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Seilbahn in Bonn: Diskussion über Standort der Station in Beuel

Diskussion über Standort : Wo soll die geplante Seilbahn in Beuel halten?

Wo soll die geplante Seilbahn in Bonn halten - in Ramersdorf in Beuel oder doch auf der linken Rheinseite? Diese Frage soll nun Stadtbaurat Helmut Wiesner in der Sitzung der Bezirksvertretung Beuel an diesem Dienstag klären.

Hält künftig die geplante Seilbahn in Ramersdorf am Schießbergweg oder am U-Bahnhof - oder fährt sie gar nicht auf die rechte Rheinseite und endet wie ursprünglich geplant am UN-Campus auf der linken Rheinseite? Fragen über Fragen und deshalb wird mit Spannung die Sitzung der Bezirksvertretung Beuel an diesem Dienstag, 11. August, erwartet.

Auf der Tagesordnung des Stadtbezirksparlaments steht unter anderem das in den vergangenen Wochen heftig diskutierte Seilbahnprojekt, dass zur Entlastung der vorhandenen Ost-West-Verkehrsachsen zum Universitätsklinikum Bonn auf dem Venusberg führen soll. Wegen unterschiedlicher Aussagen von Mitarbeitern der Bonner Stadtverwaltung zum Planungsstand und zur Beschlusslage ist es in der Bürgerschaft und in der Politik zu Irritationen gekommen (der GA berichtete).

Stadtbaurat Wiesner soll persönlich nach Beuel kommen

Um gemeinsam auf einen aktuellen Stand bei dem für Bonn so wichtigen Nahverkehrsprokets zu kommen, hat die aus CDU, SPD und FDP bestehende Mehrheitskoalition einen Antrag zum Thema Seilbahnbau gestellt. Und gleich noch eine dringliche Bitte an die Stadtspitze gerichtet: Stadtbaurat Helmut Wiesner soll persönlich im Beueler Rathaus den Sachstand und die weitere Vorgehensweise erläutern.

Offiziell gibt es keine Stellungnahme, ob Wiesner dem Wunsch der Politiker nachkommen wird. Inoffiziell war indes zu erfahren, dass der Beigeordnete den Gang nach Beuel antreten wird. „Wir erwarten, dass die Stadt Bonn uns umfänglich über den aktuellen Verhandlungsstand informiert. Die Aussagen von Stadtbaurat Wiesner von Mitte Juli haben für Verärgerung und Frustration gesorgt“, erklärte Beuels Bezirksbürgermeister Guido Déus.

Der Beigeordnete, der unter anderem für die Verkehrsplanung in der Bundesstadt zuständig ist, hatte gegenüber dem GA unmissverständlich erklärt, dass die Trassenführung für die geplante Seilbahn feststehe und Routenänderungen nicht mehr möglich seien. Wiesner beruft sich dabei auf die seit 2017 in Ausschusssitzungen und im Stadtrat diskutierten Verwaltungsvorlagen. Allerdings: Die große Mehrheit der am Thema beteiligten Politiker kann sich nicht daran erinnern, dass ein rechtsverbindlicher Beschluss gefasst worden ist, der eine Aussage über den definitiven Verlauf der Seilbahn macht.

Rolf Beu, Vorsitzender des städtischen Planungsausschusses und verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Ratsfraktion, sagte bereits kurz nach den Wiesner-Statements Mitte Juli: „Mir ist kein Beschluss bekannt.“

Die Koalition fordert die Verwaltung auf, als mögliche erste Beueler Seilbahn-Station gleichberechtigt die Haltepunkte U-Bahnhof Ramersdorf und Haltestelle Schießbergweg beziehungsweise künftiger Haltepunkt der S13 in Ramersdorf zu prüfen. Geht es nach dem Willen der Beueler Politik soll es sich bei beiden Haltepunkten nur um Zwischenstationen für eine Verlängerung in die Beueler Siedlungsgebiete „Om Berg“ handeln.

Neben den verkehrs- und planerischen Aspekten soll auch von der Verwaltung untersucht werden, wie es um folgende Entscheidungskriterien steht: ÖPNV-Anbindung, Park&Ride-Plätze, Fahrradstellpätze sowie Zufahrts- und Rettungswege. Die Verwaltung wird weiter gebeten, einen optimalen Beueler Seilbahnendpunkt in der Region „Om Berg“ (Holtorf, Roleber, Gielgen, Hoholz, Ungarten) zu suchen.

Vorstoß von Wiesner kam zur „Unzeit“

„Der Vorstoß von Herrn Wiesner kam aus Beueler Sicht zur Unzeit. Die Verwaltung hat bislang weder die Bezirksvertretung Beuel noch die Bürgerschaft mit diesem Thema konfrontiert. Und jetzt wird von der Stadtspitze der Eindruck vermittelt, es sei schon alles entschieden. Das hat mit Bürgerbeteiligung und transparenter Informationspolitik nichts mehr zu tun“, ärgert sich SPD-Ratsherr Dieter Schaper.

Und Martin Eßer (FDP) ergänzt: „Wichtig ist uns, dass von der Verwaltung geprüft und offen gelegt wird, welchen Nutzen die Seilbahn für wen genau haben soll, welche Belastungen auf die Anwohner zukommen hinsichtlich der Größe des Bauwerks und der Lärm- und Verkehrsbelastung.

Außerdem sollte eine Seilbahn zukunftsfähig sein und nicht ohne Umsteigeoptionen und Ausbaumöglichkeiten in einem ohnehin schon sehr verdichteten Bereich des Beueler Südens enden.“

 Aus Reihen der Opposition hört man andere kritische Stimmen. „Bevor jetzt zusätzliche Prüfaufträge für noch weitergehende Verlängerungen hoch auf den Berg erteilt werden, muss die Verwaltung erst einmal die schon lange angekündigte Kosten-/Nutzenanalyse vorlegen. Die Verwaltung muss endlich mit offenen Karten spielen und belegen, dass beim Seilbahnprojekt der verkehrliche Nutzen die Kosten rechtfertigt. Wir sind da durchaus skeptisch“, sagte Achim Joest, Bezirksverordneter der Partei „Die Linke“ dem GA.

Die Sitzung der Bezirksvertretung Beuel beginnt am Dienstag, 11. August, um 17 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses, Friedrich-Breuer-Straße 65.