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Bonner Klofrau verdient sich goldene Nase

Bonner Klofrau verdient sich goldene Nase

Als die Bonner Steuerermittler bei der Pächterin von bundesweit etwa 50 Kundentoiletten anrückten, mussten sie einen 7,5 Tonner bestellen, um die gefundenen Säcke mit Centstücken abtransportieren zu können.

Bonn. Dass sich mit dem "Geschäft" auf Kaufhaustoiletten richtig gute Geschäfte machen lassen, haben die Bonner Steuerermittler jetzt erfahren: Als sie bei der Pächterin von bundesweit etwa 50 Kundentoiletten anrückten, mussten sie einen 7,5 Tonner bestellen, um die gefundenen Säcke mit Centstücken abtransportieren zu können.

Dies bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Fred Apostel, am Donnerstag. Offenbar hatten sich die Ermittler ob der logistischen Herausforderung gut gewappnet. Mit Schaufeln waren sie angerückt, um dem in Säcken in einer Garage der Unternehmerin lagernden Geld - es handelte sich ausschließlich um Münzen im Wert zwischen einem und 50 Cent - Herr zu werden.

Nachdem die Fahnder das Geld in Kisten geschaufelt hatten, wurde es mit dem Lastwagen abtransportiert. Ermittelt wird gegen die Bonnerin, weil sie einen fünfstelligen Betrag nicht versteuert haben soll. Warum sie das Geld in der Garage zwischenlagerte, blieb unklar. Möglicherweise war ihre Geldzählmaschine defekt.

Anscheinend brachte das Geschäft mit den Kaufhaustoiletten, das allein auf freiwilligen Gaben der Kunden auf das berühmte Tellerchen am Eingang beruht, einen tonnenschweren Umsatz. Es heißt, die Frau lebe in einem noblen Stadtviertel und fahre eine Luxuslimousine. Für eine Toilette musste die Unternehmerin dem Vernehmen nach 200 Euro Pacht im Monat zahlen. Im Ermittlungsverfahren hat sie laut Apostel noch keine Angaben gemacht.