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Wasserknappheit: Theater Marabu in Beuel zeigt Stück zum Thema Wasser

Wasserknappheit : Theater Marabu in Beuel zeigt Stück zum Thema Wasser

Bonner und bolivianische Schauspieler führen im Theater Marabu ein Stück zum Thema Wasser auf. Bei der fiktiven Weltwasserkonferenz, die an die Weltklimakonferenz angelehnt ist, geht es um die Folgen von Wasserverschmutzung und -knappheit.

„Mein Name ist Goldfisch. Meine Mutter stammt aus dem Titicacasee und mein Vater ist von der Küste. Die beiden haben sich auf einer Kreuzfahrt kennengelernt.“ Absurdes Theater vom Feinsten konnten die Besucher am Samstagabend im bis auf den letzten Platz gefüllten Theater Marabu in Beuel erleben. Elf Schauspieler aus Bonn und der südamerikanischen Partnerstadt La Paz hatten in den vergangenen Wochen ein Theaterstück zum Thema Wasser erarbeitet. Der kurze Goldfischdialog gehörte zu den Ergebnissen der ersten Arbeitsphase.

Mit viel Spielfreude und zum Teil dadaistisch wirkenden Einlagen begeisterten die Schauspieler das Publikum. Dabei wirkte das Ensemble bestens eingespielt. Eine Tatsache, die umso bemerkenswerter ist, wenn man berücksichtigt, dass die Gäste aus der drittgrößten Stadt Boliviens bei ihrer Ankunft vor zwei Wochen kaum ein Wort Deutsch sprachen.

Goldfisch im Matrosenanzug

Auf der Bühne mussten sie das allerdings auch in dem frisch erarbeiteten Stück nicht tun: Jeder redete in seiner Muttersprache und auch der Beitrag des „Goldfisches“ – von Alejandro Beltran de la Borda im Matrosenanzug verkörpert – wurde von einem Moderator übersetzt. Der war auch selber Teil des Stückes und moderierte eine fiktive Weltwasserkonferenz, an der statt der geplanten Teilnehmer nur ein Grüppchen Betroffener teilnahmen. Dabei stammten die meisten Protagonisten aus dem Tier- oder Pflanzenreich und zeigten ohne erhobenen Zeigefinger die Problematik eines Planeten mit immer knapper werdenden Ressourcen auf.

Ob Elefant, Moskito, Blume, Schildkröte oder Geier: Jeder machte auf seine Weise auf die Probleme aufmerksam, die für ihn entstehen, wenn das Wasser knapp oder verschmutzt ist. So erzählte der Goldfisch zunächst von dem Spaß, den er mit seiner Familie hatte, bevor einer nach dem anderen verschwand: Papa verstarb an einem verschluckten Stück Plastik, die Brüder fanden in der trüben Brühe einfach nicht mehr nach Hause und die restliche Familie kam ebenfalls aufgrund diverser Umweltprobleme ums Leben.

Gelungene Szenen

Eine Tatsache, die dem als letztes Tier auftretenden Geier vorgeblich ziemlich egal war: „Was soll's – der Tod gehört zum Leben“, war sein zynisches Resümee. Dass das Gezeigte eine Arbeitsversion und kein fertiges Stück war, verlieh dem Theaterabend einen zusätzlichen Reiz: Die absurd und skurril wirkenden Eingangsszenen kontrastierten effektvoll die manchmal etwas naiv daherkommenden Schlussstatements. Gelungen war eine Szene, bei der sich ein solches als Werbebotschaft eines Lebensmittelkonzerns entpuppte.

Neben de la Borda standen noch Dennis Aviles, Fatma Girretz, Carmen Guillen, Sergio Rios Henning,Tina Jücker, Avril Leon, Claus Overkamp, Elmar Schmidt, Jhazel Vargas und Walter Zick auf der Bühne. Bereits seit 15 Jahren gibt es die Projektpartnerschaft zwischen Bonn und La Paz. Während der Weltklimakonferenz haben die Kulturämter beider Städte nun das auf zwei Jahre angelegte Theaterprojekt initiiert. Die zweite Arbeitsphase, bei der das Theaterstück schließlich finalisiert werden soll, ist für das kommende Frühjahr in der Bonner Partnerstadt im Altiplano geplant.