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Politik kritisiert FOC-Pläne in Königswinter: Sorgen um den Einzelhandel

Politik kritisiert FOC-Pläne in Königswinter : Sorgen um den Einzelhandel

Große Sorgen machen sich die Politiker über die Zukunft des Einkaufsstandorts Beuel. Das kurz vor der Eröffnung stehende Outlet-Center in Bad Münstereifel, das geplante Outlet-Center in Königswinter und der im Umbau befindliche Huma-Park in Sankt Augustin drohen nach Ansicht der Bezirksvertretung Beuel die Bundesstadt förmlich einzuschnüren. Am Mittwochabend diskutierten die Politiker eine Stunde mit der Verwaltung über die Frage, wie Bonn sich diesbezüglich verhalten muss.

"Bislang wurden wir von der Verwaltung nicht einmal offiziell informiert, dass unsere Nachbarkommune ein Outlet-Center plant. Alle Informationen dazu erhalten wir nur durch den GA", erklärten Dieter Schaper und Ralf Lauben-thal (beide SPD), die zu diesem Thema eine Große Anfrage an die Verwaltung gerichtet hatten. Dazu Jeanette Wagner, stellvertretende Leiterin des Planungsamts: "Wir warten mit Spannung auf das Gutachten zum Outlet-Center in Königswinter. Noch liegt es nicht vor." Die Nachbarkommune habe sich allerdings bislang vorbildlich verhalten und Bonn stets über aktuelle Entwicklungen informiert. "Bislang können wir noch nichts zu möglichen Auswirkungen auf Bonn beziehungsweise Beuel sagen", erklärte Wagner.

Reinhard Limbach und Hans Seidel (beide CDU) forderten die Stadt auf, ein Veto gegen das Projekt einzulegen und notfalls dagegen vor Gericht zu ziehen. Laut Verwaltung sind in Königswinter an drei Standorten bis zu 120 Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von rund 20 000 Quadratmetern geplant. Das mögliche Einzugsgebiet wird auf einen Umkreis von 70 Kilometer rund um Königswinter eingestuft. Das erwartete Besuchervolumen liegt bei bis zu 2,2 Millionen Kunden pro Jahr. Aufgrund dieser Werte sieht die Bonner Verwaltung die Ansiedlung des Outlet-Centers äußerst kritisch. Dagegen habe die Stadt gegen die Erweiterung des Huma-Parks keinen Einspruch eingelegt, weil die geplante Verkaufsfläche mit 39.000 Quadratmetern nur 9.000 größer sei als vorher, so Wagner.

Guido Déus (CDU) hielt der Stadtverwaltung vor, starr und uneinsichtig am Zentrenkonzept für den Einzelhandel festzuhalten: "Während die Nachbarstädte kräftig aufrüsten und sich nicht um Themen wie Einzelhandelskonzepte scheren, schützt die Stadt Bonn den Bestand, anstatt das Angebot für Kunden auszuweiten. In den letzten zehn Jahren ist es nur der Sparkasse gelungen, eine namhafte große Handelskette in Bonn anzusiedeln." Déus erinnerte daran, dass die Stadt Sankt Augustin vor wenigen Jahren Einspruch gegen die Ansiedlung des Lidl-Markts in Bechlinghoven eingelegt habe.

Parteiübergreifend waren sich die Beueler Politiker einig, dass dieses "besorgniserregende Thema" von der Stadt Bonn sehr kritisch begleitet werden müsse. Wenn Politik und Verwaltung nicht wollten, dass die Geschäfte in Beuel von denen in Sankt Augustin und Königswinter erdrückt würden, dann müsse man ganz schnell handeln. "Leider muss man feststellen: Bevor wir hier in Bonn anfangen zu denken, sind die anderen mit dem Bauen längst fertig", sagte Dieter Schaper.

Jeanette Wagner versuchte zu beschwichtigen: "Noch ist in Königswinter gar nichts entschieden. Es ist noch nicht einmal ein planungsrechtliches Verfahren für das Outlet-Center eingeleitet worden. Wir befinden uns in einem ganz frühen Stadium der Diskussion."