Umweltorganisation aus Bonn Bonner Medienclub zeichnet Germanwatch aus

Bonn · Wer Kontroversen nicht scheut und sich mutig für eine gute Sache einsetzt, den ehrt der Bonner Medienclub traditionell mit dem Bröckemännche. Dieses Jahr geht die Auszeichnung an eine Organisation, die seit mehr als 30 Jahren für den Klimaschutz kämpft.

Freuen sich über die Verleihung des Bröckemännche:  Andreas Archut (von links), Silvie Kreibiehl und Christoph Bals von Germanwatch, Katja Dörner und Peter Limbourg.

Freuen sich über die Verleihung des Bröckemännche: Andreas Archut (von links), Silvie Kreibiehl und Christoph Bals von Germanwatch, Katja Dörner und Peter Limbourg.

Foto: Benjamin Westhoff

Nicht zum Neujahrsempfang, sondern erneut zum Sommerfest hatte der Bonner Medienclub (BMC) in diesem Jahr in den Garten der Deutschen Welle eingeladen, um den traditionellen Bröckemännche-Preis zu überreichen. Die Sandsteinfigur ist eine kleine Kopie des originalen Bröckemännche an der Kennedybrücke und geht an Menschen oder Gruppen, die mutig, kritisch, ironisch, direkt und unangepasst sind – also wider den Stachel löcken. Dieses Mal überreichte BMC-Vorsitzender Andreas Archut die Auszeichnung an die Bonner Umweltorganisation Germanwatch.

Hausherr Peter Limbourg hatte es sich nicht nehmen lassen, die zahlreichen Gäste aus Politik, Wirtschaft, Behörden und Institutionen sowie die BMC-Mitglieder zu begrüßen. Archut dankte Limbourg für die enge Verbundenheit der Deutschen Welle mit dem Bonner Medienclub, der seit vielen Jahren in dem Funkhaus am Rhein seine Empfänge organisieren darf. Die Wahl als Preisträger sei auf Germanwatch gefallen, weil die Organisation mit großer Ausdauer schon für den Klimaschutz gekämpft habe, lange bevor das Thema die Mitte der Gesellschaft erreicht habe. Dabei benötige sie keine spektakulären Effekte. „Ihre Instrumente sind Beharrlichkeit und Netzwerkbildung. Wer gute Verbindungen hat, braucht keinen Klebstoff.“ Germanwatch habe den Preis des BMC mehr als verdient.

Auch Oberbürgermeisterin Katja Dörner würdigte in ihrer Laudatio den Einsatz von Germanwatch als unabhängige Umwelt-, Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisation seit mehr als 30 Jahren für eine zukunftsfähige globale Entwicklung. Die Organisation sei angesehen über die Parteigrenzen hinweg und genieße eine hohe Glaubwürdigkeit und das Vertrauen bei den Verantwortungsträgern. „Germanwatch hat die Debatte um den Klimaschutz entscheidend geprägt und vorangebracht.“ Auch schätze sie das klare Bekenntnis der Organisation zu Bonn. „Germanwatch und Bonn, da ist schon immer eine Win-Win-Situation“, so Dörner.

Für Germanwatch bedankte sich die Vorsitzende Silvie Kreibiehl für die Auszeichnung. Sie freue sich sehr über die Anerkennung und Wertschätzung für das zivilgesellschaftliche Engagement in dieser so entscheidenden Dekade. Kreibiehl erinnerte daran, dass bis 2030 die globalen Emissionen halbiert sein müssten, um auf einem 1,5 Grad-Pfad bleiben zu können.

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