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Wie schlägt sich der Verein Jugendfarm Bonn durch die Corona-Zeit

Beliebter Treffpunkt : Die Jugendfarm in Beuel hat wieder geöffnet

Drei Monate lang war die Anlage vor den Ferien geschlossen. Seit Beginn der Sommerferien können Jugendliche dort wieder spielen, werkeln, basteln und Freunde treffen.

Eifrig hämmert der neunjährige Julian mit seinem Freund Lennart einen Nagel in ein Brett. Kurzer Test, ob alles hält und schon widmen sich die Jungen dem nächsten Nagel. Seit Beginn der Sommerferien kommen sie beinahe täglich auf die Jugendfarm in Beuel. Dort können sie zusammen spielen, werkeln, basteln und nach langer Zeit wieder Freunde treffen. Zwölf Wochen musste die Jugendfarm coronabedingt schließen. „Für viele Kinder ist in der Zeit ein Ausgleich weggebrochen“, sagt Corinna Reschat, Leiterin des Fachbereiches Offene Arbeit. „Unsere Aufgabe war es dann, zu überlegen, wie wir die Kinder trotz der Schließung erreichen können.“

Die Antwort war schnell gefunden: Videos mit Bastelanleitungen und Spielevorstellungen wurden in den sozialen Netzwerken hochgeladen, dazugehörige Bastelsets vorbereitet und in einer Box an der Jugendfarm zum Abholen platziert. „Bereits am nächsten Tag war die Box leer“, erzählt Mitarbeiter Alexander Vogels. Obwohl die Videos bei den Kindern gut ankamen und die Jugendfarm diese Idee weiterführen will, waren alle Beteiligten froh, als die Farm wieder öffnen durfte. Besonders in Erinnerung blieb Reschat die Reaktion eines Kindes: „Das Kind trat bei uns auf den Hof, atmete tief ein und sagte: Endlich wieder was anderes riechen.“

Weniger Teilnehmer, Anmeldung und Abstand

Um das Ferienprogramm trotz Corona durchführen zu können, musste die Jugendfarm einige Vorgaben erfüllen. Statt 80 bis 120 Kinder dürfen derzeit nur bis zu 40 Kinder kommen. „Das liegt daran, dass wir unsere Innenräume geschlossen haben“, so Reschat. In geschlossenen Räumen sei es schwieriger, den Mindestabstand einzuhalten. Nur der „Kiosk“ habe weiterhin geöffnet. In dem können die Kinder unter anderem kochen und backen. „Eigentlich ist der Raum auch als Rückzugsort bei schlechtem Wetter gedacht, aber der Regen stört die Kinder überhaupt nicht“, sagt Vogels. Besonders Kindern, die in eher kleineren Wohungen leben, habe der viele Platz gefehlt.

Zusätzlich zu der reduzierten Besucherzahl muss sich jedes Kind am Eingang anmelden. „Dabei müssen wir darauf achten, dass sich an der Anmeldung keine lange Schlange bildet“, sagt Reschat. Zudem wurden auf dem Gelände mobile Handwaschstationen aufgebaut und die Toiletten werden häufiger gereinigt. Gruppenbesuche sind noch nicht wieder erlaubt „Alles in allem versuchen wir für die Kinder eine so normale Welt zu schaffen, wie unter den Umständen möglich ist“, sagt die Fachbereichsleiterin. Für die Kinder scheint die Welt auf der Jugendfarm wieder wie früher zu sein. „Hier kann ich endlich wieder Sachen bauen, kreativ sein und meine Freunde sehen“, sagt der neunjährige Julian. „Langeweile kommt hier nicht auf.“

Wie es nach den Ferien auf der Anlage der Jugendfarm konkret weitergeht, wisse Reschat noch nicht. „Wir warten erstmal ab, was sich an der Coronaschutzverordnung noch ändert“, so die Fachbereichsleiterin. „Hauptsache, wir sind da für die Kinder und sind wieder der Ort der Begegnung, der wir vor der Krise waren.“