Neuer Vorsitzender des Heimatvereins Warum Willi Baukhage gerne Punkrocksongs auf Bönnsch übersetzt

Beuel · Der stadtbekannte Bonner Karnevalist und Künstler Willi Baukhage leitet nun den Heimat- und Geschichtsverein in Beuel. Was den 67 Jahre alten Ruheständler motiviert, sich für das Heimatmuseum einzusetzen und was das mit seiner Sicht auf Bonn zu tun hat.

 Willi Baukhage vor dem Heimatmuseum mit einem historischen Fahrrad.

Willi Baukhage vor dem Heimatmuseum mit einem historischen Fahrrad.

Foto: Benjamin Westhoff

Er war Bonner Prinz, Schultheiß und Literat der Bonner Stadtsoldaten und Präsident der Großen Dransdorfer Karnevalsgesellschaft: Willi Baukhage, leidenschaftlicher Karnevalist und Künstler, ist seit Kurzem neuer erster Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Beuel.

Die meisten seiner karnevalistischen Ämter hat er 2023 aufgegeben. Doch was treibt den 67 Jahre alten Ruheständler aus Duisdorf dazu, sich nun verstärkt im Beueler Heimatverein zu engagieren? Bei einem Gespräch im Büro des Heimatmuseums verdeutlicht Baukhage zunächst, dass er sowohl Bonn mit seinen Stadtbezirken als Einheit versteht als auch das Museum als Erinnerungsort für die ganze Stadt. „Wir sind ein Bonner Museum. Alle Menschen sind hier willkommen.“

Heimatverein sucht Geschäftsführer und Schriftführer

Willi Baukhage war bisher stellvertretender Vorsitzender und übernimmt das Amt nun von Rainer Krippendorf (81), der nicht mehr kandidierte. Neue stellvertretende Vorsitzende ist die bisherige Geschäftsführerin Christina Bertram-Mayer. Ebenfalls ausgeschieden ist die langjährige Museumsleiterin Inke Kuster. Sie wurde für ihre herausragenden Leistungen vom Vorstand als Ehrenmitglied vorgeschlagen und einstimmig gewählt. Ihr folgt Elisabeth Rollfs und als deren Stellvertreter Otto Schwarz. Birgitta Schaaf wurde als Schatzmeisterin bestätigt, ebenso die Beisitzer Valeska Völkel-Graumann und Sebastian Jenal (Özi). Neue Beisitzerin wurde Heidi Froese-Jauch.

Die Geschäftsführung und die Schriftführung bleiben also zunächst vakant und müssen vorerst vom Gesamtvorstand getragen werden. Baukhage lädt alle Interessierten ein, den Verein und seine Mitglieder kennen zu lernen und sich so zu engagieren. Austausch und Arbeitsteilung je nach Zeit und Befähigung – so könnte dabei Baukhages Marschroute heißen. „Wir sind ein Museum von Menschen für Menschen“, sagt er.

Ein Museum für jedermann

Das Heimatmuseum zeige, wie die Menschen in Bonn gelebt haben, um bei Besuchern und Besucherinnen im Idealfall positive Erinnerungen zu wecken. „Wir sind kein Museum der Könige und Kaiser, sondern ein Jedermann-Museum.“ Besonders freut sich der neue Vorsitzende über die jungen Mitglieder, die Führungen anbieten oder Besucherdienste leisten.

Willi Baukhage bietet sogar Führungen auf Bönnsch an. Sein Faible für Mundart war es auch, das ihn zum Übersetzer des mutmaßlich ersten Punkrocksongs auf Bönnsch machte. Denn niemand anderes als der Sänger der Altstadt-Band „Die Manfreds“ bat für den neuen Song um Unterstützung. Kein Problem, dachte Willi Baukhage, setzte sich dran und übersetzte die hochdeutschen Verse in plattdeutsche. „Das fand ich total lustig“, meint er. „Sehr schön, wenn man auch so was mal machen kann.“

Das Heimatmuseum an der Wagnergasse 2-4 ist mittwochs, samstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung. Für den 12. April ist ein Haus- und Hofputztag am und im Museum vorgesehen für Vorstandsmitglieder und alle anderen Mitglieder, die Zeit und Lust haben. Anlässlich des Tages der Erde am 22. April bietet der Heimatverein in Zusammenarbeit mit dem Goldfuß-Museum eine Infoveranstaltung zum Thema Wasser an, und zwar von 14 bis 18 Uhr. Für den 30. April ist das Maiansingen mit den „Museums-Mösche“ geplant. Der Eintritt ist frei. Aufgrund der großen Nachfrage ist die Ausstellung rund um die 200-Jahrfeier der Beueler Weiberfastnacht bis zum 30. Juni verlängert worden.

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