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Baumpflegearbeiten im Ennert: Waldarbeiter schneiden Bäume im Ennert zurück

Baumpflegearbeiten im Ennert : Waldarbeiter schneiden Bäume im Ennert zurück

An drei Straßen in Beuel, die den Ennert durchqueren, schneiden Arbeiter derzeit die Bäume zurück. Das soll für mehr Sicherheit bei den Verkehrsteilnehmern sorgen.

Es ist ein wundersames Gerät, was sich am Dienstag an der Nordseite der Oberkasseler Straße den Berg hinunterbewegt hat. Es ist im Ennert im Einsatz. Wie berichtet, lässt das Re­gio­nal­forst­amt Rhein-Sieg-Erft hier Bäume an den Haupt­ver­kehrs­stra­ßen zurückschneiden.

Zur Verkehrssicherheit ist der Bereich als Wanderbaustelle ausgewiesen. Das Gefährt sieht aus wie ein vierrädriger Bagger. Doch statt einer Schaufel ist ein beweglicher Arm angebracht. Mit zwei großen, sehr stabilen Scheren schneidet der Fahrer ab, was abgeschnitten werden muss. Mit mehreren Greifzangen legt er den Schnitt dahinter wieder ab. „Der soll da einfach liegenbleiben“, sagt Revierförster Bernd Sommerhäuser.

Zugleiche pirsche sich das Wild nur so weit an die Straße heran, solange es aufgrund des Bewuchses vor Blicken etwa durch Autofahrer geschützt sei. Rehe, Wildschweine und andere Tiere würden weiter hinten stehen, wo alles höher ist. Vorteil für die Fahrer sei bei den Arbeiten, dass sie eine breitere Sicht auf das haben, was vor ihnen die Straße überqueren möchte.

Verzögerung bei den Arbeiten

Die Pflegeschnitt-Arbeiten an der Oberkasseler Straße, an Pützchens Chaussee und an der Langemarckstraße sollen am Freitag dieser Woche erledigt sein. Doch nun hat es an der Oberkasseler Straße nicht so ausgesehen, als könne dies gelingen. Ein Grund dafür soll der leicht verspätete Beginn am Montag sein. „Wir konnten erst am Mittag statt am Morgen beginnen“, sagt Sommerhäuser. „Die geplante Dauer von einer Woche war eine erste Schätzung, und es ist nicht auszuschließen, dass wir Verlängerung beantragen müssen.“

Der Grund für den Pflegeschnitt sei, sogenannte Stockausschläge, also neue Triebe aus dem Baumstumpf, und dergleichen mehr, zu entfernen, sagt Sommerhäuser. Teilweise seien sie an den Straßenseiten derart angewachsen, dass sie in die Bereiche der Fahrbahnen – oder wie an Pützchens Chaussee in den Radweg – hineingewachsen sind. „Wir erreichen durch diese Maßnahme mehr Sicherheit auf den Straßen“, sagt Sommerhäuser.

Pflegeschnitt gab es zuletzt 2015

Dies sei keine Aktion, die jedes Jahr erfolgen müsse. Die zuletzt durchgeführte Maßnahme war, so erinnert sich Sommerhäuser, 2015. Damals habe man auch den einen oder anderen Gefahrenbaum am Straßenrand entfernt. Naturgemäß würden diese jedoch wieder aus dem Stock heraus ausschlagen, während die Wurzeln im Erdreich allmählich verfaulten. „Deshalb müssen nicht nur Sträucher, sondern auch die Stockausschläge zurückgeschnitten werden“, sagt Sommerhäuser.

Dass diese Arbeiten jetzt ausgeführt werden, hat seinen Grund übrigens nicht im Bundesnaturschutzgesetz, das es Privatleuten ohnehin erst zwischen dem 1. März und dem 30. September verbietet, Bäume und Sträucher zurückzuschneiden. „Dieses Gesetz gilt nicht für Forstarbeiten“, so Sommerhäuser. „Aber wir wollten vor der Krötenwanderung, die bei entsprechendem Wetter bald wieder beginnt, fertig sein.“ Doch, ob der nächste Schnitt wieder erst in sechs Jahren durchgeführt wird, das kann heute noch nicht vorhergesagt werden.