Vorstandswahl der Bonner CDU Jansen bleibt Parteichef, Streeck jetzt auch im Vorstand

Bonn · Mehr als 200 Mitglieder sind an diesem Samstag zu den Vorstandswahlen des CDU-Kreisverbands gekommen. Fast doppelt so viele, wie beim letzten Parteitag im Herbst. Gelockt hat sie offensichtlich auch die Kandidatur des bekannten Virologen Hendrick Streeck für einen Posten.

 Im Amt bestätigt: CDU-Kreisvorsitzender Christoph Jansen (vorne in der Mitte) mit seinen wieder- und neugewählten Vorstandskollegen, darunter auch der Virologe Hendrik Streeck ( 4.von links).

Im Amt bestätigt: CDU-Kreisvorsitzender Christoph Jansen (vorne in der Mitte) mit seinen wieder- und neugewählten Vorstandskollegen, darunter auch der Virologe Hendrik Streeck ( 4.von links).

Foto: Benjamin Westhoff

Der neue ist der alte: Die Bonner CDU hat auf ihrem Kreisparteitag an diesem Samstag Christoph Jansen ohne Gegenkandidaten für eine weitere Amtszeit als Parteichef bestätigt. Von rund 217 Mitgliedern stimmten in der Aula der Gesamtschule in Beuel 172 für den 40-Jährigen – das sind 81,1 Prozent, wie Sitzungsleiter David Lutz verkündete. 40 hatten mit Nein gestimmt, fünf Mitglieder enthielten sich. Mit Spannung erwartet worden waren zudem die Wahlen für acht Beisitzerposten, auf die sich 16 Mitglieder bewarben – darunter der Chef-Virologe der Uniklinik Bonn (UKB), Hendrik Streeck. Der Medizinprofessor fuhr von allen Bewerbern für das Beisitzeramt mit 141 Ja-Stimmen das beste Wahlergebnis ein.

Der 46-Jährige, der sich vor allem in der Aids-Forschung national und international einen Namen gemacht hat und Mitglied des Corona-Expertenrats der Bundesregierung war, wird somit erstmals im Vorstand der Kreispartei mitmischen. Zudem will Streeck, wie berichtet, neben dem Kreisvorsitzenden Jansen zur Kür des Bundestagskandidaten der Bonner CDU antreten. Die Entscheidung, wer von beiden ins Rennen gehen wird, fällt voraussichtlich auf dem Parteitag im Spätsommer. Die nächste Bundestagswahl ist im September 2025.

Vor den Wahlgängen hatten die beiden CDU-Urgesteine, Ex-Landtagsabgeordneter Helmut Stahl und der frühere Stadtverordnete Nikolaus Kirchner, dafür geworben, allen Kandidaten ohne Gegenkandidaten das vollste Vertrauen auszusprechen. Das sei ein eindeutig starkes Signal nach außen, dass die Reihen der CDU fest geschlossen seien. „Ein Wahlzettel ist kein Denkzettel“, mahnte Kirchner. Es sei März und nicht August, wenn die Kandidatur für die Bundestagswahl auf der Agenda stehe, sagte er mit Blick auf die zu erwartende Kampfkandidatur zwischen Jansen und Streeck.

Jansen freut sich auf „fairen Wettbewerb“

Mit einem Zitat des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer machte Jansen seine augenblickliche Stimmungslage deutlich: „Das Wichtigste im Leben und in der Politik ist Geduld und Gelassenheit.“ Er freue sich auf die kommenden Wahlen mit „spannenden Kandidaten und einem fairen Wettbewerb“, sagte er. Für die Wiederwahl als Parteichef warf der 40-Jährige sein 15-jähriges Engagement in der CDU und seine mehr als zehn Jahre kommunalpolitische Erfahrung in die Waagschale. Auf das Wahlergebnis später angesprochen, sagte Jansen: „Es ist ein ehrliches Ergebnis.“ Der 40-Jährige weiß, einige seiner Parteifreunde hätten es wohl lieber gesehen, er hätte nicht nach Streeck noch selbst den Hut als Kandidat für die Bundestagswahl in den Ring geworfen.

Im Amt bestätigt wurden Jansens Stellvertreter, die Stadtverordnete Julia Polley (35) und Christian Weiler (28) vom Ortsverband Brüser Berg/Lengsdorf. Polley erhielt 158 von 213 gültigen Stimmen (74,2 Prozent), Weiler 177 Stimmen (83,1). Ebenfalls in ihren Ämtern bestätigt wurden Kreisschatzmeisterin Karolin Rübo, Schriftführer Ruwen Korff, Mitgliederbeauftragte Sina Stephan und Medienbeauftragter Michael Möller. Neuer Organisationsleiter ist der bisherige Beisitzer Michael Husmann. Der 54-jährige Soldat errang bei 200 abgegebenen Voten mit 193 Ja-Stimmen (98,5) von allen Kandidaten das beste Ergebnis.

Neben Streeck wurden als Beisitzer gewählt: Ann-Sophie Bissing, Marlon Brüßel, Stephan Masseling, Wolfgang Quirin, Heidi Froese-Jauch, Simone Kilimann-Küllmer und Dimitrie Weigel.

Ein Grußwort sprach Nathanael Liminski. Der NRW-Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei in Düsseldorf warb eindringlich darum, zur EU-Wahl zu gehen. Zuvor hatten Jansen und Ratsfraktionsvorsitzender Guido Déus (MdL) in ihren Rechenschaftsberichten insbesondere die aktuelle Verkehrspolitik der Ratskoalition angeprangert. Jansen kündigte eine erneute Aktion des Kreisverbands für den 21. März gegen den laufenden Verkehrsversuch auf der Adenauerallee an.

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