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Wäscherprinzessin Romina I.: Romina Markmann vereint Karneval und Kirmes

Vom Rummel auf den Narrenthron : Wäscherprinzessin Romina I. vereint Karneval und Kirmes

Die neue Wäscherprinzessin Romina I. kommt aus der Beueler Schaustellerfamilie Markmann. Aber schon früh hat sie den Karneval lieben gelernt und tanzte bei den Beueler Stadtsoldaten.

Beuels bekannteste Brauchtümer  - Weiberfastnacht und Pützchens Markt – vereinen sich in dieser Karnevalssession kompromisslos in einer Person: Romina Markmann. Die auserwählte Wäscherprinzessin, die an diesem Freitag im Brückenforum als Romina I. den Narrenthron besteigen wird, stammt aus der Schausteller-Dynastie Markmann. Die Familie ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil des Jahrmarkts in Pützchen sowie der deutschen Schaustellerszene und reiht sich nahtlos in die Beueler Kirmestradition der Familien Barth, Kipp und Hölzgen ein.

Die 22-Jährige ist Schaustellerin durch und durch. Sie lebt das Jahr über auf den Kirmesplätzen und betreut die Fahr- und Schankgeschäfte ihrer Eltern, Hubert und Claudia Markmann. Bruder Marcel hat die gleichen Gene: Der Markmannsche Nachwuchs vertritt das Schaustellergewerbe mit Stolz. Aber wie lassen sich Kirmes und Karneval  vereinen?  „In Beuel ist das gar kein Problem. Ich bin mit beiden Traditionen groß geworden. Beide Brauchtümer verbinden Menschen und sorgen dafür, dass Gäste gut unterhalten werden und sich wohl fühlen“, sagt Romina Markmann.

Romina, die im Pfaffenweg aufgewachsen ist und heute in Euskirchen wohnt, tanzte im Kinder- und später im Kadettencorps der Beueler Stadtsoldaten. Als ihre Freundin Luisa Braun 2017 Wäscherprinzessin wurde, schlüpfte Romina in die Rolle einer Wäscherin. Spätestens damit war für sie klar: „Ich will Wäscherprinzessin werden.“ Seit Anfang April letzten Jahres weiß Romina, dass sie die Auserwählte für die Session 2020 ist. Seitdem laufen die Planungen und Vorbereitungen auf Hochtouren. Und die To-Do-Liste ist lang: Sessionsmotto finden, Spitze einkaufen, Kleid nähen lassen, Wäscherinnen bestimmen, Tollitätenempfang vorbereiten, Fototermine festlegen, Orden entwerfen, Damenkomitee einstimmen und so weiter.  Und das sind die Ergebnisse: Die Spitze wurde in Köln gekauft, das Kleid in Aegidienberg von einer Schneiderin genäht, Fotos und Orden sind erstellt, die Wäscherinnen sind Lena Obliers aus Oberkassel und Sabrina Michel aus Holzlar, der Empfang ist vorbereitet, das Damenkomitee eingestimmt und das Sessionsmotto lautet „Beuele Wieve klassisch jeck, mit Beethoven he an jeder Eck“.

An die Tatsache, dass Beethoven in ihrer Session seinen 250. Geburtstag feiert und damit thematisch alles überlagert, musste sich Romina erst gewöhnen. Als 22-Jährige kann sie mit der Musik Beethovens (noch) nicht viel anfangen. „Ich habe mich schon gefragt, ob ich mich mit dem Motto identifizieren kann. Aber heute habe ich mich an den Gedanken gewöhnt und bin vielleicht ein wenig stolz darauf, dass Beethoven und ich in diesem Jahr Grund haben, gemeinsam zu feiern“, sagt sie selbstbewusst.

Gespannt ist die Tollität in Lauerstellung auf ihre Sternenjagd. Wie in den Vorjahren muss die Wäscherprinzessin bei ihren fast 200 Auftritten 13 Prüfungen absolvieren – so viele wie Sterne im Beueler Wappen existieren. Allerdings weiß Romina nicht, bei welchem Auftritt sie geprüft wird. Nur, wer an Weiberfastnacht 13 goldene Sterne in der Hand hält, darf das Beueler Rathaus stürmen.

Romina gibt sich in beiden Fällen siegessicher: „Ich werde die 13 Aufgaben lösen und anschließend das Rathaus erobern. Mein Vater hilft seit etwa 15 Jahren beim Rathaus-sturm mit seinem Kran und sorgte dafür, dass meine Vorgängerinnen ein Schlupfloch finden konnten. Da wäre es doch urkomisch, wenn ihm das mit seiner Tochter nicht gelingen würde.“   Außerdem seien ihre Schutztruppen, die Beueler Stadtsoldaten und das Alte Beueler Damenkomitee, so sturmerprobt, dass die Bürgermeisterriege auch 2020 keine Chance haben wird.