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Bonn und Region: Krankenhäuser verschieben kaum Operationen wegen Corona

Corona in Bonn und der Region : Bonner Krankenhäuser verschieben kaum Operationen

Die steigenden Corona-Zahlen in Bonn und der Region sind eine Belastung für Kliniken und Krankenhäuser. Die Uniklinik Köln will bereits Operationen verschieben. In Bonner Krankenhäusern ist das noch nicht der Fall - wenngleich auch hier die Zahl der Corona-Patienten steigt.

Am Freitagmorgen teilte die Uniklinik Köln mit, dass Operationen auf Grund von Corona abgesagt werden müssen. Dies solle mehr Kapazitäten für Patienten schaffen, die an Covid-19 erkrankt sind. In einer Pressemitteilung teilte die Klinik mit, dass bereits in den zwei Wochen zuvor Operationen verschoben worden seien, die nicht dringlich seien. „Da die Zahl der Corona-Patienten sowohl im normalstationären als auch im intensivmedizinischen Bereich weiter zunimmt, werden wir ab kommenden Montag etwa 30 Prozent aller geplanten Operationen absagen“, erklärte Professor Edgar Schömig, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor der Uniklinik Köln. Neben den verschobenen Operationen fahren auch alle anderen Abteilungen der Klinik ihre Leistungen um 20 Prozent herunter. Schömig erklärte aber auch, dass Operationen die lebenswichtig und dringend notwendig seien weiterhin stattfinden sollen.

Auch in Bonn und der Region nimmt die Zahl an Corona-Patienten zu. Wie auf der Seite der Stadt Bonn zu erkennen ist, liegen am Freitag 69 Patienten, die an Corona erkrankt sind, in den Krankenhäusern in Bonn. 43 dieser Patienten befinden sich auf den Normalstationen, während 26 auf den Intensivstationen betreut werden. Insgesamt 17 der Intensivpatienten wurden am Freitag beatmet.

Am Universitätsklinikum Bonn (UKB) werden zurzeit 29 Personen stationär behandelt. Davon müssten 11 Personen künstlich beatmet werden und neun weitere eine andere Form der Sauerstofftherapie. „Eine pauschale Absage oder Verschiebung bestimmter Operationen gibt es bisher am UKB noch nicht, vielmehr wird jeweils flexibel und zeitnah auf sich abzeichnende mögliche Engpässe reagiert. Da das UKB den zweithöchsten durchschnittlichen Schweregrad unter allen Universitäts-Klinika in Deutschland hat, ist eine Verschiebung oder Absage von Operationen am UKB kaum möglich,“ erklärt Professor Wolfgang Holzgreve, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender am UKB. Bisher hätten sich die Maßnahmen des UKB als gut wirksam erwiesen, erklärt Holzgreve weiter. Lediglich die Screening-Untersuchungen hätte man verstärkt. Auch das Besuchsrecht solle unter bestimmten Auflagen solange aufrechterhalten werden, wie es vertretbar erscheine.

Die GFO Kliniken in Bonn und der Region schätzen die Situation in ihren Krankenhäusern derzeit noch als überschaubar ein. Dorothea Adams, Pressesprecherin der GFO Kliniken teilte dem GA auf Anfrage mit, dass die Mitarbeiter zwar stärker belastet seien, die Personalausfälle sich aber im saisonal üblichen Bereich befänden. Außerdem weist Adams darauf hin, dass seit Anfang der Woche Schnelltests an den Patienten durchgeführt würden um die Gefahr einer Corona-Infektion in den Kliniken zu verringern. In Bezug auf die Operationen erklärte Adams weiter: „Operationen werden kapazitätsangepasst und nach Dringlichkeit durchgeführt. Dadurch kommt es bisher nur zu wenigen OP-Verschiebungen oder Absagen.“ Auch an den Vorgaben für Besucher hätten sich bisher nichts geändert, ein Besucherstopp bei einer veränderten Covid-Situation in den Kliniken wäre aber durchaus möglich.

Die beiden Johanniter-Kliniken in Bonn haben bisher keine weiteren Einschränkungen unternommen, wie ein Pressesprecher der Kliniken dem GA mitteilte. Die Intensivstationen seien bisher auch mit den Corona-Patienten, die in den Kliniken behandelt würden, normal belegt und Operationen würden bisher nicht abgesagt.