie um den Baum gleiten, damit sie die schön verpackten Päckchen im Baum befestigen konnte. Als sie nach rund 30 Minuten wieder festen Boden unter ihren Füßen hatte, fand sie auch noch lobende Worte für die Aktion „Beueler Adventsfenster“: „Finde ich eine klasse Idee, dass man das in diesem Jahr so schön umsetzt.“

Bezirksbürgermeisterin Lara Mohn hat die Beueler aufgerufen, ihre Fenster zu schmücken. Dazu gibt es den leuchtenden Aufruf auf dem Rathausplatz. Foto: Benjamin Westhoff

Beuels neue Bezirksbürgermeisterin Lara Mohn hatte vor einigen Tagen zu diesem „Beueler Adventsfenster“ aufgerufen. „Alle Beuelerinnen und Beueler sowie Vereine, Geschäfte und Institutionen in Beuel sind aufgerufen, mitzumachen und bunte Lichtblicke in der Vorweihnachtszeit zu gestalten“, so Mohn. Ein zur Straße hin gelegenes Fenster möge weihnachtlich gestaltet und von innen abends für zwei Stunden beleuchtet werden. „So schaffen wir gemeinsam viele kleine Lichtblicke in der dunklen Jahreszeit und eine coronakonforme Möglichkeit, die Vorfreude auf Weihnachten in Verbundenheit mit anderen gemeinsam zu erleben.“ Die Adventsfenster-Aktion diene als Symbol für das Miteinander und den Zusammenhalt in der momentanen schwierigen Zeit der Corona-Krise.

Das erste Adventsfenster erstrahlt bereits seit dem 1. Dezember im Beueler Rathaus. Die Fenster sollen täglich von 17 bis 19 Uhr beleuchtet werden. Durch die abgestimmten Beleuchtungszeiten können die Beuelerinnen und Beueler in dieser Zeit kleine Abendspaziergänge machen und dabei sicher sein, an vielen Stellen leuchtende Ecken zu entdecken. „Machen Sie gerne von draußen ein Foto von Ihrem beleuchteten Adventsfenster und senden Sie es mit Angabe der Straße, in der es zu entdecken ist, an bezvst.beuel@bonn.de. Das Foto Ihres Adventsfensters wird dann auf www.bonn.de/beueler-adventsfenster erscheinen“, schreibt die Bezirksverwaltungsstelle Beuel zu dieser Aktion.

Eine der Ersten, die sich mit einem Adventsfenster gemeldet hat, ist Simone Himmel aus Holzlar. „Es ist unter dem Eindruck einer diesjährigen Reise an den Polarkreis zum Weihnachtsmanndorf entstanden“, teilt sie dem GA auf Anfrage mit. Andere Fenster hat sie weihnachtlich geschmückt. „Ich wollte ein Fenster für Kinder und Erwachsene, die sich gerne an die Kindheit mit Weihnachtsmann und Wünschen oder Geschenken erinnern, gestalten.“ In der Adventszeit wird sie an den Wochenenden Weihnachtsgrüße schreiben und Weihnachten selbst im engsten Kreis der Familie verbringen.

Im Fenster von Andreas Vogt an der Hermannstraße leuchtet jetzt ein Stern. „Wir schmücken immer zur Adventszeit die Fenster und die Wohnung, um uns und anderen Freude zu bereiten, insbesondere in diesen schweren Corona-Zeiten“, sagt er. „Leider schmücken in meinen Augen viel zu wenig Menschen.“

Auch das Heimatmuseum an der Wagnergasse nimmt an dieser Aktion teil. „Ein ganzer Raum im Erdgeschoss des Steinhauses wurde freigeräumt, um einer Krippe Platz zu machen. Einige Schafe, ein Ochse und natürlich ein Esel scharen sich um die Krippe in Erwartung des Jesus-Kindes“, berichtet Christina Bertram-Mayer, stellvertretende Geschäftsführerin des Heimat- und Geschichtsvereins Beuel am Rhein (HGV). Zu sehen ist alles durch das Museumsfenster neben dem Eingang. Das Museum selbst wird auch im Dezember geschlossen bleiben. Der HGV hofft jedoch, im Neuen Jahr die Pforten bald wieder öffnen zu dürfen. „Wir freuen uns auf ein gesundes Wiedersehen“, steht so lange auf einem Banner über dem Eingangstor.