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Abenteuertage in Oberkassel: Vorbereitung für ein Mehrgenerationenprojekt

Abenteuertage in Oberkassel : Vorbereitung für ein Mehrgenerationenprojekt

An den Oberkasseler Abenteuertagen sind sehr viele Ehrenamtler beteiligt. 300 Kinder verbringen hier Ferientage.

Die Vorbereitungen für die Oberkasseler Abenteuertage laufen auf Hochtouren. Ins Schwitzen gerät das Orga-Team dabei nur noch selten. „Wir machen das zum 17. Mal“, sagt Johannes Heckmann. „Gewisse Dinge haben da einen sich immer wiederholenden Ablauf.“ Er hat den Posten von Hans-Peter Bürkner übernommen, der das Freizeitangebot seit der ersten Ausführung im Jahr 2000 geleitet hat. Der 54-Jährige hat sich aus zeitlichen und beruflichen Gründen von der Organisation zurückgezogen. „Es tritt auch eine gewisse Ermüdung ein.“ Er mache aber noch die Moderation in der ersten Sommerferienwoche.

Seit Anfang Januar wird schon fleißig geplant: Holz, Nägel, Werkzeug und anderes musste beschafft werden, denn man will ja wieder viel bauen. Das Thema lautet „Mittelalter“, an den ersten beiden Tagen wird hauptsächlich gewerkelt, vielleicht auch noch länger, „weil wir dieses Jahr eine von Palisaden umgebene Stadt bauen wollen“, so Heckmann. Laut Bürkner ist dieses Thema das erste in den 17 Jahren, das sich wiederholt. „Wir haben 2001 eine Burg errichtet.“

Das war überhaupt das erste Motto, nachdem man im Jahr 2000 einfach mit den Kindern auf dem Oberkasseler Friedensplatz Hütten gebaut und gespielt hatte. Er erinnert sich an die Anfänge: „Es gab eine Diskussion in der damals noch nicht als Verein organisierten Zukunftswerkstatt.“ Einige Eltern wollten für die Sommerferien ein Angebot vor Ort für ihre Kinder schaffen, man dachte zunächst an einen permanenten Bauspielplatz. „Daraus ist das entstanden“, so Bürkner.

Mittlerweile engagieren sich 50 bis 60 Jugendliche als Helfer, die aus dem Teilnehmeralter herausgewachsen sind. „Das sind zu 80 Prozent Jugendliche.“ Auch Abiturienten, Azubis, Studenten und Erwachsene helfen mit: „Das ist ein Mehrgenerationenprojekt.“

Momentan gebe es einen Generationenwechsel, meint Heiner Jacobs vom Orga-Team. Ältere Erfahrene würden wegfallen, dafür kämen Ersthelfer nach.

Zu den Aufgaben gehören Toiletten beschaffen, Genehmigungen bei Behörden einholen und den Versicherungsschutz für die Kinder regeln, die während der Abenteuertage auf dem Friedensplatz sind. Die Vorbesprechungssitzungen sind jedenfalls abendfüllend.

Bis zu 300 Kinder ab dem ersten Schuljahr werden erwartet, die Armbrüste basteln, Zaubertränke brauen und eine Zugbrücke bauen. Trotz der Größe habe die Veranstaltung „einen relativ familiären Charakter“, sagt Heckmann. Auch Lea (7) macht mit. Worauf sie sich am meisten freut? „Meiner Mutter zu helfen.“ Die ist nicht verwundert: „Letzten Endes fiebern alle dem Helferstatus entgegen“, sagt Izumi Fuchs, die wie auch Inge Hess und Sven Frömbgen zum Orga-Team gehört.

Sie danken den Oberkasseler Bürgern und Geschäftsleuten für die Unterstützung: Viele gäben Geld, eine Bäckerei liefere Brötchen, eine Apotheke gebe Pflaster, der Strom komme von einer angrenzenden Autowerkstatt und so weiter. Auch das Jugendamt der Stadt Bonn unterstützt die Veranstaltung. „Uns ist wichtig, dass wir auch im Ort sind mit den Abenteuertagen“, sagt Jacobs.

Dass dem so ist, merkt man auch, wenn man in die Gärten in Oberkassel sieht: In vielen stehen Hütten, die während des Ferienprogramms gebaut wurden. Am Ende kann man sie gegen Spenden haben. Wer noch helfen will, ist den Organisatoren übrigens herzlich willkommen.