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Bürgerverein Vilich-Müldorf: So viel Klimpergeld liegt in der goldenen Schubkarre

Bürgerverein Vilich-Müldorf : So viel Klimpergeld liegt in der goldenen Schubkarre

Mit seinem neuen Lastenrad hat der Bürgerverein Vilich-Müldorf den Inhalt seiner goldenen Schubkarre zur Sparkasse gebracht. Und die Münzen gezählt.

Eine besondere Erfolgsgeschichte schreibt derzeit der Bürgerverein (BV) Vilich-Müldorf. Wie so oft, geht es auch hier ums liebe Geld und die Groschen, die der Verein zur Sanierung seiner Mühlenbachhalle benötigt.

Die Geschichte beginnt im März dieses Jahres: Da bekam der Verein die Zusage, dass ihm über das Programm Neustart Kultur durch die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien 34.000 Euro bewilligt werde. Mit dieser Finanzspritze konnte der BV unter anderem kleinere Baustellen in seiner Halle durchführen, er konnte aber auch die Anschaffung eines Elektrolastenrades in Angriff nehmen. Als die im Fördervorhaben eingeplanten Mittel nicht ganz ausreichten, sprang der Radladen Hoenig & röhrig in die Bresche und sponserte den fehlenden Restbetrag von 1000 Euro.

Beim Bürgerdialog in Bonn kam das Lastenrad auf den ersten Platz. „Deshalb gehen wir jetzt davon aus, dass die Stadt dafür eine Garage mit Ladestation bauen wird“, sagte Thomas Biedermann, Vorsitzender des Bürgervereins. „Nur wann, das wissen wir nicht.“ Das Rad soll außerhalb von Veranstaltungen für Vilich-Müldorfer nutzbar sein. „Es ist beabsichtigt, das Rad jenseits des Mühlenbachgeländes für alle zugängig zu machen“, so Biedermann.

 Ein Haufen glitzerndes Kleingeld liegt in der goldenen Schubkarre.
Ein Haufen glitzerndes Kleingeld liegt in der goldenen Schubkarre. Foto: Rainer Schmidt

Für Ende April hatte der BV statt zum Tanz in den Mai zu einer Spendengala eingeladen. Da gab es die Möglichkeit, dass die Besucher ihr Klimpergeld in einer mit goldener Farbe angestrichene Schubkarre ablegen konnten. „Große und vor allem kleine Bürger aus Vilich-Müldorf leerten ihre Spardosen, um einen Beitrag zur Sanierung der Halle zu leisten“, sagte Biedermann anerkennend. „Daraufhin haben wir eine Schätzaktion und einen Losverkauf gestartet.“ Jeder konnte raten, wie viel Geld in der Karre liegt. Die Hälfte der Einnahmen durch den Losverkauf soll an den Sieger ausgeschüttet werden, der Rest geht an das Sanierungsbudget für die Halle.

In der letzten Maiwoche machte sich der BV auf, die goldene Schubkarre auf dem Lastenrad nach Beuel zur Sparkasse zu bringen, um das Klimpergeld zu zählen und dem eigenen Konto gutschreiben zu lassen. Doch es lief anders als erwartet. „Der Zählautomat für das Kleingeld hat vor einiger Zeit seinen Geist aufgegeben“, sagte Filialleiterin Elisabeth Smiley ihren Gästen. Somit musste das Geld in vorbereitete Beutel, sogenannte Save Bags, gepackt und dann zum Zählen in die Zentrale des Geldinstituts geschickt werden.

Bevor diese Arbeit begonnen werden konnte, hatte Smiley noch eine Überraschung für ihre Gäste vom BV parat: eine Spende von 3.000 Euro. Mit vereinten Kräften wurden schließlich die Bags befüllt, 13 insgesamt. „Erfahrungsgemäß fasst so ein Beutel circa 100 Euro“, meinte sie. „Also könnten das insgesamt rund 1.300 Euro sein“, so ihr Tipp.

Dass Geld zwar nicht stinkt, aber schmutzig ist, konnten die fleißigen Tütenbefüller feststellen: Sie bekamen von dem Münzen schwarze Hände. In ein oder zwei Wochen, wenn das genaue Ergebnis vorliegt und gutgeschrieben ist, werden sie bestimmt wieder sauber sein.