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Kunst in Beuel: Skulpturen auf der Streuobstwiese

Kunst in Beuel : Skulpturen auf der Streuobstwiese

Frische Kunst statt frischer Früchte. Auf einer Streuobstwiese in Oberholtorf sind bei der Sommerausstellung „by the way“ Skulpturen zu sehen. Ein Vergnügen im Vorbeigehen.

Gemütlich durch die Natur spazieren und dabei Kunstwerke bewundern: Dieses doppelte Vergnügen ist noch bis Ende August bei einem Ausflug zur Streuobstwiese Am Erlenpesch möglich. Bei einem Rundgang entlang der ein Hektar großen Streuobstwiese warten 15 Skulpturen darauf, entdeckt zu werden.

Rudolf Lensing-Conrady, Eigentümer der Wiese, hatte die Idee zu dieser Freiluft-Ausstellung: „Wir hatten schon immer großes Interesse an Kultur und machen hier ja auch regelmäßig Musik. Als ich eines Tages einige Fichten fällen musste, kam mir die Idee, dass man den toten Baumstümpfen doch neues Leben einhauchen könnte“, berichtete Lensing-Conrady.

In Guido Wolf hatte er einen Bekannten gefunden, der die Idee, aus Naturmaterialien neue Kunstwerke zu kreieren, mit großer Freude aufnahm. Der seit drei Jahren künstlerisch aktive Unternehmensberater verbindet unter dem Motto „Erhalten und Gestalten“ Naturmaterialien mit ungewöhnlichen Utensilien wie beispielsweise alten Stahlträgern zu einem neuen Kunstwerk. „Mir gefällt es, wenn ein altes Objekt eine neue Bedeutung erhält und in die Landschaft integriert wird“, erklärte Wolf. So hat er beispielsweise aus Metall und Holzstücken Figuren geformt, die eine auf der Bühne spielende Band bilden – eine kleine Andeutung an Lensing-Conrady´s Liebe zur Musik.

Etwa die Hälfte der 15 auf der Streuobstwiese zu sehenden Skulpturen stammt von Wolf, die übrigen hat Reinhard Dobat kreiert. Nach seinem Eintritt ins Rentenalter entdeckte der selbstständige Berater seine künstlerische Ader – mit großem Erfolg: In seinem Atelier in Holzlar hat Dobat schon viele Kunstwerke entworfen, die bereits in zahlreichen Ausstellungen zu sehen waren.

Als er während eines Spaziergangs entlang des Erlenpeschs zufällig von der geplanten Kunstausstellung erfuhr, zögerte Dobat nicht lange und bot eine Auswahl an Skulpturen aus seinem Fundus an. Zu dieser Auswahl zählt unter anderem die Figur „Tanz“, zu der sich Dobat von dem Gedicht „Die Nächte der Tino von Bagdad“ von Else Lasker-Schüler hat inspirieren lassen. Bei zahlreichen seiner Skulpturen hat sich Dobat intensiv mit dem Thema Beziehungen auseinandergesetzt – Paar-Beziehungen spielen dabei ebenso eine Rolle wie das persönliche Verhältnis zu den Eltern.

Nachdem die Sommerausstellung „by the way“ – der Titel bezieht sich auf die Möglichkeit, die Skulpturen während eines Spaziergangs entlang der Streuobstwiese nebenbei zu besichtigen – in Anwesenheit des Organisators, der beiden Künstler und zahlreicher interessierter Kunstfreunde offiziell eröffnet wurde, sind die Skulpturen noch bis zum 22. August auf der Wiese zu sehen. Wanderfreudige Kunstfreunde finden an allen Figuren Infotafeln mit QR-Codes. Zur Ausstellung gelangt man am besten über die Stieldorfer Straße. Etwa 50 Meter vor Hausnummer 1 führt ein Weg direkt zur Kunst.