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Jahresrückblick 2016: Diese Themen interessierten die GA-User

Jahresrückblick 2016 : Diese Themen interessierten die GA-User

Das Jahr 2016 war eines voller skurriler, trauriger und schöner Meldungen. Doch was interessierte die Menschen aus Bonn und der Region wirklich? Eine Übersicht der meistgeklickten Artikel.

Es gibt Themen, die in keinem bedeutsamen Jahresrückblick fehlen dürfen. Da sind die Übergriffe in der Silvesternacht in Köln, die Wahl Donald Trumps zum 45. US-Präsidenten oder auch die 17 Goldmedaillen für das deutsche Team bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro zu nennen. Auch der Brexit oder Jan Böhmermann stehen bei den Verfassern solcher Rückblicke in diesem Jahr auf der Liste. Doch was hat die Menschen in Bonn und der Region am meisten bewegt, was hat sie zum Lachen oder Grübeln gebracht, welche Geschichte blieb ihnen lange in Erinnerung?

Vor allem die tagelange Suche nach Marius B., der von einer Maifeier des Junggesellenvereins "Concordia Küdinghoven" im April in Niederkassel verschwand, ist hier zu nennen. Ende April folgte dann die traurige Gewissheit: Am Rheinufer in Düsseldorf wurde die Leiche des jungen Mannes gefunden. Ähnlich dramatisch auch der Mord an einer Mutter und ihrem Sohn in Duisdorf. Marc S. wurde von der Polizei verhaftet, er soll die beiden aus Habgier ermordet haben. Auch der Staatsakt für den verstorbenen früheren Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher in Bonn sorgte für großes Interesse.

Aber auch für lockere Themen haben sich die User bei ga.de interessiert. Ob die Feuerwehr in Bad Godesberg, die mit dem eigenen Fahrzeug die Fassade ihrer Wache schwer beschädigte, der mysteriöse Rauchring, der die Menschen in Meckenheim aufschreckte und sich als Fauxpas auf einem Betriebsfest herausstellte oder auch der Rundgang durch das dem Abriss geweihten Bonn-Center: Die Top Ten der meistgeklickten Artikel und Themen verpassten diese Geschichten allesamt knapp.

Hier die zehn Themen, die die User des General-Anzeigers im Jahr 2016 am meisten interessierte:

Warnstreiks legen Bonn und die Region lahm

Am 27. April kam es in Bonn und Köln zum Stillstand. Der komplette öffentliche Dienst wurde deutschlandweit aufgrund von Warnstreiks der Gewerkschaften Verdi und Deutscher Beamtenbund erheblich eingeschränkt. Busse und Bahnen blieben im Depot, Mitarbeiter an Flughäfen, bei Müllabfuhren, in den Stadtverwaltungen und den Kitas streikten. Der General-Anzeiger fasste an den Tagen vor dem Streik alle wichtigen Informationen zusammen und organisierte auf Facebook eine Mitfahrzentrale. Auch am 27. April berichtet der General-Anzeiger vom Streiktag im Liveblog.

Horror-Clowns erobern die Schlagzeilen in Deutschland

2016 schwappte ein Phänomen aus den USA nach Deutschland und Europa, das ähnlich schnell wieder verschwand wie es aufgekommen war. Innerhalb weniger Wochen häuften sich Meldungen über Horror-Clown-Auftritte und -Attacken, auch in Deutschland. Auch im Rheinland gab es immer wieder Anrufe bei der Polizei, in Niederdollendorf wehrte ein 13-Jähriger eine Clown-Attacke gar mit dem "Hammer Gottes" ab. Kaufhäuser und Hersteller reagierten, nahmen Clowns-Masken vom Markt. Fast gleichzeitig zu Halloween endete der zweifelhafte Trend.

Das Schicksal des Bonner Obdachlosen Ralf

Am 10. November titelte ga.de: "Für Ralf ist kein Platz unter der Brücke". GA-Mitarbeiter Axel Vogel berichtete über das Schicksal des Obdachlosen Ralf (Name geändert), der sich unter der Kennedybrücke häuslich eingerichtet hatte. Das Ordnungsamt räumte sein Camp, Ralf kam aber bald schon wieder. Schließlich fand sich für Ralf doch ein neuer Platz. Über sein Schicksal und das Engagement von Dirk Scharfen, Verkehrsmeister der Stadtwerke Bonn, hatte der General-Anzeiger schon im Oktober berichtet.

Rock am Ring wird nach zwei Tagen abgebrochen

Es sollte das Rockfestival des Jahres werden, am Ende wurden 82 Menschen durch Blitzeinschläge zum Teil schwer verletzt - zwei Personen mussten reanimiert werden. Rock am Ring auf dem Flugplatz in Mendig wurde nach dem zweiten Tag vorzeitig beendet. Moritz Rosenkranz und Andreas Dyck waren für den General-Anzeiger live vor Ort und wollten eigentlich über die Auftritte der Red Hot Chili Peppers, Black Sabbath und Fettes Brot berichten. Stattdessen besuchten sie Pressekonferenzen von Veranstalter und Feuerwehr, berichteten über verletzte Festival-Besucher und sprachen mit Veranstalter Marek Lieberberg über den Abbruch.

