400-Kilometer-Radtour In vier Tagen mit dem Fahrrad von Beuel nach Mirecourt

Beuel · Alle zwei Jahre findet eine Radtour von Beuel nach Mirecourt statt. Zehn Teilnehmer sind diesmal zur viertägigen Reise durch das Ahrtal, die Eifel und die Vogesen bis in das französische Städtchen aufgebrochen.

 Die sportlichen Beueler Radfahrer kurz vor dem Aufbruch nach Mirecourt.

Die sportlichen Beueler Radfahrer kurz vor dem Aufbruch nach Mirecourt.

Foto: Regina Haunhorst

„Unsere Antwort auf den Ruhetag der Tour de France ist der Beginn unserer Reise!“ Mit diesen Worten eröffnete Thomas Fricke, Leiter und Organisator, die Unternehmung, erzählt er am Telefon, da hatte er schon 105 Kilometer in den Beinen. Mit neun anderen Teilnehmern ist er am Montag von Beuel nach Mirecourt aufgebrochen – mit dem Rad, vier Tage, 400 Kilometer.

Fricke leitet die Tour nach Frankreich seit 2001. „Es ist wieder eine Mischung aus Wiederholungstätern und neuen Gesichtern dabei. Manche fahren immer wieder mit, aber ein paar sind auch zeitlich verhindert, und dann können andere nachrücken“, sagt er. Bedingungen zum Mitfahren gibt es keine, man muss nur vorbereitet sein für eine solche Fahrradtour. Fricke sagt: „Ansonsten kommt man nicht mit.“

Die Zahl der Radler, die mitfahren können, ist nicht beschränkt, so seien beim letzten Mal 14 Teilnehmer dabei gewesen. Allerdings werde es dann auch komplizierter, Hotels für eine solche Gruppe zu finden. „Es wird dann auch schwieriger, die Gruppe zusammenzuhalten und zu gucken, dass alle mitkommen.“ Die Kosten für Hotels und Restaurantbesuche müssen die Fahrer selbst tragen.

Was sie aber nicht tragen müssen, ist ihr Gepäck. „Es gibt einen Begleitbus, der versorgt uns mit Wasser, Riegeln und ab und zu gibt’s dann auch mal Kuchen“, sagt Fricke. Zusätzlich werde in dem Bus eben auch das Gepäck transportiert.

So legen die Fahrer jeden Tag knapp mehr als 100 Kilometer zurück. Ohne Motorunterstützung. „Die Tour ist nicht für E-Bikes konzipiert“, stellt Fricke klar. „Das liegt daran, dass der Transport von Ersatz-Akkus oft schwierig ist und man außerdem nicht immer laden kann.“ Gerade bei den aktuellen Temperaturen sei das nicht immer angenehm, gesteht er. Aber oft gebe es Fahrtwind, der willkommene Abkühlung verschafft.

Weniger Zeit für Sehenswürdigkeiten

Dieses Jahr sei die Route auch direkter gewählt, man habe dabei wenig Zeit für Sehenswürdigkeiten. Konnte die Gruppe 2021 noch Verdun und Domrémy-la-Pucelle besuchen, bleibe für Ähnliches nun keine Zeit mehr. Das liege daran, dass man dieses Jahr nur vier statt fünf Tage Zeit habe, wodurch solche Schlenker nicht mehr möglich seien.

Zusätzlich gebe es immer noch Flutschäden an den Radwegen, die dadurch unbenutzbar seien. Man wolle trotzdem Sehenswürdigkeiten, die direkt am Wegesrand liegen, mitnehmen. „Der Weg ist ja auch Teil der Reise und solche Ausflüge gehören dazu, dafür nehmen wir uns dann Zeit.“

Für Donnerstagabend war die Ankunft in Mirecourt geplant. Dort wird dann mit den französischen Freunden der Nationalfeiertag am Freitag begangen. Es gebe abends zum Beispiel ein Feuerwerk. Frickes Französisch sei allerdings nicht überragend, gibt er zu. „Fürs Essen bestellen und nach dem Weg fragen reicht es.“ In Mirecourt müsse er sich deshalb mit Händen und Füßen verständigen, bis jetzt habe das aber noch immer funktioniert.

Seit 1969 verbindet Beuel und Mirecourt eine Städtepartnerschaft. Die Radtour entstand in den 1990er Jahren als Antwort auf eine Aktion der Mirecourter, erzählt Fricke. Es gab damals einen Staffellauf der Franzosen bis nach Beuel, auf den die Beueler antworten wollten. „Damals hatten die Leute allerdings keine Lust zu laufen und haben sich dann gesagt, dass sie mit dem Fahrrad fahren.“ Der Lauf war einmalig, die Fahrradfahrer machen sich dagegen immer noch jedes zweite Jahr auf den Weg.

Fricke behält von der Tour auch ein Souvenir bei all den Stunden im Sattel. Gegen Hinternschmerzen sei er machtlos, sagt er. „Da kann man nichts tun. Es ist eine der Voraussetzungen, dass man es gewohnt sein muss. Dann tut da auch nichts weh.“

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Wenn im Takt der Lokomotive Dampf
Im Modelleisenbahn-Wunderland
Fahrtag in der TapetenfabrikIm Modelleisenbahn-Wunderland
Aus dem Ressort