1. Bonn

Bonn: Stadt soll Optionen für sauberere Luft im Klassenzimmer prüfen

Situation in Pandemie verbessern : Stadt Bonn prüft Luftfilter in der Schule

Eine Elterninitiative fordert den bislang von der Stadt Bonn untersagten Einsatz von Luftreinigungsgeräten in Schulen. Der Hauptausschuss hat die Verwaltung nun beauftragt, zu prüfen, welche Optionen möglich sind, damit die Situation in Schulen und Kitas während der Pandemie verbessert werden kann.

Einen Schritt weiter ist der Bonner Vater Oliver Ueberholtz mit seiner Initiative für die Errichtung und die Betriebserlaubnis von Luftreinigungsgeräten an den Bonner Schulen. Der Hauptausschuss hat in der Sitzung am Donnerstagabend – pandemiebedingt anstelle des Rates – das Thema zwar vertagt, aber die Verwaltung gleichzeitig beauftragt, Optionen zu prüfen, wie der Alltag in Schulen und Kitas während der Pandemie sicherer zu gestalten ist. Dabei soll auch der Einsatz von entsprechenden Abluftsystemen an Schulen geprüft und die Ergebnisse den jeweiligen Fachausschüssen vorgelegt werden.

Unter anderem soll die Verwaltung darstellen, welche Durchführungsmöglichkeiten „für die kurzfristige Installation von Abluftsystemen“ möglich sind, wie sie vor Kurzem in Mainz nach Maßgabe des dortigen Max-Planck-Instituts flächendeckend und mit geringem technischen Aufwand und unter Engagement aus der Elternschaft an allen örtlichen Grundschulen eingeführt wurden. Dem vorausgegangen war ein Antrag der CDU, unter anderem die Elterninitiative in Sachen Luftreiniger für Schulen zu unterstützen. Wie berichtet, haben inzwischen Eltern an mehreren Grundschulen auf eigene Faust solche Geräte angeschafft und in den Klassenräumen ihrer Kinder installieren lassen. Sie sollen neben dem obligatorischen Lüften durch das Öffnen der Fenster zusätzlich für reinere Luft in den Klassenzimmern sorgen, erklärt Ueberholtz im Gespräch mit dem GA.

Bis dato hat die Stadt Bonn indes die Nutzung der Geräte untersagt. In ihrer Stellungnahme zu dem Thema hat sie bislang unter anderem erklärt, die Lüftung mit Frischluft habe nach wie vor oberste Priorität und nach allen Erkenntnissen die größte Wirkung. „Daher wurden im letzten Jahr alle Schulen begangen und geprüft, ob eine ausreichende Lüftung gewährleistet ist. Dies war mit nur ganz geringen Ausnahmen überall der Fall. Dementsprechend werden derzeit keine zusätzlichen Maßnahmen – wie die Anschaffung von Luftreinigungsgeräten oder zusätzlichen Filtern – ergriffen, sofern in den entsprechenden Räumlichkeiten ausreichende Lüftungsmöglichkeiten gegeben sind“, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Ueberholtz will die Hälfte der Lüftungsgeräte mit Spenden finanzieren

Ueberholtz, dessen neunjährige Tochter die Erich-Kästner-Grundschule in Kessenich besucht, hat zusätzlich eine Petition gestartet, die bisher 1500 Personen unterschrieben hätten, berichtet der 40-jährige Geschäftsführer eines IT-Unternehmens. Das Gros stamme aus Bonn. Das Ziel: Die Hälfte der Lüftungsgeräte für alle Bonner Schulen und auch Kitas will er mit Spenden finanzieren, die andere Hälfte solle die Stadt Bonn zahlen. Pro Raum rechne er mit 500 Euro an Kosten für Geräte, die von Experten als geeignet angesehen und wie sie bereits an der Schule seiner Tochter aufgestellt worden seien. „Wir haben quasi die Arbeit der Stadt gemacht.“

Er habe bereits zwei Spendenzusagen im jeweils fünfstelligen Bereich von größeren Unternehmen. Ebenso wollten viele Eltern spenden und damit eine sogenannte Raumpatenschaft übernehmen. Auf diese Weise wolle er denjenigen den Wind aus den Segeln nehmen, die der Sache kritisch gegenüberstünden, weil sie glaubten, dass lediglich an den Schulen mit „wohlhabenderen“ Eltern diese Geräte errichtet werden könnten. Der IT-Spezialist verweist außerdem darauf, dass nicht zuletzt auch das Bildungsministerium selbst inzwischen aufgrund von Expertenaussagen davon ausgehe, dass Luftreiniger zusammen mit der Fensterlüftung eine gute Wirkung erzielten.