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Neue Sportstätten: Sportler in Beuel dürfen auf zwei neue Hallen hoffen

Neue Sportstätten : Sportler in Beuel dürfen auf zwei neue Hallen hoffen

Der Stadtrat hat eine Schulturnhalle für Schwarzrheindorf beschlossen und will eine Dreifachhalle für die TSV-Handballer bauen lassen. Die Schulturnhalle soll auf dem städtischen Grundstück an der Wittestraße neben dem neuen Kunstrasenplatz gebaut werden.

Seit vielen Jahren warten Schulen und Vereine auf eine neue Sporthalle für den Stadtbezirk Beuel. Außer Sanierungen und Reparaturen der bestehenden Hallen ist nichts geschehen. Die jüngsten städtischen Sporthallen in Beuel sind die Erwin-Kranz-Halle an der Limpericher Straße aus dem Jahr 1986 und die Dreifachhalle der Gesamtschule Beuel an der Siegburger Straße aus dem Jahr 1978. Nach dieser langen Durststrecke dürfen sich die Beueler jetzt anscheinend auf gleich zwei neue Sportstätten freuen.

Beuels Bezirksbürgermeister Guido Déus bestätigte auf Nachfrage des GA, dass der Stadtrat Ende 2018 die Planung und den Bau einer Schulturnhalle in Schwarzrheindorf beschlossen hat: „Seit fast 30 Jahren wird über eine neue Halle im Beueler Norden diskutiert. Es gibt in den städtischen Unterlagen zahlreiche Beschlüsse dazu, aber die Verwaltung hat das Thema nie ernsthaft angepackt.“ Die Schulturnhalle soll auf dem städtischen Grundstück an der Wittestraße neben dem neuen Kunstrasenplatz, der am Samstag eingeweiht wird, gebaut werden.

„Mit viel politischem Druck haben wir es jetzt erreicht, dass das Bauvorhaben in die Maßnahmenliste des Städtischen Gebäudemanagements aufgenommen wurde. 2019 soll die Planung erstellt werden. Der Baubeginn ist 2020“, sagte Déus. Die Kosten schätzt der CDU-Politiker auf zwei bis vier Millionen Euro. Der Preis sei abhängig von der Größe und der Ausstattung der Halle. Die Halle an der Wittestraße könne von Schulen und Vereinen genutzt werden, erhalte aber keine Zuschauerränge, so der Politiker, „es wird keine Drei- oder Vierfachhalle, sondern eine Ein- oder Zweifachhalle“.

Parallel zum Bau der Schulturnhalle will die Stadt Bonn den Bau einer Dreifachturnhalle im rechtsrheinischen Stadtbezirk vorantreiben. Nach GA-Informationen will die Verwaltung im Juni den politischen Gremien das neue Sportentwicklungsgutachten vorstellen. Der Gutachter, Professor Robin Kähler, schlägt darin der Stadt Bonn den Bau einer Dreifachturnhalle für den Handballsport in Beuel vor. Mit einer solchen Halle könnten zugleich die Kapazitäten für den Schulsport erhöht werden.

Wie der GA erfuhr, will die Stadt Bonn die erforderlichen Gelder im nächsten Wirtschaftsplan des SGB veranschlagen. Auf dieser Grundlage könnte dann eine Planung erarbeitet werden. Die Standortfrage will die Stadt sogar noch in diesem Jahr klären. Die 22 Mannschaften der TSV Bonn-rechtsrheinisch wären auf der Ebene Vereinssport die Hauptnutznießer der neuen Dreifachhalle. Die erste Herrenmannschaft und die erste Damenmannschaft spielen in der kommenden Meisterschaftsrunde beide in den jeweiligen Regionalligen („vierte Liga“).

Damenteam spielte in drei verschiedenen Standorten

Da die Heimhalle der TSV in der Ringstraße nicht den Anforderungen für Drittliga-Spiele entspricht, musste das abgestiegene Damenteam in der vergangenen Saison an drei verschiedenen Standorten im Stadtgebiet spielen.

TSV-Vorsitzender Achim Büsch sagte dem GA: „Wir benötigen dringend eine moderne Halle, wenn wir dauerhaft in diesem Leistungsbereich spielen wollen. Unser Wunsch ist eine Halle wie in Königswinter-Oberpleis. Dort spielt die HSG in der städtischen Halle Sonnenhügel. Diese Halle fasst mehr als 800 Zuschauer.“ Zum Vergleich: Beuels derzeit modernste Halle, die Dreifachhalle der Gesamtschule, bietet 199 Zuschauern Platz.

Vorstand und Handballabteilung haben sich bereits Gedanken gemacht, wo die Stadt die neue Halle platzieren könnte: Wunschstandort ist auf dem städtischen Schulareal zwischen Ringstraße, Neustraße, Goetheallee und Limpericher Straße. Dort stehen die meisten Gebäude der ehemaligen Realschule Beuel leer und sind zur Vermeidung von Vandalismus verbarrikadiert worden. „Ein Gebäude müsste abgerissen, eine Streetballanlage und ein Grünstreifen aufgegeben werden. Dann könnte man dort eine Dreifachhalle bauen“, so Büsch. Sollte die Stadt dem Wunsch folgen, stünde die neue Halle neben der alten Halle. „Dann hätten wir in Beuel auch einen wettkampftauglichen Sportpark“, sagte Peter Bitzer von der TSV-Handballabteilung.

Auf die Frage, ob sich Déus tatsächlich vorstellen kann, dass die Stadt Bonn im Stadtbezirk Beuel zwei Hallen nahezu zeitgleich planen und bauen will, antwortete er: „Es gibt eine Beschlusslage für eine Schulsporthalle und eine Bedarfslage für eine Wettkampfhalle für die TSV. Ich würde mich sehr freuen, wenn beide Hallen errichtet würden. Aber meine Erfahrungen mit der Stadt Bonn sagen mir, dass es wohl eher auf eine Halle hinauslaufen wird. Sollte es so kommen, muss aber gewährleistet sein, dass beide Bedarfe gedeckt werden“, sagte Bezirksbürgermeister Guido Déus.