Ärger in Vilich-Müldorf Stadt entsorgt Müll der Landfahrer

Beuel · Die Polizei hat drei Anzeigen gegen die Iren erstattet, die sich seit Sonntag widerrechtlich in Vilich-Müldorf aufgehalten haben. Jetzt muss der Platz an der Beueler Straße allerdings von der Stadt gesäubert werden.

Am Tag nach der Räumung zeigt sich der Landfahrerplatz trotz bestem Sonnenlicht wenig hübsch. Übervolle Mülltonnen am Eingang sind nur eine Einstimmung auf noch mehr Müll im Gestrüpp und auf dem Areal. Manches wenigstens in blauen Müllsäcken, vieles achtlos einzeln weggeworfen.

Wie berichtet, hatte die Stadt die Polizei am Montagnachmittag um Amtshilfe gebeten, um die irischen Landfahrer, auch Tinker genannt, des Geländes an der Beueler Straße zu verweisen. Denn dort hatten sich die 20 Kinder, Frauen und Männer am Sonntag verbotenerweise und durch Aufbrechen eines Schlosses Zutritt verschafft. Denn zum einen ist der Platz noch bis 1. März gesperrt, zum anderen ist er eigentlich Sinti und Roma vorbehalten.

Woher die Landfahrer kamen und wohin sie über die B 56 abgezogen sind, weiß die Stadt nicht. Das teilte Markus Schmitz vom Presseamt auf Anfrage mit. Der zurückgelassene Müll werde von der Schnellen Eingreiftruppe der Bürgerdienste entsorgt; die Kosten übernehme die Stadt Bonn. Die Frage nach einer bisher zu leistenden Kaution verneinte die Stadtverwaltung. „Derzeit werden aber die Platzregeln überarbeitet. In diesem Zusammenhang ist durchaus vorstellbar, dass zukünftig eine Kaution erhoben wird“, kündigte Schmitz an. Bislang sehe die Platzordnung bei einer legalen Belegung für jede Leerung eines bereitgestellten 1100-Liter-Abfallcontainers eine Gebühr von 83 Euro vor. „Diese ist im Voraus zu entrichten“, so Schmitz.

Ein massives Tor, wie auf der gegenüberliegenden Seite, könnte den Platz vielleicht besser schützen, ist aber nicht vorgesehen. „Die Schranke wird wieder verschlossen. Zusätzlich werden demnächst Pflanzkübel aufgestellt“, sagte der Presseamtsmitarbeiter.

Drei Anzeigen wegen Diebstahls, Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung sowie drei sichergestellte Fahrräder sind die Bilanz des Einsatzes aus Polizeisicht. Mit 40 Beamten war die Polizei laut Sprecher Robert Scholten angerückt, um die Stadt bei der Räumung zu unterstützen. Da nicht alle Iren zur Ausweiskontrolle aus ihren Wohnwagen gekommen seien, habe ein Eilrichter Durchsuchungsbeschlüsse ausgestellt.

„Es ist aber alles friedlich abgelaufen, niemand ist verletzt worden“, sagte Scholten. Bei den sichergestellten Rädern geht die Polizei von Diebesgut aus. „Zwei waren bereits umlackiert und es roch noch nach Farbe auf dem Gelände, ein drittes war noch mit einem Bügelschloss gesichert, für das es keinen Schlüssel gab“, führte der Polizeisprecher aus. Das zuständige Kriminalkommissariat bemühe sich nun, die rechtmäßigen Besitzer ausfindig zu machen. Bislang seien die Rahmennummern keinen Diebstählen zuzuordnen.

Die Anzeigen seien zunächst gegen eine Gruppe gefertigt worden, weil kein einzelner Schuldiger habe ausfindig gemacht werden können. Rechnet sich die Polizei Chancen auf einen Ermittlungserfolg aus? Zumal die Tinker ja wieder unterwegs sind. „Inwieweit wir die Taten konkret zuordnen können, wird sich zeigen“, meinte Scholten dazu. Aber sowohl die Identitätsermittlung als auch die Anzeigen seien Maßnahmen, die für Respekt sorgten. „Und sollten diese Leute wieder auffällig werden, sind die Personalien eben schon im PC gelistet“, sagte Scholten.

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