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Bonn soll mehr Flüchtlinge aufnehmen

Bonn soll mehr Flüchtlinge aufnehmen

Neugegründete Kampagne namens "Save Me" will einen Appell der Vereinten Nationen in die Tat umsetzen

Bonn. "Bonn sagt Ja zur Aufnahme von Flüchtlingen" - so lautet das Motto einer neu gegründeten Kampagne namens "Save me", an der sich bekannte Bonner Organisationen wie der Caritasverband, Pax Christi, die Evangelische Flüchtlingsarbeit Bonn oder Amnesty International beteiligen.

Am Dienstagabend fand im Haus der Evangelischen Kirche die Auftaktveranstaltung der Kampagne statt. So saßen unter anderem mit Norbert Trosien vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR und dem Bonner Bernhard von Grünberg Experten zum Thema Flüchtlinge auf dem Podium und beantworteten den Zuhörern Fragen.

Im März gegründet, will die Save-Me-Kampagne am Donnerstag, 28. Mai, im Bürgerausschuss einen Antrag einbringen, mit dem der Stadtrat aufgefordert werden soll, auch in Bonn zusätzlich Flüchtlinge aufzunehmen: "Der Rat ... fordert die Bundesregierung auf, entsprechend dem Anliegen des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen ein kontinuierliches Programm zur dauerhaften Aufnahme von schutzbedürftigen Flüchtlingen einzurichten", heißt es in dem Antrag.

Der Rat solle seine Bereitschaft erklären, im Rahmen eines Resettlement-Programms der Bundesregierung jedes Jahr ein Kontingent von Flüchtlingen dauerhaft aufzunehmen und bestmöglich zu integrieren. Das bürgerschaftliche Engagement für die Betreuung der Flüchtlinge zum Beispiel durch Paten soll der Rat unterstützen.

Der Hintergrund der mittlerweile 32 Save-Me-Kampagnen in Deutschland ist der, dass UNHCR die Bundesrepublik seit 2007 dränge, ein jährliches Kontingent an besonders Schutzbedürftigen aus völlig überlasteten Erstzufluchtsländern dauerhaft aufzunehmen, so die Sprecher der Bonner Kampagne. In der Fachsprache heißt das: Resettlement, zu deutsch Neuansiedlung.

Seit vielen Jahren stellen zum Beispiel die USA, Schweden und die Niederlande jährliche Quoten für die Aufnahme von Flüchtlingen zur Verfügung. Deutschland hat sich bereit erklärt, in diesem Jahr 2 500 Flüchtlinge aus dem Irak aufzunehmen. Die ersten acht irakischen Flüchtlinge sind in Bonn eingetroffen.