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Konzert in der Beueler Markthalle: Spendenpartys für das One World Festival in Beuel

Konzert in der Beueler Markthalle : Spendenpartys für das One World Festival in Beuel

Die Markthallen in Beuel sind erstmals Kulisse für eine interkulturelle Veranstaltungsreihe. Verein One World Project wirbt für gegenseitiges Verständnis der Kulturen.

Der Singer-Songwriter Melchi intonierte mit seiner akustischen Gitarre Lieder über Kinder- und Frauenrechte in seiner Heimat Kamerun. DJ Zango von Cosmic Radio sorgte für vielfältige Vibes, und Kinder malten mit dicker Straßenkreide bunte Bilder auf den grauen Asphalt. Der im Frühjahr von Colette König gegründete Verein One World Project hatte zur bunten Party vor den Markthallen an der Röhfeldstraße eingeladen.

Die interkulturelle Party ist Teil eines Crowdfunding-Projektes für das geplante One World Festival am 3. November in Brückenforum. „Wer uns unterstützen möchte, sollte sich diesen Termin merken: Die Party, ein kleineres Format des Festivals mit Livemusik, findet immer am letzten Samstag im Monat ab 17 Uhr vor und in den Markthallen statt“, erläuterte Colette König. Premiere hatte das Festival im vergangenen Jahr.

Königs Wunsch ist, es als feste Veranstaltung zu etablieren. Trotz Unterstützung etwa von Caritas und Brückenforum hapere es noch an der sicheren Finanzierung. Der in diesem Jahr gegründete Verein habe noch nicht genügend Fördergelder akquirieren können. König: „Das Kulturamt sagte nein, der NRW-Musikrat ebenfalls; bei der Landesarbeitsgemeinschaft sozio-kultureller Zentren stehen wir hinten auf einer langen Warteliste. Aber die internationalen Musiker sind auf eine Gage angewiesen. Schließlich verdienen sie mit Konzerten ihren Lebensunterhalt. Daher wollen wir Spenden sammeln.“

"Kültürklüngel Orkestra" tritt auf

Die Idee für das ehrenamtliche Projekt zur Förderung der „intrakulturellen Vielfalt und Kommunikation“ zugunsten der Flüchtlings- und Obdachlosenhilfe entstand 2015, „als die Welle von Flüchtlingen auch über Bonn hereinbrach und wir vor einer großen Aufgabe standen. Keinesfalls sollte ein feindliche Stimmung aufkeimen“, sagt König. Das Festival, stehe für das Miteinander und gegenseitige Verständnis der Kulturen und Nationalitäten.

„Wir wollen an das Verständnis für Randgruppen und Minderheiten in unserer Gesellschaft appellieren und damit einen Beitrag zum Frieden in der Welt leisten. Das Festival soll einmal jährlich stattfinden, um Integration und Inklusion konstant zu propagieren und auf das kollektive Bewusstsein des Miteinanders und der Humanität positiv einzuwirken“, betont die 51-jährige Bonnerin, die als Kind acht Jahre in Kolumbien gelebt hat.

Schwerpunkt der Veranstaltung im Brückenforum sind die musikalischen Darbietungen auf der Bühne und die vom „Kültürklüngel Orkestra“ angeführte musikalischen One World Parade – eine Friedensdemonstration durch die Bonner Innenstadt über den Rhein zum Brückenforum. „Musik mit all ihrer Vielfalt und ihren Ausdrucksformen ist ein wichtiges Element kultureller Identität und sozialen Zusammenhalts und ein Mittel für interkulturellen Ausgleich und gelebte Integration.“

Zur bunten Klangvielfalt des One World Festivals gehören Afro-Beat, Dub, Soul, Reggae und französische Chansonklassiker. Ein Tanzprojekt soll geflüchtete Menschen einbinden. Die jungen Festivalgäste können sich in Trommel-Kursen und einem Hip-Hop-Crash-Kurs austoben – soweit steht das Programm bereits.