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Burg Limperich: Streit um die Zukunft der Anlage

Burg Limperich : Streit um die Zukunft der Anlage

In Beuel bahnt sich ein heftiger Streit um die Zukunft der Burg Limperich an. Es geht um die künftige Nutzung und dringend erforderliche Sanierung der Burganlage aus dem 11./12. Jahrhundert. Der Funkamateurclub, der seit mehr als 40 Jahren die städtische Immobilie nutzt, will von der Stadt einen Erbpachtvertrag über 30 Jahre.

Das Argument der Funker lautet: Auf dieser Basis könnte der Verein Fördermittel für die Burgsanierung beantragen. Dieses Vorgehen lehnen sowohl der Bürgerverein Limperich als auch der Denkmal- und Geschichtsverein Bonn-Rechtsrheinisch ab.

Beide Vereine halten den Funkern vor, sich nie um die Sanierung gekümmert zu haben und andere Interessen mit der Burg zu verfolgen. Sie haben mittlerweile Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch eingeschaltet und ihn aufgefordert, dass das Liegenschaftsamt die Verhandlungen über den Erbpachtvertrag einstellt.

Den Vorstoß der beiden Vereine hat jetzt die Politik auf den Plan gerufen. SPD-Bezirksverordnete Caroline Klän ist empört: "Hier wird gegen einen Verein, der sich nichts zu Schulden hat kommen lassen, eine beispiellose Rufmordkampagne gefahren, die in Beuel ihresgleichen sucht."

Die Funker seien bereit, auf ihre Kosten die Burg sanieren zu lassen und damit die Stadt finanziell zu entlasten. "Die Stadt ist pleite. Wir überlegen, ob wir Schwimmbäder schließen müssen, und haben kein Geld mehr für Trauerhallen auf den Friedhöfen", erklärte Klän. Das Ansinnen der beiden Vereine, auf das Sanierungsangebot der Funker zu verzichten, sei deshalb "schlicht unverschämt".

Auch die Beueler Stadt- und Bezirksverordnete Zehiye Dörtlemez (FDP) hält die Befürchtungen der beiden Vereine für nicht gerechtfertigt. "Mir liegt das Konzept der Funker und eine schriftliche Erklärung vor, aus denen hervorgeht, dass sie im Falle der Einräumung des Erbpachtrechts beabsichtigen, sowohl die historischen Eigenschaften des Objekts zu schützen, als es auch regelmäßig der Öffentlichkeit zugänglich zu machen", erklärte sie am Freitag.

Eine Übernahme der Sanierung seitens der Stadt sei bei der derzeitigen Haushaltslage nicht sinnvoll. Dörtlemez fordert vom Bürgerverein und vom Denkmalverein einen fairen Umgang mit den Amateurfunkern.

Der Denkmal- und Geschichtsverein will seine Haltung und seine Ideen am Montag, 25. November, ab 20 Uhr im Mehlemschen Haus, Rheinaustraße 139, bei einem Vortragsabend erläutern.