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Vilich-Müldorf: Wochenmarkt wird ein Jahr alt

Bilanz des Bürgervereins Vilich-Müldorf : Wochenmarkt in Vilich-Müldorf feiert einjähriges Jubiläum

Vor einem Jahr fanden Händler in Vilich-Müldorf an der Mühlenbachhalle erstmals zusammen, nachdem der einzige Ortsladen geschlossen hatte. Das Geschäft soll weitergehen.

Am Dienstag kann der Bürgerverein Vilich-Müldorf (BV) ein kleines Jubiläum feiern: Der Wochenmarkt wird ein Jahr alt. In der Rekordzeit von zehn Tagen hat der Verein ihn 2020 mit verschiedenen Anbietern ins Leben gerufen, um im Ort eine Einkaufsmöglichkeit zu schaffen. Denn der letzte Tante-Emma-Laden hatte gerade geschlossen und der erste Corona-Lockdown die Bewegungsmöglichkeiten vieler Menschen eingeschränkt.

 Stefan Keul verkauft Käse und Milchprodukte an der Mühlenbachhalle.
Stefan Keul verkauft Käse und Milchprodukte an der Mühlenbachhalle. Foto: Rainer Schmidt

Seitdem bieten auf dem Vorplatz der Mühlenbachhalle dienstags von 8 bis 13 Uhr lokale Händler Obst und Gemüse, frischen Fisch, Milchprodukte und Käse sowie eingelegte Oliven und andere mediterrane Spezialitäten an. Mittags werden Pizzen im mobilen Steinofen vor Ort gebacken. Backwaren wollte man absichtlich nicht auf dem Markt haben, um den beiden örtlichen Bäckereien keine Konkurrenz zu machen. Nur Fleisch- und Wurstwaren gibt es dort allerdings nicht: „Vielleicht finden wir ja noch einen Metzger, oder ein Metzger findet uns“, hofft Joachim Clemens aus dem Bürgervereinsvorstand. „Der Markt mit seiner Mischung aus lokalen und überregionalen Produkten ist ein Anlaufpunkt für Jung und Alt, auch aus der Umgebung von Vilich-Müldorf“, berichtet Ober- und Gemüsehändler Michael Beckhaus.

 Immer schön Abstand halten: Kunden des Marktes haben sich an die Hygieneauflagen zu halten.
Immer schön Abstand halten: Kunden des Marktes haben sich an die Hygieneauflagen zu halten. Foto: Rainer Schmidt

Anbieter und Kunden sind zufrieden

Ergänzt wird das Angebot durch Vilich-Müldorfer, die alle vier Wochen Produkte aus dem Eine-Welt-Laden, selbstgemachte Marmelade oder Honig verkaufen. Fazit von Rainer Knieps vom BV: „Während des Marktvormittags herrscht immer Betrieb, sodass Anbieter und auch Kunden sehr zufrieden sind. Und zum Jubiläum halten wir für alle Marktbesucher eine Überraschung bereit.“

Doro Nickel, die gerade grätenfreien Fisch am Wagen von Fisch Bornschein gekauft hat, erzählt: „Bei uns gibt es jetzt nicht mehr freitags den traditionellen Freitagfisch, sondern dienstags, frisch vom Markt. Wir haben uns mit den Einkäufen den Markttagen angepasst.“

Bereits 2019 hatte der Bürgerverein ein grobes Konzept erstellt, wie und was man alles auf einem Wochenmarkt haben wolle. Ein Mitglied des BV hatte von einer Feier berichtet, auf der kurz vor dem Lockdown das „Pizza-Prinzip“ für alle Gäste Pizza machte. „Unser Mitglied sprach mit dem Besitzer, der ihm sagte, dass er und Kollegen wegen Corona noch neue Marktplätze suchen würden“, fährt Clemens fort. Innerhalb von anderthalb Wochen war das Kernteam der Marktbeschicker zusammen: Michael Beckhaus (Obst und Gemüse), Stefan Keul (Stefans Käsewelt), Fisch Bornschein und das Prizza-Prinzip von Boris Prinz. „Besondere Erwartungen hatten wir anfangs keine“, so Clemens, „wir wollten nur rasch etwas für den Ort tun. Doch der Ansturm hat uns dann mehr als überrascht.“ An den ersten Markttagen waren mehr als 200 Besucher da.

Von Anfang an haben Vertreter des BV immer darauf geachtet, dass die Coronaregeln auch eingehalten werden. Im Sommer, nach etwa vier Monaten, hätten sich die Besucherzahlen dann bei rund hundert pro Markttag eingependelt. „Besucherzahlen hin oder her“, so Peter Olzem aus dem Vorstand des BV: „Wir möchten und werden den Markt betreiben, solange beide, Kunden und Anbieter, zufrieden sind.“