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B 56 in Vilich-Müldorf: Straßenausbau soll endlich beginnen

B 56 in Vilich-Müldorf : Straßenausbau soll endlich beginnen

Lange genug hat es ja gedauert: Es soll noch in diesem Jahr losgehen. Die Verbreiterung der B 56 soll laut Landesbetrieb Straßen NRW bis Frühjahr 2018 abgeschlossen sein.

Ungefähr 15 Monate hat kein Bauarbeiter mehr die Dauerbaustelle an der B 56 in Höhe von Vilich-Müldorf betreten – zum Ärger vieler Autofahrer und Anwohner. Wegen der dortigen Fahrbahnverschwenkung kommt es seit Sommer 2015 immer wieder zu heiklen Verkehrssituationen, die nicht selten zu abrupten Bremsmanövern und letztlich sogar zu mehreren Verkehrsunfällen geführt haben.

Nun will der Landesbetrieb Straßen NRW endlich die Bauarbeiten fortsetzen. Allerdings werden sich die Verkehrsverhältnisse dadurch nicht entspannen. Zumindest vorerst nicht, weil der Landesbetrieb weitere 15 Monate Bauzeit eingeplant hat. Im Frühjahr 2018 soll dann schließlich der vierspurige Ausbau der Bundesstraße in diesem Teilabschnitt abgeschlossen sein.

Gründe für den langen Baustopp gibt es nach Auskunft des Landesbetriebs mehrere. „Es mussten zahlreiche Abstimmungsgespräche mit der Stadtbahn und der Deutschen Bahn geführt werden. Daraus resultierende Ergebnisse mussten in die Planung eingearbeitet werden. Außerdem mussten wir auch noch die erforderlichen Baumfällarbeiten entlang der B 56 abwarten, die bekanntlich nur zwischen Oktober und März durchgeführt werden dürfen. Außerdem mussten die Archäologen des Landschaftsverbands Rheinland die Randstreifen der B 56 noch fachlich untersuchen“, erklärte Frank Klein, der für den Landesbetrieb vor Ort die Bauaufsicht ausübt.

Fußgängerbrücke wird abgerissen

Ende September wurde die Ausschreibung für die weiteren Arbeiten abgeschlossen und der Vertrag mit zwei Baufirmen unterschrieben. Die Firma Strabag wird die Bauarbeiten fortführen, die Firma Graf kümmert sich um den erforderlichen Lärmschutz entlang der Trasse.

Nach Aussage von Bernd Aulmann von der zuständigen Niederlassung des Landesbetriebs Straßen NRW in Euskirchen wird mit dem Abriss der Fußgängerbrücke in Höhe der Gesamtschule Beuel begonnen. Das Brückenbauwerk muss erneuert werden, weil die B 56 im Kreuzungsbereich mit der Straße „Am Herrengarten“ in Vilich-Müldorf in beide Fahrtrichtungen auf einer Länge von jeweils 250 Metern vierspurig ausgebaut wird. In Fahrtrichtung Bonn bedeutet das, dass der Autoverkehr über das vierspurige Teilstück direkt auf die Autobahn 59 in Richtung Bonn und Köln fahren kann. Die Straße „Am Herrengarten“ wird ab der Kreuzung mit der B 56 in beide Richtungen um jeweils 130 Meter ausgebaut. Unter anderem werden dort eigene Rechtsabbiegerspuren auf die B 56 eingerichtet.

Für Fußgänger und Radfahrer gibt es eine gute Nachricht: Der Landesbetrieb wird parallel zur Ausbaustrecke einen kombinierten Fuß- und Radweg bauen. In Richtung Bonn wird dieser Weg sogar bis zur Schevastesstraße in Vilich verlängert und wird dort in Höhe des Lärmschutzwalls an die Schevastesstraße angebunden. Das Teilstück für Radfahrer und Fußgänger ist insgesamt 1290 Meter lang. Durch die planungstechnischen Modifizierungen sind die Baukosten von ursprünglich 3,75 auf 4,7 Millionen Euro angestiegen. Von dem Geld werden auch die 28 Ahornbäume finanziert, die als Ausgleichspflanzung für die bereits gefällten 24 Alleebäume vorgesehen sind.

Nach Auskunft der Bonner Polizei haben sich an der Fahrbahnverschwenkung seit Juli 2015 bis jetzt fünf größere Unfälle ereignet, die gemeldet und registriert worden sind. In fast allen Fällen hat es sich um Auffahrunfälle gehandelt, bei denen erheblicher Sachschaden entstanden ist. Eine Person wurde bei den fünf Unfällen leicht verletzt.