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Kommentar zum Cadmium-Müll: Sorgfalt ist geboten

Kommentar zum Cadmium-Müll : Sorgfalt ist geboten

Das Umweltamt ist in der Pflicht, ein engmaschiges Grundwasser-Monitoring umzusetzen und im Fall eines Cadmium-Anstiegs im Grundwasser sofort das Gesundheitsamt, die Bürger und den Wahnbachtalsperrenverband als Trinkwasserversorger zu informieren, kommentiert Holger Willcke.

Wenn es um das Thema Cadmium-Belastung geht, kommt Beuel nicht zur Ruhe. Und das ist mehr als verständlich. Seit Mitte der 1980er-Jahre ploppt das Thema in unregelmäßigen Abständen immer wieder auf. Aktuell bei den Kanalbauarbeiten in der Gerhardstraße, 2014/15 beim Bauhaus-Neubau an der Gartenstraße. Und bei jeder weiteren Baustelle im Beueler Osten, bei der Erdreich aus tieferen Lagen an die Oberfläche kommt, wird Cadmium eine Rolle spielen.

Im Karree Gartenstraße, Siegburger Straße, Königswinterer Straße, Sankt Augustiner Straße gab es im vergangenen Jahrhundert zahlreiche Kiesgruben, die später als Mülldeponien genutzt wurden – unter anderem auch von der Chemiefabrik Degussa-Marquart. Vor allem in den 1960er- und 1970er-Jahren, in denen Umweltschutz noch keine große Rolle gespielt hat, wurden die Gruben auch mit gesundheitsschädlichen Stoffen verfüllt.

Spätestens als der Cadmium-Skandal in den 1980er-Jahren landesweit für Schlagzeilen sorgte, liegen die Nerven beim Thema Wasser- und Lebensmittelqualität bei nicht wenigen Beuelern blank. Damals wurde für die Anlieger im Umkreis von mehreren hundert Metern rund um das Werk Marquart ein Verzehrverbot von Gemüsen, Salaten und Obst aus dem eigenen Garten verhängt. Das wirkt bis zum heutigen Tage nach. Und das weiß auch die Stadt Bonn.

Deshalb steht das Umweltamt auch in der Pflicht, ein engmaschiges Grundwasser-Monitoring umzusetzen und im Fall eines Cadmium-Anstiegs im Grundwasser sofort das Gesundheitsamt, die Bürger und den Wahnbachtalsperrenverband als Trinkwasserversorger zu informieren. Die nächstgelegenen Trinkwasserbrunnen sind zwar ungefähr zwei Kilometer entfernt, aber die Fließrichtung von Grundwasser ist nicht grundsätzlich vorhersehbar.