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Beueler macht einen Podcast : Wer ist der Weihnachtsmann-Mörder?

Beueler macht einen Podcast : Wer ist der Weihnachtsmann-Mörder?

Wer hat den Weihnachtsmann mit der Christbaum-Spitze ermordet? Mit diesem skurrilen Fall befasst sich der Beueler Tim Schaaf im Comedy-Podcast „Die Wochennotiz“.

Mit ihrem Krimi-Hörspiel „Die ekelerregende Poolleiche“ haben Tim Schaaf aus Beuel und der Troisdorfer Niklas Fauteck aus einer kleinen, während der ersten Corona-Welle entstandenen Idee ein kleines Improvisations-Glanzstück kreiert. Die Betreiber des Podcasts „Die Wochennotiz“ gehen als von ihnen gesprochene Ermittler Daniela Hartwich und Viktor Svarowsky im „Herner Sündenpfuhl“ auf Verbrecherjagd. Ihr nächster wendungsreicher Einsatz hat die „Ruhrpottkommissare“ nun in das von Missgunst und Argwohn durchsetzte Herner Weihnachtsmarktmilieu geführt.

In der Folge „Morgen stirbt der Weihnachtsmann!“ haben Hartwich und Svarowsky einen kniffligen Mordfall zu lösen: Eine als Weihnachtsmann kostümierte Leiche wurde im Krippenspiel aufgefunden – erstochen mit einer Christbaumspitze. Die Premiere mit anschließendem Live-Talk hat am Donnerstagabend auf dem Youtube-Kanal von „Die Wochennotiz“ stattgefunden.

Hartwich und Swarovski? Diese Namen sollten insbesondere geneigten RTL-Zuschauern geläufig sein. Doch während das Moderatoren-Duo Victoria Swarovski und Daniel Hartwich regelmäßig bei der Fernseh-Tanzshow „Let’s Dance“ ihr Talent unter Beweis stellt, sind ihre (Fast-)Namensvettern aus der ehemaligen Zechenstadt gänzlich der Fantasie der beiden Podcaster Fauteck und Schaaf entsprungen. „Die beiden Namen klingen, wenn man sie zusammen ausspricht, einfach nach einem dieser Ermittler-Duos aus den TV-Krimis“, sagt Fauteck. Und: „Für Herne als Handlungsort haben wir uns entschieden, weil wir bei unseren Brainstorming-Sessions nach einer trivialen Kleinstadt in NRW gesucht haben. Außerdem kommt unser Sounddesigner aus Herne“, scherzt der studierte Technikjournalist.

Während seines Studiums an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg moderierte Fauteck beim Campusradio. Dort lernte er Tim Schaaf kennen, mit dem er seit 2014 wöchentlich ihren „Wochennotiz“-Podcast betreibt. „Es ist eine wilde Mischung aus Weltgeschehen und beobachteten Alltagserlebnissen. So wie letztens, als ich wieder mal beobachtete, wie die Leute in Zügen panisch den Knopf für die Tür drücken, obwohl der Bahnhof noch fünf Minuten entfernt ist“, erklärt Schaaf.

Der gebürtige Beueler hat bei ihrem Comedy-Hörspiel zum wiederholten Mal der besonnenen Ermittlerin Daniela Hartwich seine Stimme geliehen. „Aus Mangel an weiblichen Sprechrollen“, wie Schaaf feststellt. „Für unseren zweiten Fall stellten sich genügend Kollegen und Kolleginnen aus der Podcast-Szene zur Verfügung. Aber aus Gründen der Kontinuität übernahm ich selbstverständlich wieder die Rolle der Daniela Hartwich.“

Die zweite Auflage der TV-Krimi-Parodie besticht durch einen weit aufwändigeren Produktionsprozess. Ist den Sprechern während ihrer ersten Folge der Spaß am Improvisieren nicht bloß aufgrund der kaum verhohlenen Lacher in der Aufnahme deutlich anzumerken gewesen, haben sie das Maß an extradiegetischem Gekicher dieses Mal merklich heruntergesetzt.

Und anders als bei der Premierenfolge, bei der Schaaf und Fauteck in weiten Teilen „einfach drauflos improvisierten“, ist nun im Vorfeld ein Drehbuch entstanden. „Beim ersten Mal wussten wir gar nicht, wo wir hinwollten mit der Geschichte oder wo wir noch eine weitere Stimme herholen sollten. Jetzt hatten wir vor den Aufnahmen bereits ein Grundgerüst“, sagt Schaaf. „Bei der „Poolleiche“ hatten wir keinen Plan. Jetzt hatten wir fast 20 Teilnehmer zur Verfügung und einen ausgeschrieben Plot. Aber trotz dieser Hochwertigkeit achteten wir darauf, dass nicht der Eindruck entsteht, alles sei bis ins Detail ‚gescriptet‘“, ergänzt Fauteck. Er hat erneut den etwas unfokussiert agierenden Kommissar Svarowsky gegeben.

In der Tat scheint den gut aufgelegten Sprechern genügend Raum geblieben zu sein, sich zu entfalten. Für eine täuschend echte Horst-Lichter-Impression hat es ebenso die Gelegenheit gegeben, wie für zahlreiche spontane Wortspiele aus der Kategorie: „So schlecht, dass sie schon wieder gut sind.“

Das gesamte Projekt ist online entstanden, sodass alle Teilnehmer ihre Beiträge von zu Hause aus leisten haben leisten können. Das Resultat ist ein witziges Improvisationsstück, eingedeckt in einen klassischen „Whodunit“-Fall zum Mitraten (auf Deutsch in etwa „Wer war’s?“). „Das Projekt ist ganz schön groß geworden. Vielleicht gibt es ja noch eine dritte Folge“, sagt Fauteck.