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Wochenmarkt in Oberkassel trotzt der Corona-Krise

Händler ziehen positive Bilanz : Wochenmarkt in Oberkassel trotzt der Corona-Krise

Seit zwei Jahren gibt es den Oberkasseler Wochenmarkt. Für einen guten Umsatz sorgen vor allem die Stammkunden.

Es fing alles mit einer formlosen Anfrage des Beueler Obsthändlers Michael Beckhaus bei der Werbegemeinschaft Oberkassel (WOK) an, ob man dort nicht Interesse an einem regelmäßigen Wochenmarkt habe. „Ja, das hatten wir“, erinnert sich der Vorsitzende der Werbegemeinschaft, Oliver Lohr. Nun gibt es den Oberkasseler Wochenmarkt bereits zwei Jahre.

Vor Jahren schon hatte man die Oberkasseler nach dem befragt, was ihnen am meisten fehle: Der Wunsch nach einem Drogeriemarkt, der dabei an erster Stelle genannt wurde, konnte trotz Bemühungen der WOK bis heute nicht erfüllt werden. Es fehlt an geeigneten Ladenlokalen im Ort. Dafür ging am 7. Dezember 2018 der ebenfalls lang gehegte Wunsch nach einem Wochenmarkt in Oberkassel in Erfüllung. Zusammen mit Christian Schönen zogen Lohr und Beckhaus auf der Suche nach einem geeigneten Platz durch den Ort. „Unter den verschiedenen Möglichkeiten, an öffentlichen Plätzen einen regelmäßigen Wochenmarkt zu veranstalten“, so Schönen, „entschieden wir uns schnell für einen privaten Parkplatz.“ Vor dem „Pizza Prinzip“ von Boris Prinz sei es durch die dort nicht nötigen behördlichen Genehmigungen möglich gewesen, die Marktidee umzusetzen. Auch die Anwohner, die eigentlich auf dem Platz Stellplätze für ihre Autos gemietet hatten, zeigten sich kooperativ und sicherten zu, ihre Autos an den Markttagen an anderer Stelle zu parken.

„Das war vom ersten Tag an eine Erfolgsgeschichte“, sagt Obsthändler Beckhaus rückblickend. Zusammen mit dem Bauernhof Seifen, dem Fischhändler David Bornschein, dem Pizzabäcker Boris Prinz und Antons Käsehütte zog ein Team von Marktbeschickern nach Oberkassel, das sich bereits für einen Wochenmarkt vor dem Post Tower zusammengefunden hatte. David Bornschein war mit seinem mobilen Fischhandel zu dieser Zeit bereits eine Institution in Oberkassel. Auch die Pizzabäcker Nikolaus Jäger und Prinz waren keine Unbekannten mehr. „Wir hatten schnell das Gefühl, die Oberkasseler haben den Markt angenommen und finden ihn super“, so Prinz. „Wir bringen Bewegung in den Ort“, ergänzt Beckhaus und bezeichnet die fünf Händler als eine Familie, die Spaß an dem Zusammenspiel habe.

„Wochenmarkt hat immer auch einen gewissen Eventcharakter“, sagt Prinz. Leider dürfe im Teil-Lockdown vor Ort nichts gegessen werden. Stehtische sind zurzeit verboten und für Sitzgelegenheiten, die den Corona-Richtlinien entsprechen müssten, sei nicht genügend Platz. „So schlimm die Krise für viele Geschäfte auch ist“, so Prinz, „der Markt ist aus Händlersicht sehr gut und stabil.“ Er habe in den vergangenen Monaten sehr viele Stammkunden hinzugewonnen. „Ich mache das jetzt 30 Jahre. Aber solche Umsätze wie jetzt habe ich noch nie gehabt“, sagt Beckhaus.

Marktleiter Prinz und die Werbegemeinschaft geben zudem verschiedenen Verkäufern und anliegenden Geschäften die Möglichkeit, sich auf dem Markt zu präsentieren. Auch Schulen und Kindergärten können dort ihr selbst Gebasteltes oder Gebackenes ohne Standgebühren für den guten Zweck verkaufen. Prinz kommt zu dem Fazit, „dass für uns die kleinen Stadtteilmärkte wesentlich besser laufen als beispielsweise der Bonner Wochenmarkt.“ Gute Chancen für ein langes Leben des gerade erst zwei Jahre alt gewordenen Oberkasseler Wochenmarkts.

Der Oberkasseler Wochenmarkt findet immer freitags von 14 bis 18 Uhr an der Königswinterer Straße 671-673 statt.