Fünf Jahre ZeSaBo Erfolgsgeschichte auf Spendenbasis

Bonn · Das Zentrallager Sachspenden Bonn feiert sein Fünfjähriges. Dass der Einsatz der Ehrenamtlichen ankommt und notwendig ist, zeigt allein die Vielzahl an Abgaben, die das Lager regelmäßig verzeichnet.

 Jan Erik Meyer im ZeSaBo.

Jan Erik Meyer im ZeSaBo.

Foto: Abir Kassis

Regale voller Kleidung, Schuhe, Haushaltswaren und Hygieneartikel: Das ZeSaBo (Zentrallager Sachspenden Bonn) in Endenich wirkt auf den ersten Blick wie ein riesiges Secondhand-Kaufhaus. Nur, dass hier alles kostenlos erhältlich ist. Was im Zuge der Flüchtlingshilfe mit einer kleinen Idee und viel Herzblut begann, hat sich in den vergangenen Jahren zu einer echten Erfolgsgeschichte entwickelt: Im April feiert das ZeSaBo sein fünfjähriges Bestehen.

„Wir verstehen uns als zentrales Logistikzentrum für Sachspenden“, berichtet Gründer und Betriebsleiter Jan Erik Meyer. Denn der Verein nimmt Spenden von privaten und gewerblichen Unterstützern entgegen. Anschließend stellt er sie Hilfsorganisationen und Privatpersonen, die sich um Mitmenschen kümmern, zur Verfügung. Fast eine Million Sachspenden werden auf diese Weise jährlich an 74.000 bedürftige Menschen aus Bonn und Umgebung verteilt. 80 Prozent davon stammen aus Privathaushalten, so Meyer.

Das ZeSaBo zeichnet sich durch sein transparentes Bestandssystem aus. Auf der Internetseite können Spender gezielt nach benötigten Artikeln suchen. „Dort können Sie beispielsweise sehen, dass wir derzeit dringend Babykleidung in den Größen 50 und 56 benötigen“, erzählt Claudia Gilles, die sich seit 2022 ehrenamtlich im ZeSaBo engagiert. Die Bedarfslisten aktualisiert der Verein jede Woche.

Eine Vielzahl helfender Hände

Um die Vielzahl an Spenden zu prüfen, zu sortieren und weiterzugeben, bedarf es einer Vielzahl helfender Hände. Kleidung, Schulsachen, Koffer und vieles mehr: „Für alle Spendenkategorien gibt es ehrenamtliche Paten, die ihre Arbeitsabläufe in Kleingruppen selbst organisieren“, so Gilles. Rund 450 unentgeltliche Helfer bilden das Herzstück des Vereins. Etwa 40 Ehrenamtler arbeiten regelmäßig im ZeSaBo – oder von zu Hause aus, wenn es zum Beispiel um Datenerfassung, Buchhaltung oder Öffentlichkeitsarbeit geht. Jeder könne dabei im gewünschten Umfang unterstützen, so Meyer. Er betont ein wertschätzendes Miteinander als Schlüssel zum Erfolg der Initiative. Ob durch den Kauf von höhenverstellbaren Sortiertischen und weiteren nützlichen Arbeitsmitteln, um den Helfern die Arbeit zu erleichtern, oder durch die Bereitstellung von Snacks in der Teeküche. „Jeder soll hier gerne hinkommen und sich wohlfühlen“, so Meyer.

Die Flut im Ahrtal im Juli 2021 und der Angriffskrieg gegen die Ukraine seit 2022 stellten das ZeSaBo vor neue Herausforderungen, berichtet Claudia Gilles. Diese habe man aufgrund der mittlerweile ausgefeilten Logistik, den großen Lagerflächen sowie dem besonderen Engagement der Ehrenamtlichen und einer sehr großen Spendenbereitschaft der Bevölkerung bewältigen können. Im Jahr 2023 konnte das ZeSaBo sogar ein E-Cargo-Lastenrad anschaffen, um seine Dienste weiter auszubauen und ein Teil der Mobilitätswende in Bonn zu werden.

Das ZeSaBo möchte künftig mehr Bekanntheit erlangen, um noch mehr Menschen zu helfen. Dazu gehört die Gewinnung neuer Kunden, denen die Spenden zugutekommen sollen. „Trotz der großzügigen Warenausgabe haben wir immer noch mehr als genug – die Kisten sind noch voll“, appelliert Meyer an die Öffentlichkeit, sich als Abholer für Spenden zu registrieren. Gleichzeitig ruft er dazu auf, sich als Fördermitglied für den Verein zu melden, um die langfristige Stabilität des ZeSaBo zu sichern. „Unsere Mitglieder zahlen 30 Euro jährlich, wovon wir die Miete für das Lager und die Nebenkosten finanzieren“, sagt Meyer.

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