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Kampf gegen die Fluten in Bonn: Stadtrat beschloss Schutzkonzept vor 19 Jahren

Kampf gegen die Fluten in Bonn : Stadtrat beschloss Schutzkonzept vor 19 Jahren

2011 wurde die Deichsanierung im Norden Beuels beendet. Bis einer Pegelhöhe von 11,20 Metern sind die Anwohner mittlerweile geschützt. Im Jahr 1993 hatte es einen Pegel von 10,13 Metern gegeben.

Beuel ist der vom Rheinhochwasser am meisten betroffene Stadtbezirk Bonns. Die höchsten Wasserstände seit 1900 waren: 1920: 9,98 Meter, 1926: 10,10 Meter, 1993: 10,13 Meter, 1995: 10,08 Meter.

23. Dezember 1993: Jahrhunderthochwasser am Rhein: Straßen, Gärten und Parks haben sich in eine Seenplatte verwandelt. Um 16 Uhr erreicht der Pegel den Höchststand von 10,13 Metern – Jahrhundert-Rekord. Mehr als 150 Feuerwehrleute und Mitarbeiter des Technischen Hilfswerkes sowie 70 Uniformierte des Bundesgrenzschutzes versuchen, den Geschädigten in Bonn zu helfen. Viele Familien müssen aus ihren voll gelaufenen Häusern evakuiert werden. In Beuel richten Männer des Bundesgrenzschutzes einen Bootsverkehr zwischen Ringstraße und Steinerstraße ein. Viele Beueler haben offensichtlich nicht damit gerechnet, dass das Wasser so schnell steigen würde. Durch das Hochwasser müssen über Weihnachten rund 2000 Haushalte in Bonn ohne Strom und Heizung auskommen. Insgesamt sind 15 000 Bonner betroffen.

30. Januar 1995: Der Pegelstand des Rheins nähert sich nach starken Regenfällen der Zehn-Meter-Marke. Die Chronik des Bonner Stadtarchivs verzeichnet am Ende einen Stand von 10,08 Metern – nur fünf Zentimeter weniger als beim „Jahrhunderthochwasser“ im Dezember 1993. Die Folgen der Überflutungen sind auch im Januar 1995 für die Menschen verheerend. Die Helfer haben alle Hände voll zu tun, um die Rhein-Anrainer zu unterstützen. So sind in Beuel und Bad Godesberg nach den Überflutungen je elf, in Graurheindorf zwei Boote im Einsatz, um die Eingeschlossenen an Land oder wieder nach Hause bringen. Die Straßen stehen zum Teil bis zu 2,80 Meter unter Wasser. Mehr als 3000 Haushalte sind eingeschlossen.

4. Februar 1999: Der Stadtrat beschließt ein Hochwasserschutzkonzept, das trotz angespannter Haushaltslage kontinuierlich umgesetzt wurde. Die Maßnahmen in Beuel konnte nach Angaben der Stadtverwaltung schrittweise umgesetzt werden:

Die Deichsanierung Beuel-Nord von der Combahnstraße bis zur Autobahn 565 wurde 2011 abgeschlossen. Der Deich ist jetzt für einen Pegel von 11,18 Meter ausgelegt. Der vorgelagerte Hochwasserschutz bis 9,50 Meter Bonner Pegel entlang der Rheinpromenade – und zwar von der Werdstraße über die Marien- bis zur Ernst-Moritz-Arndt-Straße – wurde in mehreren Bauabschnitten von 1993 bis 2011 erstellt.

Der erste Bauabschnitt für die zweite Verteidigungslinie (Professor-Neu-Allee) ist ebenfalls fertig. Die zweite Verteidigungslinie ist erforderlich, um das bei der Sanierung des Deiches Beuel-Nord um einen Meter erhöhte Schutzniveau (nun 11,20 Meter) vor einer Hinterströmung zu sichern. Durch eine mobile Wand in der Straßenmitte wird verhindert, dass die Combahnstraße ab 10,10 Meter geflutet wird und das Wasser auf diesem Weg hinter den Deich gelangt.

Für den zweiten Bauabschnitt der zweiten Verteidigungslinie (Hermannstraße/Agnesstraße) wird mit der Anschaffung einer mobilen Hochwasserwand die Lücke im Schutz vor plötzlich eindringendem Wasser in die Tiefgebiete nach Schwarzrheindorf und Limperich geschlossen. Ein Überlaufen im Bereich der Friedrich-Breuer-Straße in die Beueler Tiefgebiete würde ab etwa 10,70 Meter Bonner Pegel geschehen. Der Siegdeich wurde bereits 1993 vollständig erneuert und schützt wie der Rheindeich Beuel-Nord nun bis zu einem Pegel von 11,20 Metern.