Rheinufer in Beuel Ulmen und Eichen ersetzen den im Jahr 2011 gefällten Pappelwald

SCHWARZRHEINDORF · Seit Tagen bleiben die Spaziergänger neugierig am Beueler Rheinufer stehen und beobachten junge Männer beim Bäume pflanzen. Auf Nachfrage erhalten sie den Forstleuten bereitwillig Antwort: In Höhe von Schwarzrheindorf entsteht ein neuer, naturnaher Auenwald.

 Greifen zu den Spaten und pflanzen am Rheinufer junge Bäume: (von links) Holger Köhne, Lukas Krause, Joshua Schmidt, Frank Trotenik und Christoph Söte.

Greifen zu den Spaten und pflanzen am Rheinufer junge Bäume: (von links) Holger Köhne, Lukas Krause, Joshua Schmidt, Frank Trotenik und Christoph Söte.

Foto: Max Malsch

Mitarbeiter der Stadtförsterei Bonn sind derzeit damit beschäftigt, dort mehr als 2000 Bäume zu pflanzen. Neben den 600 Feld- und Flatterulmen setzen die Mitarbeiter auch Berg- und Feldahorne, gemeine Esche, Stieleichen, Wildäpfel, Wildbirnen, Walnuss-Bäume, Pfaffenhütchen, Weißdorne, Bruchweiden, Silberweiden, Purpurweiden, Faulbäume, Schneeball und Schwarzpappeln.

Besonderen Wert legt Stadtförster Sebastian Korintenberg auf Letztere. Mit den Botanischen Gärten der Universität Bonn wurde eine Zuchtform der Schwarzpappel ausgesucht. "Diese Pappelart wird relativ schnell dafür sorgen, dass der Charakter des ehemaligen Landschaftsbildes wieder neu entsteht. Mit den Pflanzungen wird der ursprüngliche Auenwald wieder aufgeforstet", erklärte Korintenberg. Die Neugestaltung des Auenwaldes kostet rund 10 000 Euro.

Das Gelände liegt südwestlich von Schwarzrheindorf zwischen Hochwasserdeich und Rheinufer. Seit dem Jahr 2008 ist das Gebiet im Besitz der Stadt Bonn. Es liegt im Geltungsbereich des Landschaftsplanes Siegmündung und damit im Landschaftsschutzgebiet.

Seit 2007 hat die Stadt Bonn den alten Pappelbestand sukzessive gerodet, um die Baumreihen wieder zu einem ursprünglichen Auenwald umzubauen. Das hat bei zahlreichen Anliegern nicht nur Freude hervor gerufen. Bereits 2008 hatte die Stadtförsterei in einer ersten Pflanzaktion etwa 800 Bäume auf der bis dahin abgeholzten Pappelfläche gepflanzt.

Anfang vergangenen Jahres wurden die letzten verbliebenen 113 "Riesen vom Rhein" wegen der Bruchgefahr an der beliebten Spazierstrecke gefällt (der GA berichtete). Die Hybridpappeln waren rund 55 bis 65 Jahre alt. Die bis zu 38 Meter hohen Bäume wurden in der Nachkriegszeit von Landwirten gesetzt.

"Die Baumhybriden waren Kreuzungen verschiedener Pappelarten, ihre Lebensdauer und ihre Widerstandskraft waren nicht sehr hoch", sagte Sebastian Korintenberg. Bei den Fällarbeiten stellten die Waldarbeiter fest, dass ungefähr 60 Prozent der Bäume im Inneren faul waren.

Die Baumstämme wurden 2011 an einen niederländischen Unternehmer verkauft. Aus dem Holz wurden größtenteils Spanplatten gefertigt. Die besseren Stämme gingen an die Möbelindustrie.

Um einen für die Artenvielfalt wichtigen Totholzanteil zu erhalten, wurden einige der alten Pappeln in unterschiedlichen Höhen geköpft, damit sie als Nistmöglichkeiten unter anderem für Spechte und deren "Nachmieter" dienen können. Das Konzept ist bereits aufgegangen: Die ersten Spechte haben die kahlen Baumstümpfe dankbar als Aufzuchtstation für ihren Nachwuchs angenommen.

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