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Bonn: 70 Kinder verlieren Kita-Platz aufgrund von Personalmangel

Fachkräftemangel : 70 Kinder in Bonn verlieren ihren Kita-Platz

In den städtischen Kitas herrscht Personalnot. Deshalb mussten gut 70 Kinder, die Plätze in fünf Betreuungseinrichtungen hatten, wieder ausgeladen werden.

Eine Hiobsbotschaft hält die Stadt Bonn für rund 70 Familien bereit, die ihre Kinder für das kommende Kitajahr ab August in einer städtischen Einrichtung angemeldet haben: Es handelt sich konkret um fünf Kitas, die wegen Personalmangels die Kinder vorerst nicht aufnehmen können, teilte das Presseamt am Freitagnachmittag mit.

In einem Schreiben an die betroffenen Familien erklärt Jugendamtsleiterin Gitte Sturm, dass die Plätze eigentlich frei seien. Allerdings finde die Stadt derzeit immer noch nicht genug Fachkräfte, um die Bildung, Erziehung und Betreuung der Mädchen und Jungen gewährleisten zu können. „Die gesetzlichen Vorgaben, die die Rahmenbedingungen für eine hochwertige frühe Bildung vorgeben, aber natürlich auch unser Anspruch an eine qualifizierte Arbeit, geben uns keinen Spielraum.“ Das Amt für Kinder, Jugend und Familie sei mit Hochdruck daran, das notwendige Personal zu finden.

Im neuen Kita-Jahr bietet die Stadt Bonn insgesamt Jahr 4896 Plätze in 70 Einrichtungen an. 868 Erzieherinnen und Erzieher arbeiten derzeit bei der Stadt in den Kitas, 79 Vollzeit-Stellen sind unbesetzt. Die Entwicklung hat sich, wie berichtet, schon lange abgezeichnet. Deshalb hatte die Stadt Bonn bereits 2019 entschieden, in Spanien um pädagogisches Personal zu werben. Im Rahmen eines Pilotprojekts helfen derzeit elf Erzieherinnen im Alter zwischen 23 und 36 Jahren aus Spanien in den städtischen Kitas aus. Das alles könne aber nur ein Baustein sein, hatte Gitte Sturm nach der Ankunft der spanischen Fachkräfte in Bonn gesagt.

Auch bei den freien Trägern ist die Personalnot aufgrund des seit Jahren anhaltenden Fachkräftemangels groß. Nach der Wiederaufnahme des Regelbetriebs vor einigen Tagen mussten deshalb einige Einrichtungen beim eingeschränkten Regelbetrieb mit reduzierter Betreuungszeit bleiben. Ob auch bei freien Trägern Kinder mit bereits zugesagten Plätzen vorerst ebenfalls zu Hause bleiben müssen, war am Freitag nicht mehr zu erfahren.