Nach Entscheidung des OB Bonner Politiker kritisieren angekündigte Bäderschließung

Bonn · Grüne und Linke sprechen von einem „Alleingang des Oberbürgermeisters“. Die Stadt hatte angekündigt, dass die Freibäder in diesem Sommer zu bleiben.

 Szene aus dem Melbbad.

Szene aus dem Melbbad.

Foto: Benjamin Westhoff

Sowohl die Bonner Grünen als auch die Oppositionsfraktion der Linken und die Oberbürgermeister-Kandidatin der SPD, Lissy von Bülow, kritisieren die von der Stadt angekündigte Schließung der Freibäder in diesem Sommer als Alleingang von Oberbürgermeister Ashok Sridharan. Es braucht „mehr Mitsprache und Kommunikation im Krisenmanagement“, hieß es vonseiten der Grünen in einer Mitteilung an die Presse. „Die Ankündigung war ein unnötiger Alleingang“, sagte Tim Achtermeyer, der für die Grünen im Sportausschuss sitzt.

Nach aktuellem Stand werde das Coronavirus nicht über Badewasser übertragen. Dass die Öffnung von Freibädern auch in Corona-Zeiten möglich sei, belege etwa der Pandemieplan der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen. Achtermeyer ruft die Verwaltung dazu auf, sich beraten zu lassen. Bülow von der SPD hält die Schließungsankündigung für verfrüht angesichts der sich stets ändernden Lage. Sie fordert „ein konstruktives Arbeiten an Lösungen zur vorsichtigen Öffnung auch für Bäder, Sport- und Kultureinrichtungen“.

Linke hat Dringlichkeitsantrag zur Abstimmung eingereicht

Auch der Chef der Linksfraktion, Michael Faber, hält das letzte Wort  für noch nicht gesprochen. „Weder hat Sridharan diese Entscheidung näher begründet, noch die Ratsgremien beteiligt“, erklärte er auf der Internetseite der Fraktion. Die Linksfraktion habe deshalb einen Dringlichkeitsantrag zur kommenden Sitzung des Hauptausschusses eingereicht. Gerade für viele Familien und Kinder sei eine Öffnung der Freibäder wichtig, nachdem Kontaktverbote herrschen, Spielplätze gesperrt seien und vermutlich auch der Sommerurlaub ausfalle. Eine Schließung, so Faber, „müsste das nachvollziehbare Ergebnis einer solchen Prüfung sein und kann vom Oberbürgermeister nicht einfach verkündet werden“.

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