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Bonn braucht 7900 OGS-Plätze

Bonn braucht 7900 OGS-Plätze

Jede Medaille hat zwei Seiten: Einerseits kann man sich in Bonn - anders als in den meisten anderen NRW-Kommunen - über konstante, bei den weiterführenden Schulen sogar steigende Schülerzahlen freuen.

Andererseits stellt das Politik und Verwaltung angesichts der desaströsen Haushaltslage vor eine große Herausforderung. Denn Landesprognosen, wonach in den kommenden Jahren in Bonn insgesamt mit einem Bevölkerungszuwachs zu rechnen ist, lassen erwarten, dass auch die Schülerzahlen perspektivisch mindestens konstant bleiben, wenn nicht gar ansteigen werden, so Schuldezernentin Angelika Maria Wahrheit mit Blick auf die Schulausschusssitzung am Dienstag, 31. Januar (ab 18 Uhr, Stadthaus).

"Die aktuellen Zahlen belegen, dass wir auch künftig in unseren Bemühungen, Kindern und Jugendlichen unserer Stadt möglichst gute Rahmenbedingungen für eine chancengerechte Bildung zu schaffen, keinesfalls nachlassen dürfen", betonte sie. Das habe die schwarz-grüne Ratsmehrheit auch nicht vor, versicherten deren Schulexperten Martin Berg und Dorothee Paß-Weingartz.

"Kinder, Jugend und Schule haben nach wie vor oberste Priorität bei unseren Haushaltsberatungen", sagten beide, wohl wissend, dass sie dafür viel Geld in die Hand nehmen müssen. Beispiel: die offenen Ganztagsschulen (OGS). 6204 Plätze sind belegt, damit ist das Platzangebot voll ausgeschöpft. Beinahe 600 Kinder stehen auf der Warteliste.

Im Haushalt ist bisher allerdings nur Geld für den Ausbau auf 6400 Plätze eingestellt. Nach derzeitiger Schätzung würde in Bonn eine bedarfsdeckende Versorgung sogar auf eine Gesamtplatzzahl von 7900 OGS-Plätzen hinauslaufen. Würde die Stadt für das nächste Schuljahr Plätze entsprechend der Zahl der Kinder auf der derzeitigen Warteliste schaffen, müssten zusätzlich 215.000 Euro in die Hand genommen werden - plus weitere Mittel für bauliche Änderungen.

"Wobei klar ist, dass wir vorerst nur im Bestand umbauen können", so Paß-Weingartz. Sie und Berg zeigten sich fest entschlossen, die erforderlichen Investitionen auch trotz der städtischen Finanznot locker zu machen. "Für Berater haben wir immer Geld. Da muss es auch für die Familien da sein", sagte Paß-Weingartz.