Selbstgeißelung in der Bonner Wenzelgasse

Hunderte Männer mit nackten Oberkörper stehen am 10. Juli in einer großen Gruppe vor den Geschäften in der Bonner Wenzelgasse. Sie haben ihre Augen geschlossen, singen laut im Chor und schlagen sich zum Takt der Musik mit der flachen Hand heftig auf die Brust. Die Selbstgeißelungen der schiitischen Muslime, die des Imams Ali gedachten, sorgte für großes Aufsehen in Bonn. Zahlreiche User wollten mehr über die Hintergründe dieser Prozession wissen, viele äußerten auch ihr Unbehagen.

Weihnachtsstimmung im November: Bonn leuchtet

Platz fünf der meistgelesenen Artikeln des Jahres 2016 kommt vor allem bunt daher. Die Aktion "Bonn leuchtet" am 5. November lockte mit Bildern von markanten Plätzen in außergewöhnlichem Licht zehntausende User auf die Seite des General-Anzeigers. Vor allem die Fotos von GA-Fotografin Barbara Frommann sorgten für Entzücken.

Die 1Live-Krone 2016 in der Bochumer Jahrhunderthalle

Auch für die Redaktion von ga.de überraschend: Auf Platz vier hat es die 1Live-Krone 2016 geschafft. Am 1. Dezember wurden in der Bochumer Jahrhunderthalle acht 1Live-Kronen verteilt. Zu den Gewinnern gehörten unter anderem Clueso, die 257ers, Max Giesinger und der Bonner Comedian Luke Mockridge. „Wenn bei Wikipedia der Eintrag „Empathie“ steht, dann muss da eigentlich auch „Domian“ stehen", sagte Moderatorin Sabine Heinrich und übergab den Sonderpreis an 1Live-Nachttalker Jürgen Domian. Er hörte nach 21 Jahren am 16. Dezember auf.

Bombendrohung am Bonner Hauptbahnhof an Karfreitag

Es ist Karfreitag, die Anschläge in Brüssel mit 32 Toten und 340 Verletzten sind gerade einmal vier Tage vorüber, als bei der Bonner Feuerwehr gegen 16.15 Uhr ein Anruf eingeht. Ein Mann droht in gebrochenem Deutsch, dass im Bonner Hauptbahnhof eine Bombe deponiert sei. Ein Großaufgebot an Polizisten rückt umgehend aus, der Bahnhof wird geräumt und großräumig gesperrt. Sprengstoffspürhunde durchsuchen den Bahnhof, gegen 19 Uhr folgt die Entwarnung. Wenige Tage später wird der Anrufer ermittelt. Es handelt sich um einen 38-jährigen Mann, der offenbar psychisch krank ist. Über die Bombendrohung berichteten Medien bundesweit.

Der Tod von Niklas P. erschüttert Bonn und die Region

Im Mai schockierte ein Gewaltverbrechen Bad Godesberg. Der 17-jährige Niklas P. ist am 7. Mai mit Freunden auf dem Rückweg von einem Konzert bei Rhein in Flammen, als er von mehreren Unbekannten attackiert wird. Wenige Tage später erliegt er seinen schweren Verletzungen. Wut und Trauer machen sich breit, gerade in den sozialen Netzwerken bekunden die Menschen ihr Mitgefühl mit der Familie von Niklas P.. Es entwickelt sich aber auch schnell eine Debatte um kriminelle Migranten, den Islam und deutsche Politik. Zehn Tage nach der Tat gibt die Polizei dann bekannt, dass sie einen mutmaßlichen Haupttäter festgenommen hat. Es handelt sich um den 20-jährigen Walid S..

Der Prozess gegen Walid S. sowie den 21-jährigen Roman W., der ebenfalls an der Attacke beteiligt gewesen sein soll, beginnt im Januar.

Schwere Unwetter führen zu Überschwemmungen in der Region

Das mit Abstand größte Interesse der GA-User riefen die Berichte rund um die Unwetter und die Folgen der Überschwemmungen hervor. Im Juni sorgten Unwetter für schlimmste Verwüstungen an der Ahr, in Bad Godesberg, Mehlem und Wachtberg. Flutwellen schwappten durch einzelne Orte, Tiefgaragen wurden unter Wasser gesetzt, ganze Häuser zerstört. Vielerorts wurde Katastrophenalarm ausgerufen, Fotos und Videos der Fluten und deren Zerstörungskraft verbreiteten sich rasend schnell im Netz. In der Gemeinde Grafschaft waren vor allem Nierendorf und Gimmigen besonders schwer betroffen.

In Bad Godesberg und Mehlem traten der Mehlemer und Godesberger Bach über die Ufer, mehrere Häuser mussten evakuiert werden. In Wachtberg waren mehrere Ortsteile von der Außenwelt abgeschnitten. Auch in Mecklenheim und Rheinbach kämpften die Einsatzkräfte gegen die überlaufende Swist an. Schnell zeigten sich die Menschen solidarisch mit den Opfern der Fluten, Spendenkonten wurden eingerichtet, Benefizveranstaltungen organisiert. Zum Jahresende gab es dann noch eine gute Nachricht: Die Fronhofer Galeria wurde nach vielen Monaten Anfang Dezember wieder eröffnet.