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Erstes Buch: Volkswirt schreibt sein erstes Kinderbuch

Erstes Buch : Volkswirt schreibt sein erstes Kinderbuch

Mit „Quentin, der Abenteurer“ veröffentlicht Stefan Lilischkis aus Beuel Geschichten, die er sich einst für seine Kinder ausdachte. Sein erstes Buch hat er nun veröffentlicht.

Als Wissenschaftsjournalist schreibt der promovierte Volkswirt Stefan Lilischkis (54) vorzugsweise Forschungsberichte für die Europäische Kommission. Als Kinderbuchautor setzt er schon mit seinem Pseudonym Undino Woitrowitz das äußerlich deutliche Zeichen, sich mit seinem soeben erschienenen Buch „Quentin, der Abenteurer“ von seiner Alltagsroutine des Schreibens abzugrenzen. Doch so ganz ist ihm das forschende und strukturierte Vorgehen des Volkswirts in den elf fantasievollen Geschichten um den siebenjährigen Quentin und den großväterlichen Walter nicht verloren gegangen. Ein Vorzug, der zu dem vom Autor gewünschten Leseglück seiner jungen Leser beitragen kann.

Neun Jahre hat es gebraucht, bis die erste Geschichte von Quentins Erlebnissen in die Erzählung „Rettung in letzter Sekunde“ floss und nun im Buch erschien. Die Geschichte hatte Lilischkis zuvor seinem Sohn Nathan, heute 14 Jahre alt, erzählt. Die positive Erfahrung, seinem erstgeborenen Sohn im Italienurlaub – mangels zu wenig mitgenommenen Lesestoffs – eine selbst erdachte Geschichte zu erzählen, ermutigte Lilischkis, die Geschichte um Quentin fortzuschreiben.

Und er wäre kein Wissenschaftler, wenn er nicht jeden Gedanken, jeden Satz und jedes Wort auf seinen Gehalt und später auch auf seine Wirkung hin untersucht hätte. Anfänglich konnte ihm das Österreichische Institut für Jugendliteratur ein wichtiges Lektorat mit auf den langen Entstehungsweg geben. Später waren es auch die Kindergarten- und Grundschulkinder in Beuel, deren Reaktionen er beim Vorlesen genauestens studierte.

Immer wieder verfeinerte er so seine Texte, bis er das 184 Seiten starke Buch mit Bildern der jungen Kölner Illustratorin Helen Karl Ende September in einem Book-on-Demand-Verlag veröffentlichte. Durch sein 1987 in Köln begonnenes Journalistik- und Volkswirtschaftsstudium vermittelt der in Bielefeld aufgewachsene Lilischkis mit seinen Geschichten auch eine rheinische Gelassenheit, die man den Ostwestfalen ansonsten nicht unmittelbar zuschreibt. Im Nachhinein hat der Autor entdeckt und durch Zeichnungen von Karl in das Buch einfließen lassen, dass sich seine elf Geschichten auf das Rheinische Grundgesetz zurückführen lassen. Von „Et hätt noch immer joot jejange“ bis „Wat soll de Quatsch“ finden sich die rheinischen Lebensideale in den Geschichten – zumindest für die vorlesenden Eltern – wieder. Und dass Lilischkis unweit des Adelheidis-Stifts zu Hause ist, lässt auch die Namensgebung für die Polizistin Adelheid erkennen.

„Das Buch ist nicht nur eine Ansammlung von Abenteuergeschichten“, sagt er, „sondern mit dem Helden geschieht etwas.“ Quentin sei am Anfang ein eher schüchternes Kind, das sich im Laufe der Geschichten durch das Zusammensein mit dem „alten Walter“ immer selbstbewusster zeigt und „zum Unternehmer in eigener Sache“ wird.

 Allen Geschichten gemein ist der Wunsch des Autors, dass sie Leseglück vermitteln und in den Kindern etwas bewegen. Und dass sich die Kinder bestenfalls noch Jahre später an die Geschichten erinnern. So wie er selber auch gerne Astrid Lindgrens „Michel aus Lönneberga“ zitiert, an den er sich ein wenig in Quentins Liebe zu einem Baum und zur Natur anlehnt. Als ihm kürzlich sein jüngerer Sohn Finn beim Anblick eines herbstlich sonnigen Lichtspiels in den Bäumen sagte, es sei fast so schön anzusehen wie bei Quentin, war mit dem Vater Lilischkis auch der Autor Woitrowitz glücklich.

Undino Woitrowitz: „Quentin, der Abenteurer“, Verlag Tredition, 184 Seiten, 9,99 Euro