Bonner Serie Kunst im öffentlichen Raum Farbspektakel vor Beton

Bonn · In unserer GA-Serie über Kunst im öffentlichen Raum in Bonn stellen wir „In seven days time“ von Katharina Grosse an der Außenwand des Kunstmuseums Bonn vor. Ein Farbenspektakel.

 Farbspektakel auf 20 mal acht Metern: Katharina Grosses Spraymalerei am Kunstmuseum Bonn.

Farbspektakel auf 20 mal acht Metern: Katharina Grosses Spraymalerei am Kunstmuseum Bonn.

Foto: Thomas Kliemann

Manchen erinnert das Kunstwerk an ein riesiges, an die Wand gelehntes Surfbrett, auch an eine bunte, überdimensionale Scherbe oder ein Segel. Ein Hingucker und ein beliebtes Foto- und Selfiemotiv ist Katharina Grosses 20 Meter breite und acht Meter hohe Sprayarbeit „In seven days time“ allemal. Wir stellen Grosses Arbeit innerhalb einer kleinen Serie über Kunst im öffentlichen Raum in Bonn vor.

Als das Werk 2011 an der Mauer des Kunstmuseums Bonn aufgestellt wurde, schwärmte der Intendant des Hauses, Stephan Berg, von einer „lustvollen Entfaltung der Farbe“, die im Bonner Haus nun August Macke mit Katharina Grosse verbinde. Für Berg ist das Werk „die ideale Arbeit, um nach außen zu tragen, was wir in unserem Museum tun“.

Ihre Arbeit solle wirken wie herabgefallen oder rausgebrochen, meinte Grosse damals, die von einem „Farb-Shape“ (Farb-Stück) spricht und dem Werk einen philosophischen Titel gab: „In seven days time“ lässt gleichermaßen an einen Schöpfungsmythos denken wie an „die Mühen der Ebene“ (Berg) im künstlerischen Tun.

Tiefes Blau trifft auf Rot, gelbe Lichter glimmen auf, eine lange türkise Schleife liegt über dem Farbfeld. Während die gewölbte Außenseite von einer sehr starken Farbigkeit geprägt ist, ist die höhlenartige Innenseite zur Museumswand hin vom Kolorit her sehr zurückgenommen: Ocker, Lila, Weiß, die Streifen erinnern an ein Fell – oder an das Innere eines Wals.

Das Werk heißt zwar „In seven days time“, die Vorlaufzeit betrug jedoch mehrere Jahre, die nötig waren, um Grosses Malerei für den öffentlichen Raum zu konzipieren. So wurde das zwei Tonnen schwere Fieberglassegment mit einer Graffiti-Schutzschicht versehen.

355.000 Euro kostet das Werk

Und die Finanzierung musste klappen: Für das 355.000 Euro kostende Werk legten die Kulturstiftung der Länder, das Land NRW, die Kunststiftung NRW sowie die August-Kaiser-Stiftung in Bonn Geld zusammen. Der städtische Eigenanteil blieb bei 30.000 Euro.

Grosse (60), die in Berlin lebt, war Professorin an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee und an der Düsseldorfer Kunstakademie und arbeitet seit den späten 1990er Jahren mit der Spritzpistole. Damit besprüht sie große Formate, aber auch ganze Räume, wie 2020 die alte Halle des Hamburger Bahnhofs in Berlin, den sie unter dem Titel „It Wasn't Us" zu einem raumgreifenden Farbspektakel verwandelte. In Bonn war Grosse, die auch in der Städtischen Sammlung vertreten ist, wiederholt zu sehen. 1999 war sie bei „Zeitwenden“ dabei und seit 2008 in mehreren Sammlungspräsentationen. 2018 waren Arbeiten von ihr im KAT_A in Rhöndorf ausgestellt.

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