Brandanschlag auf türkischen Verein

Bonn/Köln · Zu Brandanschlägen gegen türkische Einrichtungen in Bonn und Köln ist es in der Nacht zu Donnerstag gekommen.

In Bonn ist ein Brandanschlag auf einen Deutsch-Türkischen Kulturverein an der Ellerstraße in Bonn verübt worden. Die Täter konnten unerkannt entkommen. Es wurde gegen 23.35 Uhr eine mit Brandbeschleuniger gefüllte Flasche in den Eingangsbereich des Vereines geworfen. Ein weiterer Brandsatz wurde durch ein Fenster ins Innere des Hauses geschleudert, ging aber nicht los.

Das Feuer beschädigte die Außenfassade, konnte aber von Passanten schnell gelöscht werden. Die Täter konnten unerkannt entkommen. Die Polizei sperrte den Tatort ab und sicherte Spuren. Der Staatsschutz hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Hinweise auf den oder die Täter liegen noch nicht vor. Ob der Anschlag einen rechtsradikalen Hintergrund habe oder möglicherweise mit dem 13. Jahrestag der Verhaftung des kurdischen PKK-Führers Abdullah Öcalan zusammenhänge, sei völlig offen, sagte ein Polizeisprecher.

Neben einer Großfahndung nach den Tatverdächtigen wurden noch in der Nacht Spuren am Tatort gesichert und Zeugen befragt. Sie hatten zwei Verdächtige beobachtet, welche die Flaschen geworfen haben sollen. Die Männer sollen etwa 20 Jahre alt und dunkel gekleidet gewesen sein.

Wer Hinweise zu verdächtigen Personen geben kann, wird gebeten, sich mit den Ermittlern in Verbindung zu setzen: Rufnummer 0228/150.

Fast gleichzeitig wurde auf die Kölner Redaktionsräume der türkischen Tageszeitung "Zaman" ein Brandanschlag verübt. Bisher Unbekannte hätten einen Molotowcocktail durch ein Fenster ins Erdgeschoss der Redaktion geworfen, teilte die Polizei mit. Verletzt wurde niemand, auch der Sachschaden sei gering.

Am Abend hat die Polizei zwei Männer (17, 22) aus dem Umfeld der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei (PKK) festgenommen. Dem Duo wird vorgeworfen, an einem türkischen Redaktionsbüro in Köln-Ehrenfeld einen Brandsatz gezündet zu haben.

Nach den bisherigen Ermittlungen haben bislang Unbekannte gegen 22.40 Uhr die Fensterscheibe eines türkischen Cafés in Köln-Kalk mit Steinen eingeworfen. Die vermummten Personen sollen dabei "pro-kurdische" Parolen skandiert haben.

Etwa zehn Minuten später verübte eine Gruppe eine Sachbeschädigung auf die Büroräume einer türkischen Redaktion. Zunächst schlugen sie dazu die Glasfront ein und warfen vermutlich einen Brandsatz in den Eingangsbereich. Durch die hinzugerufene Feuerwehr wurde der Brandsatz unmittelbar gelöscht, so dass ein Übergreifen des Feuers verhindert wurde.

Die alarmierten Polizisten nahmen in unmittelbarer Tatortnähe zwei Personen mit türkischem Hintergrund fest. In ihren Vernehmungen machen die Festgenommenen bislang keine Angaben.

Der Staatsschutz der Polizei Köln hat die Ermittlungen aufgenommen und geht davon aus, dass ein Zusammenhang mit dem Jahrestag der Verhaftung Öcalans besteht.

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