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Gespräch am Wochenende Karl-Heinz Zwiebler: „Wir sind eine Badminton-Familie“

Gespräch am Wochenende Karl-Heinz Zwiebler : „Wir sind eine Badminton-Familie“

Obwohl er im Sport national wie international sehr erfolgreich war, gehören Bescheidenheit und Demut zu seinen wichtigsten Eigenschaften. Karl-Heinz Zwiebler, der fast 50 Jahre dem deutschen, aber vor allem dem Beueler Badmintonsport Gesicht und Stimme verliehen hat, wurde jetzt vom Deutschen Badminton Verband (DBV) mit der Ehrenplakette ausgezeichnet.

Nach 30 Jahren Verbandsarbeit, viele Jahre in der Jugendarbeit tätig,  zuletzt zwölf Jahre lang als DBV-Vizepräsident, hat sich Karl-Heinz Zwiebler vor allem um den Breitensport gekümmert. Bei der jüngsten Verbandstagung trat er nicht mehr für das Präsidium an. Mit Zwiebler sprach Holger Willcke.

Herr Zwiebler, was gab den Ausschlag für Ihre Entscheidung?

Karl-Heinz Zwiebler: Ich bin sehr dankbar für die  Erfahrungen, die ich als Sportfunktionär sammeln durfte, aber alles hat seine Zeit. 2021 werde ich 70 Jahre alt – ein guter Zeitpunkt, um in den „Funktionärs-Ruhestand“ zu treten und Jüngeren die vielfältigen Aufgaben zu übertragen.

Verabschiedung und Ehrung in Corona-Zeiten fielen doch sicherlich unpersönlich aus – oder?

Zwiebler: Nein, der DBV hatte sich wirklich etwas sehr Nettes einfallen lassen. Während ich vor dem Computer den Verbandstag verfolgte, klingelte es bei uns an der Haustür. Plötzlich stand mein langjähriger Doppelpartner, Ehrenvorsitzender des 1. BC Beuel und Freund Roland Maywald hinter mir. Er überreichte mir dann Ehrenplakette und Urkunde. Das hat mich schon gerührt.

Um welche Aufgabengebiete haben Sie sich als Vizepräsident gekümmert?

Zwiebler: Unter dem Oberbegriff Breitensport versammelten sich Behindertensport, Breitensport, Frauensport, kommerzielle Badminton-Center und, ganz wichtig, der Schulsport. Für jedes Aufgabengebiet hatte ich zahlreiche Mitstreiter und -innen – ohne die gesamte Mannschaft hätte ich diese  vielfältige Arbeit nicht leisten können.

Was für Gene benötigt man, um sich solange einer Sportart verschreiben zu können?

Zwiebler: Ganz ernst kann ich die Frage nicht beantworten, aber sicherlich muss man schon etwas verrückt sein und das nötige Herzblut besitzen, um allen Anforderungen möglichst gerecht werden zu können. Aber private Konstellationen haben mir die Entscheidung nie schwergemacht. Wir sind eine Badmintonfamilie und dadurch hat sich vieles von alleine ergeben.

Das war auch der Grundstein für die Badmintonkarriere Ihrer Kinder?

Zwiebler: Ja, sie waren von Kindesbeinen an mit uns in den Hallen unterwegs, und wir haben viel mit ihnen gespielt. Daher waren sie schon in jungen Jahren sehr erfolgreich und hatten selbst Spaß und Freude am Badmintonsport.

Haben Sie immer beim 1. BC Beuel gespielt?

Zwiebler: Nein. Die ersten Schläge habe ich bei der DJK Don Bosco Beuel erlernt. Meinen ersten wichtigen Titel gewann ich 1969 mit Manfred Huhn  bei den Deutschen Meisterschaften im Jungendoppel. Zwei Jahre später wechselte ich dann zum 1. BC Beuel, der damals schon sehr erfolgreich war und zu den Vereinen gehörte, die 1971 in der neu gegründeten 1. Bundesliga starten durften.

Die Begeisterung für den Badmintonsport ist deutschlandweit ungebrochen. Wie erklären Sie das?

Zwiebler: Badminton ist für alle Altersgruppen geeignet und Frauen und Männer können diesen Sport gemeinsam ausüben. Hinzu kommt, dass die Ausrüstung nicht allzu teuer ist. Auch als Schulsportart ist Badminton bestens geeignet, da man ein schnelles Erfolgserlebnis haben kann  – und das ist besonders für Kinder und Jugendliche wichtig, damit sie motiviert sind, weiterzuspielen.

Roland Maywald hat in diesem Jahr den Vorsitz des 1.BC Beuel abgegeben. Sie treten jetzt auch kürzer. Endet jetzt die Ära Maywald/Zwiebler?

Zwiebler: Nicht ganz, denn Roland Maywald ist nunmehr Ehrenvorsitzender  des 1. BC Beuel und weiterhin in die Vorstandsarbeit eingebunden. Nach wie vor werden wir beide als Trainer für den Verein aktiv sein. So lange wir gesund bleiben, legen wir die Schläger nicht aus den Händen. Ich werde auch in Zukunft gerne bei Bedarf in einer der unteren Mannschaften aushelfen.

Wie halten Sie sich fit?

Zwiebler: Auf dem Fahrrad, am liebsten fahre ich mit dem Rennrad durch das Siebengebirge oder die Eifel. Ich gehe, wenn möglich, einmal wöchentlich in die Halle, um in einer „Oldie-Gruppe“ Doppel zu spielen.

Ihre Ehefrau hatte mit dem Karneval in Beuel immer noch ein zweites, für sie ganz wichtiges Standbein. Wie stehen Sie zum Karneval?

Zwiebler: Ich war immer gerne nur der Ehemann der Obermöhn.  Ich habe sie unterstützt, damit sie genügend Zeit für ihr Ehrenamt  aufbringen konnte. Bei Veranstaltungen des Damenkomitees  helfe ich, wie die anderen „Möhnemänner“ auch, gerne mit beim Anpacken, Bierzapfen und Kellnern. Als mich die Schwarz-Gelbe Jonge zum Senator ernannt haben, habe ich mich sehr geehrt gefühlt, weil mir das gezeigt hat, dass auch mein ganz spezielles Engagement für den Karneval Beachtung gefunden hat. Ich bin halt ein stiller Karnevalsfreund.