Nach dem Kahlschlag in Neu-Vilich Wie man eine offizielle Grünpatenschaft übernimmt

Neu-Vilich · Bei der Rodung des Grünstreifens auf der Maria-Montessori-Allee wurden auch Pflanzen vernichtet, die Anwohner in „stiller Patenschaft“ gepflegt hatten. Wie man eine offizielle Patenschaft beim Amt für Stadtgrün übernimmt und was man danach tun muss.

Ein Bagger auf der Maria-Montessori-Allee in Aktion.

Ein Bagger auf der Maria-Montessori-Allee in Aktion.

Foto: Benjamin Westhoff

Nach dem Kahlschlag für mehr Artenvielfalt auf dem Grünstreifen der Maria-Montessori-Allee erklärt das Amt für Stadtgrün, wie man eine offizielle Grünpatenschaft übernehmen kann und was dabei zu beachten ist. Denn bei einer offiziellen Grünpatenschaft kennt die Verwaltung ihre Ansprechpartner und kann diese informieren, bevor – wie in Neu-Vilich – die Bagger kommen.

Grundsätzlich freue sich das Amt für Umwelt und Stadtgrün über jede ehrenamtliche Unterstützung zur Verschönerung und Pflege einer öffentlichen Grünfläche oder eines Beetes, teilt es mit. Dank dieses Engagements können sich die Mitarbeitenden in den Gärtnerstützpunkten der Stadt Bonn nämlich intensiver um andere Flächen kümmern.

Auf welche Art und in welchem Umfang die Bürger tätig werden, hängt dem Amt zufolge von der jeweiligen Grünfläche und dem persönlichen Einsatz ab. So kann man selbst tätig werden oder eine Firma mit der Pflege oder der Gestaltung beauftragen. Die Stadt Bonn verweist darauf, dass vor einer Neugestaltung oder einer größeren Umgestaltung eine Abstimmung mit dem Amt für Umwelt und Stadtgrün zwingend erforderlich sei. Bewerben können sich Interessierte per E-Mail an gruenpaten@bonn.de.

Welche Aufgaben mit einer Grünpatenschaft verbunden sind

Wenn der Boden im Beet sichtlich abgesackt ist, sollte der Pate ausgleichend Erde oder Mutterboden bis zur Höhe des angrenzenden Verkehrsbelages aufbringen. Höher darf der Boden nicht werden, da dadurch die Wurzelatmung eingeschränkt und Fäulnis am Wurzelhals begünstigt wird. Die oberste Bodenschicht sollte regelmäßig schonend etwa mithilfe einer Hacke gelockert werden. So bleiben Wasser- und Luftdurchlässigkeit erhalten. Im Bereich von Baumwurzeln soll der Boden aber nur flach im oberen Bereich gelockert werden, um keine Baumwurzeln zu beschädigen.

Die Grünpaten können vorhandene Pflanzung mit Stauden, Gräsern und Blumenzwiebeln, Rosen oder niedrigen Laubsträuchern ergänzen. Jahreszeitliche Bepflanzungen mit Frühjahrs-, Sommer- und Herbst-Blühern sind ebenfalls möglich. Wünschenswert sind aus Sicht der Stadt Pflanzen, die Bienen oder anderen Insekten Nahrung bieten.

Bäume benötigen in den ersten circa acht Jahren nach dem Pflanzen in Trockenzeiten und bei Hitze je nach Alter des Baumes etwa alle sechs Tage 100 bis 150 Liter sauberes, klares Wasser. Bodendecker, Stauden, Gräser und Sträucher benötigen circa 10 bis 20 Liter pro Quadratmeter. Nach der Standzeit ist eine Wässerung nicht mehr zielführend, da die Feinwurzeln, die für die Wasseraufnahme zuständig sind, mit einer Wässerung nicht mehr erreicht werden.

Was von Hand entfernt werden sollte

Wildkrautaufwuchs, Baumsämlinge und verblühte oder abgestorbene Pflanzenteile sollten von Hand entfernt werden. Hinzu kommen Staudenrückschnitte im Herbst oder im Frühjahr vor dem Austrieb und eventuell im Sommer, Rasenmähen und das Entfernen von Laub sowie von Unrat oder Abfällen.

Über Beschädigungen, Schädlinge oder Krankheiten aller Art sollten die Paten das Amt für Umwelt und Stadtgrün informieren. Das ist der Stadt zufolge auch dann erforderlich, wenn in der Grünfläche Autos geparkt werden oder Baumaterial oder Ähnliches abgeladen wurde.

Weitere Hinweise zur Verkehrssicherheit und zur Bepflanzung der Patenschaftsbeete stehen auf der Internetseite der Stadt Bonn unter www.bonn.de (Suchbegriff: Grünpatenschaften).